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Eine Schlägerei mit vielen Fragezeichen

Neuruppin Eine Schlägerei mit vielen Fragezeichen

Am Himmelfahrtstag 2015 soll ein Pärchen am Neuruppiner Bollwerk einen handfesten Streit angezettelt haben. Fünf Verletzte sollen auf ihr Konto gehen.Vor dem Neuruppiner Amtsgericht sprachen sie von Notwehr. Die 26-Jährige soll einen Mann mit einem Messer ins Bein gestochen haben. Das Opfer zeigte vor Gericht kein großes Interesse an einer Aufklärung.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Fünf Verletzte – das war die Bilanz der Polizei. Am Himmelfahrtstag 2015 war es am Neuruppiner Bollwerk gegen 20.30 Uhr zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen. „Wie das an Herrentag so ist“, hatte ein Zeuge gesagt.

Pärchen soll handfesten Streit ausgelöst und kräftig ausgeteilt haben

Für die Staatsanwaltschaft sind Robert M. und Luisa S. diejenigen, die – aus welchem Grund auch immer – den Streit angezettelt haben. Der 25-jährige Robert M. soll kräftig mit den Fäusten ausgeteilt und einem Mann dabei die Nase gebrochen haben. Die 26-jährige Luisa S. aus Neuruppin soll einem anderen Mann ein Butterflymesser in den Oberschenkel gerammt haben und kurz zuvor in der Siechenstraße eine weitere Körperverletzung begangen haben. Die hat sie auch gestanden. Wegen gemeinschaftlicher und gefährlicher Körperverletzung müssen sich die beiden seit dem 11. Mai vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Sie stellten das Geschehen so dar, als hätten sie sich gegen eine Übermacht zur Wehr setzen müssen, sich also nur verteidigt, um ihre Haut zu retten.

Opfer zeigte nur wenig Interesse an einer Aufklärung

Mike K., der am schwersten verletzt worden war, sagte am Dienstag aus. Groß war sein Interesse an einer Aufklärung des Sachverhaltes offensichtlich nicht. Er hatte damals auch keine Anzeige erstattet. Er gehe davon aus, dass das Ganze als Lappalie behandelt werde und die Angeklagte höchstens noch ein paar Sozialstunden bekomme, so Mike K. Dass es Luisa S. war, die ihm das Messer in den Oberschenkel gerammt hat, sei ihm erst später erzählt worden. Er habe mit Freunden am Bollwerk gefeiert und ein paar Bierchen getrunken. Es sei eine friedliche Stimmung gewesen. Dann hätten sie vor sich einen Mann sitzen sehen, der stark aus der Nase blutete. „Wir wollten ihm helfen“, so Mike K. Auf einmal sei ein Pulk an Leuten um sie herum gewesen. Er sei, so glaube er, von Robert M., den er nur flüchtig kannte, umgeschubst worden. „Ich kann mich nur erinnern, dass ich am Boden lag, ein Messer im Bein hatte und der Krankenwagen kam“. so Mike K. Im Krankenhaus wurde die Stichwunde genäht. Er hatte wochenlang Schmerzen, konnte sich zwei Wochen nur an Krücken fortbewegen.

Zeuge soll sich mit dem Angeklagten in die Haare geraten sein

Er sei doch der Auslöser für die ganze Sache gewesen, hielt ihm Verteidiger Klaus-Dieter Miesbauer vor. Er habe sich „mit Robert M. in die Flicken bekommen“. Das hätten alle Zeugen gesagt. Das rief bei Mike K. ein Kopfschütteln hervor. Marco W., der wie Mike K. nicht am ersten Verhandlungstag erschienen war, will keine Erinnerung mehr an besagten Herrentag haben. „Ich war sehr betrunken. Ich weiß noch nicht mal, wie ich nach Hause gekommen bin“, sagte der 29-Jährige vor Gericht. Auch eine blutende Wunde am Handrücken war aus seinem Gedächtnis verschwunden.

Da die Aussagen teilweise widersprüchlich sind, sollen in dem Verfahren noch weitere Zeugen gehört werden, unter anderem solche, die etwas zum Zustand der Angeklagten an jenem Tag sagen könnten. Robert M. hatte viel Alkohol und zwei Gramm Kokain konsumiert. Eine Zeugin hatte ausgesagt, er habe „wie im Drogenrausch“ gewirkt.

Mit Hundehalsband geprügelt: Angeklagte entschuldigte sich

Offenbar muss es bereits vorher zu Unstimmigkeiten zwischen den Angeklagten, die damals ein Paar waren, gekommen sein. Eine junge Frau hörte gegen 20.20 Uhr eine lautstarke Auseinandersetzung in der Siechenstraße. Luisa S. habe sie angesprochen, „sie wollte ihre Sorgen loswerden“, so die Zeugin. Plötzlich kippte die Stimmung: Luisa S. zog ihr mehrfach das Nietenhalsband ihres Hundes durchs Gesicht. Dafür hat sich die Angeklagte bei ihr bereits entschuldigt.

Mit einem Urteil in dem Fall wird nun für den 14. Juni gerechnet.

Von Dagmar Simons

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