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Eine Wiese voller Orchideen

Wittstock Eine Wiese voller Orchideen

Eine botanische Rarität bietet sich zurzeit im Garten von Horst Neumann aus Wittstock. Knabenkraut hat sich dort ausgebreitet und steht in voller Blüte. Die unter Naturschutz stehenden Pflanzen sind nur selten zu finden. „Ich kann das kaum glauben“, sagt Biologin Gisela Flemming.

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Renate Gratzkowski auf der Orchideenwiese.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Lila leuchten die Blüten und ziehen sich beinahe wie ein Teppich über die Wiese im Garten von Horst Neumann in der Wittstocker Jahnstraße. Auch wenn die grüne Oase stets gepflegt wird: Auf einem Teilstück bleibt der Rasenmäher draußen. Denn dort haben sich Orchideen ausgebreitet – Knabenkraut.

„Seit vielen Jahren kommen sie immer wieder“, sagt er. Doch in diesem Jahr seien es besonders viele, die momentan auch in voller Blüte stehen. Das Feld der Orchideen habe sich mit der Zeit etwas verlagert. Inzwischen sind einige Exemplare sogar schon zum Nachbargrundstück „übergesiedelt“ und dort mit einem Band eingezäunt, um sie zu schützen. Als Nachbarn gibt es nur einige Stockenten, die sich auf der nahen Dosse tummeln, gemächlich über die Wiese watscheln und bestenfalls einmal an den Erdbeeren im Garten knabbern, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Die Orchideen können also ungestört gedeihen.

Auf der Roten Liste

Das ist auch gut so. „Denn alle Orchideenarten stehen auf der sogenannten Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten“, sagt Biologin Gisela Flemming. Sie zählen zu den gefährdeten Arten und stehen deshalb unter Naturschutz. Das Vorkommen in Wittstock „ist wirklich sehr außergewöhnlich und etwas ganz Tolles“, sagt sie.

Eine bekannte Orchideenwiese gibt es in der Region ansonsten auch hinterm Campingplatz in Königsberg. Auch dort stehen die Pflanzen zurzeit in voller Blüte, berichtet Platz-Pächterin Lola Dannehl. Ähnlich wie in Horst Neumanns Garten in Wittstock verändere sich das Feld jedes Jahr – mal sind es mehr, mal weniger Pflanzen, mal sind bestimmte Flecken stärker bewachsen, mal schwächer. „In diesem Jahr sind es sehr viele, die immer um Pfingsten herum blühen“, sagt Lola Dannehl. Obwohl die Orchideen geschützt sind, sei es schon vorgekommen, dass mancher Gartenfreund das eine oder andere Exemplar ausgrub, um es am heimischen Teich wieder anzusiedeln. „Aber das klappt nicht. Orchideen suchen sich ihre Plätze selbst aus.“

Von Björn Wagener

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