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Eine Woche Kubaflair im Kino

Wittstock Eine Woche Kubaflair im Kino

Am Dienstag ist im Kino „Astoria“ die 7. Wittstocker Filmwoche eröffnet worden. In diesem Jahr dreht sich alles um die Karibikinsel Kuba – mit all ihren Vorzügen und Gegensätzen. Zur Eröffnungsveranstaltung war auch der Kulturattaché der kubanischen Botschaft, Juan Para Fellové, nach Wittstock gekommen, um für sein Land zu werben.

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Auch das Kinofoyer ist kubanisch geschmückt. Vor dem Kino wird regelmäßig ein roter Teppich für die Gäste ausgerollt.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Heiße Salsarhythmen, Rum mit Cola und Straßenkreuzer aus längst vergangenen Tagen – vieles, was man heute mit Kuba verbinden würde, gab es am Dienstagabend im Kino „Astoria“ bei der Eröffnung der 7. Wittstocker Filmwoche. Dieses Jahr dreht sich bei der Veranstaltungsreihe alles um die karibische Insel.

Auch das Kinofoyer ist kubanisch geschmückt

Auch das Kinofoyer ist kubanisch geschmückt. Vor dem Kino wird regelmäßig ein roter Teppich für die Gäste ausgerollt.

Quelle: Christian Bark

„Ich erinnere mich gut an die kubanischen Gastarbeiter im OTB zu DDR-Zeiten“, schilderte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann bei der Eröffnungsrede seine ersten Berührungspunkte mit Kuba. Und auch so mancher Kinogast hatte am Dienstag seine ganz eigenen Erinnerungen an den ehemaligen sozialistischen Bruderstaat. Moderator Günter Lutz verwies zum Beispiel auf den Jugendclub in der Steinstraße, der ab 1983 den Namen des kubanischen Revolutionsführers Che Guevara trug.

Jörg Gehrmann dankte vor allem dem Kino, ohne das die Filmwoche und so manche andere Kulturveranstaltung in Wittstock nicht möglich wären. Möglich wäre die Filmwoche auch nicht ohne den Mitinitiator Eberhard Albert, der sich am Dienstag stolz darüber zeigte, dass die Veranstaltungsreihe nun schon im siebten Jahr besteht. „Wir machen auch die kommenden Jahre weiter, immer mit anderen spannenden Themen“, kündigte er an.

Eberhard Albert kündigte eine Fortsetzung der Filmwoche im kommenden Jahr an

Eberhard Albert kündigte eine Fortsetzung der Filmwoche im kommenden Jahr an.

Quelle: Christian Bark

Eberhard Albert war es auch zu verdanken, dass am Eröffnungsabend der Kulturattaché aus der kubanischen Botschaft in Berlin, Juan Parra Fellové, nach Wittstock gekommen war. Albert hatte spontan in der Botschaft angefragt und habe sofort positive Rückmeldung erhalten. „Dass es diese Filmwoche gibt, ist auch eine Anerkennung für unser Land und unsere Filmindustrie“, sagte Juan Parra Fellové. In Wittstock baue man so eine Brücke zu dem immer noch sozialistischen Land auf, während man in Washington dabei sei, die Handelsblockade gegen Kuba weiter zu verschärfen. Das Embargo wirke sich auch auf die Filmbranche des Inselstaates aus. „Den Mangel an Material machen wir aber durch ein enormes menschliches Potenzial wieder wett“, betonte der Kulturattaché.

Jörg Gehrmann (l) lobte das Kino als Ort der Kultur in Wittstock

Jörg Gehrmann (l.) lobte das Kino als Ort der Kultur in Wittstock.

Quelle: Christian Bark

Welches künstlerische Potenzial gerade in den jungen Kubanern schlummert, zeigte an dem Abend der Eröffnungsfilm „Conducta – Wir werden sein wie Che“. Das preisgekrönte Drama handelte von einer Lehrerin, die sich aufopferungsvoll um ihre Schüler kümmerte. Diese kamen zumeist aus schwierigen familiären Verhaltnissen. Bei ihrer Hilfe für die Kinder musste die Lehrerin immer wieder staatliche Hürden überwinden, sich mit Behörden und Verordnungen auseinandersetzen. Der Film war gewisser Weise ein Abbild der kubanischen Gesellschaft. Er thematisierte zwar die eingangs erwähnten Klischees wie Oldtimer, Tanz und kubanische Lebensfreude, blickte aber auch kritisch auf den sozialistischen Staat und die Perspektivlosigkeit vieler Kubaner in einem Land, das durch Handelsembargos wirtschaftlich stark eingeschränkt ist.

Vom Film „Conducta“ waren viele Zuschauer beeindruckt

Vom Film „Conducta“ waren viele Zuschauer beeindruckt.

Quelle: Christian Bark

„Der Film war großartig, ich war zum Teil zu Tränen gerührt“, sagte Petra Puls aus Jabel nach der Vorstellung im kubanisch geschmückten Foyer des Kinos. „Ich habe den Film heute auch das erste Mal gesehen und war beeindruckt“, sagte auch Kinobetreiberin Viola Terzijska. Die deutschen Untertitel hätten sie nicht gestört, die schauspielerische Leistung der Kinder besonders überzeugt. „Solche tollen Filme gibt es jetzt die ganze Woche“, animierte sie die Wittstocker dazu, ins Kino zu kommen. Mit der Filmwoche wolle das „Astoria“ immer wieder auf sein Programm aufmerksam machen.

Am heutigen Donnerstag wird ab 18 Uhr der Film „Una Noche – Eine Nacht in Havanna“ gezeigt. Darin geht es um zwei jugendliche Zwillinge, die in Havanna eine waghalsige Flucht nach Amerika planen.

Von Christian Bark

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