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Eine Rallye mit Salatöl

Kyritz Eine Rallye mit Salatöl

Der Extremsportler Frank Lehmann aus Kyritz nahm als einziger Deutscher an der Salatöl-Rallye teil und zeigt nun einen Film darüber. Die Fahrt führte durch 15 Länder bis nach Georgien – für einen guten Zweck.

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Der Film zeigt auch die aufregenden Landschaften, durch die die Teilnehmer der Salatöl-Rallye gefahren sind.

Quelle: FOTO: Veranstalter

Kyritz. In seinem beruflichen Alltag kümmert sich Frank Lehman um die Belange anderer Menschen – er ist Betreuer. Privat sucht der Kyritzer das Abenteuer und testet dabei die Grenzen des Machbaren aus. Statt sich beim Urlaub in den Niederlanden am Strand zu erholen, strampelt der Kyritzer stattdessen lieber mit einem einfachen Hollandrad im Eiltempo von Maastricht nach Amsterdam. Für die 340 Kilometer lange Strecke brauchte er keine zwei Tage. Auch eine Wildwassertour in der wild schäumenden Moldau hat Frank Lehmann schon gemacht und in Südamerika eine mehrere hundert Meter tiefe Schlucht überquert – an einem Drahtseil hängend in einem einfachen Korb sitzend.

Mit dem Fahrrad ist Frank Lehmann viel und oft unterwegs. Wenn es mal wieder auf einen 6000er Bergriesen gehen soll, trainiert der Kyritzer besonders hart und verbissen, denn Probeklettern kann der Flachlandtiroler in seiner prignitzer Heimat eben nicht. Da fährt Frank Lehmann schon mal schnell morgens vor dem Frühstück zum Aufwärmen eine Strecke von 50 Kilometer. Anschließend läuft der Extremsportler noch eine Runde um den Kyritzer See. Solch eine Quälerei muss sein, um fit genug für eine Bergbesteigung zu sein, bei der man letztlich auf dem Gipfel angekommen ohne Sauerstoffmaske nicht überleben würde, weiß Frank Lehmann. „Nichts wäre fataler, als auf halber Strecke zusammenzubrechen und keine Kraft mehr für den Rückweg zu haben“, sagt der Kyritzer.

Auf fast allen Kontinenten hat Frank Lehmann schon Berge bezwungen, deren Namen selbst beherzte Kletterer nur mit größter Ehrfurcht aussprechen. Nicht selten begibt sich der wagemutige 57-jährige bei solchen Bergbesteigungen in Lebensgefahr. „Ich kenne jedoch auch die Grenze des Machbaren, die ich nicht überschreite, denn unnötig bringe ich weder mich noch andere in Gefahr“, sagt Frank Lehmann.

Bei fast allen verrückten Aktionen des Kyritzers war Gerhard Huber aus Salzburg mit von der Partie. Der 55-jährige Berufsschuldirektor hat die Berge direkt vor der Haustür und Lehmann irgendwann mit dem Bergsteigervirus angesteckt.

Längst haben Frank Lehmann und Gerhard Huber festgestellt, dass sie Abenteuer nicht nur im hochalpinen Gebirge erleben können. Huber nahm an einer Rallye kreuz und quer durch den Nahen Osten teil und hatte dabei die zündende Idee, selbst auch eine Rallye zu organisieren. Diese sollte allerdings nicht alleinig die abenteuerliche Komponente besitzen, sondern auch einen karitativen Charakter haben. In Salzburg wurde dafür 2014 eigens ein Verein gegründet, in dem der Kyritzer eine aktive Rolle spielt. Am liebsten wären die Abenteurer als bald als möglich aufgebrochen. Zwei Jahre sollte es dauern, bis es tatsächlich losgehen konnte. Erst einmal mussten die Route gründlich geplant und zahlreiche Genehmigungen eingeholt werden.

So viel aber stand von vornherein fest: Eine Salatölrallye sollte es werden, bei der, wie es der Name verrät, entweder nur mit Salatöl gefahren werden darf oder zumindest in jedem Land, das durchquert wird, eine Flasche Salatöl gekauft und am Ziel in Georgien an bedürftige Familien verschenkt wird. Hauptpartner für die Rallye wurde „SOS Kinderdörfer“. Aus dem Grunde konzentrierte man sich auch auf Sponsoren für Spielzeug, Kinderbekleidung und so weiter. Auch für die Fahrzeuge fanden sich in Österreich großzügige Spender. Bis unters Dach mit Hilfsgütern vollgestopft waren die Autos letztendlich, so dass für die Ausrüstung der Rallyeteilnehmer kaum Platz war.

Als es am 7. August 2016 in Salzburg mit der Salatöl-Rallye „Persepolis 2016“ losging, starteten von ursprünglich 22 angemeldeten Teams nur vier. Der Grund dafür war die politische Lage in der Türkei unmittelbar nach dem niedergeschlagenen Putschversuch. In voller Länge musste dieses Land durchquert werden. „Die Leute hatten schlichtweg Angst, dort hinzufahren“, erklärte Frank Lehmann. Zuvor aber führte die Route unter anderen durch Slowenien, Ungarn und Bulgarien. In Rumänien machten sie an einem von „SOS Kinderdörfer“ unterstützten Kinderheim Station, um dort eine ganze Wagenladung Kinderkleidung und Spielzeug auszuladen. „In solchen Momenten merkt man es besonders, wie gut es uns zu Haus eigentlich geht“, sagt Frank Lehmann.

In all diesen Ländern, aber auch in der Türkei begegnete man dem Rallyeteam freundlich und hilfsbereit, erinnert sich der Kyritzer. Neben den immer schlechter werdenden Straßen, die oftmals ehr abenteuerliche Schotterpisten waren, stellten die jeweiligen Grenzkontrollen die größte Herausforderung dar. Nachdem sie den Iran und Armenien durchquert hatten, kamen sie nach drei Wochen voller Strapazen an ihrem Ziel in Georgien an. Dort wurden die Hilfsgüter verteilt und die Fahrzeuge ebenfalls für einen guten Zweck verkauft. Per Flugzeug ging es für die erschöpften Abenteurer zurück in die Heimat.

Von all dem hat Gerhard Huber einen Film gedreht. Dieser lief bereits im Frühjahr erfolgreich in Österreich. Nun wird er auch in Frank Lehmanns Heimatstadt Kyritz zu sehen sein. Huber und Lehmann präsentieren diesen sehenswerten,gut eineinhalbstündigen Streifen im Saal von Bluhms Hotel am Freitag, 8. September, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Und gern beantworten die beiden Weltenbummler nach dem Film auch Fragen der Gäste.

Von André Reichel

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