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Ostprignitz-Ruppin Eine Umzingelung durch Windräder droht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eine Umzingelung durch Windräder droht
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00:18 01.10.2016
Die Dabergotzer blicken schon in drei Richtungen auf Windräder. Sie finden nun, dass das reicht. Quelle: Peter Geisler
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Dabergotz

Es reicht. Im Norden, Osten und Westen von Dabergotz stehen bereits Windkraftanlagen. Nun gibt es Pläne, dass auch noch im Süden des Dorfes Energieriesen gebaut werden dürfen, und zwar zwischen Stöffin und Küdow-Lüchfeld. So steht es in den Unterlagen der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel für den neuen Windplan. Selbst das Amt Temnitz hat bei seinen Planungen das Gebiet südlich von Dabergotz als mögliche Windkrafteignungsfläche ausgewiesen, wenn auch ein etwas kleineres Gebiet.

Das Amt will mit seinen vorsorglichen Planungen verhindern, dass überall im Amt Temnitz weitere Windräder gebaut werden dürfen, falls das Papier der Planungsgemeinschaft vom Verwaltungsgericht kassiert wird. In dem Fall dürften nämlich im gesamten Außenbereich Windräder gebaut werden. Das will das Amt Temnitz auf jeden Fall verhindern. Dazu muss es jedoch selbst einige Windkrafteignungsflächen ausweisen. „Sonst könnten Gerichte auch unseren Plan kassieren“, sagte Amtsdirektorin Susanne Dorn am Dienstagabend bei der Gemeindevertretung in Dabergotz.

„Wir sind auch Lebewesen und damit schützenswert.“

Das Amt hat deshalb eine 96 Hektar große Fläche westlich von Rägelin sowie das 77 Hektar große Gebiet südlich von Dabergotz als Eignungsgebiet ausgewiesen. Doch Dabergotz lehnt das ab. „Wir sind gegen diese Planungen“, sagte Erich Kuhne (CDU). Schließlich seien die Einwohner schon mit den jetzigen Windrädern arg gebeutelt. „Das Blinken der Anlagen in der Nacht ist furchtbar“, betonte Siegfried Müller. Amtsdirektorin Dorn zeigte Verständnis für den Widerstand. Dabergotz sei schon stark belastet, so Dorn. Mit weiteren Windrädern bestehe die Gefahr, dass die Wohnqualität der Einwohner weiter sinkt. Das wollen die Dabergotzer auf keinen Fall. „Wir sind auch Lebewesen und damit schützenswert“, sagte Kuhne.

Der CDU-Politiker kritisierte, dass bei den Planungen scheinbar stets nur an den Schutz von Tieren gedacht werde. So gelten bei Horsten von Rotmilan, Schwarzstorch oder Seeadler streng vorgeschriebene Abstandsregeln zu Windrädern. Einige Dabergotzer müssen indes seit Jahren mit Energieriesen leben, die in deutlich geringerer Entfernung als 1000 Metern stehen. „Das konterkariert all’ unsere Bestrebungen, Dabergotz für neue Einwohner interessant zu machen“, betonte Erich Kuhne. Dem stimmte der Ortsvorsteher Ulrich Krebs zu. „Es sollte nicht sein, dass Dabergotz komplett von Windrädern umzingelt wird.“ Das betonen zwar seit Jahren auch viele Politiker. Doch die Realität sieht anders aus. Der Grund: Bei den Planungen für neue Eignungsgebiete werden die bestehenden nicht berücksichtigt. „Zwischen Theorie und Praxis klaffen Welten“, kritisierte die Amtsdirektorin Dorn.

Windplan-Entwurf der Planungsgemeinschaft liegt noch nicht aus

Sie nahm am Dienstagabend sämtliche Kritiken der Dabergotzer an dem Temnitzer Windplan auf. Die Hinweise sollen belegen, dass das Amt Temnitz sich große Mühe gegeben hat, akzeptable Eignungsgebiete für weitere Windräder zu finden – auch wenn in dieser Region schon jetzt mehr Windräder stehen als in den meisten anderen Gebieten Brandenburgs. Ob die Planungsgemeinschaft die Einwände ebenfalls berücksichtigen wird, ist offen. Sie entscheidet frühestens im Dezember, wann ihr Entwurf ausgelegt wird.

Von Andreas Vogel

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