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Ostprignitz-Ruppin Eine gelungene Premiere
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eine gelungene Premiere
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00:23 09.12.2015
Gemütlicher Weihnachtsmarkt in der Kirche Krangen. Quelle: Peter Geisler
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Krangen

Die Glocken der Krangener Schinkelkirche waren am Sonnabend weithin zu hören. Sie riefen an diesem Tag zu einem besonderen Ereignis – dem ersten Weihnachtsmarkt im Zentrum des Rundangerdorfs. Kesselgulasch dampft über dem offenen Feuer, unter Trommel- und Dudelsackklängen ziehen Männer und Frauen in historischen Gewändern in die Dorfkirche ein, hinter deren Türen sich der Advent versteckt hat. Über bunten Verkaufsständen im Kirchenschiff schwebt ein leuchtender Stern und der große grüne Kranz. Kerzen verströmen warmes Licht, unter der großen Tanne steht die Krippe bereit und weihnachtliche Weisen erklingen – gesungen oder gespielt auf verschiedenen Instrumenten von den beiden Musikern der Band „Prignitz Folk“.

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Das Gelände vor der Kirche in Krangen mutet an wie ein Mittelalterlicher Markt, im Gebäude gibt es Kunsthandwerk, Musik, eine Märchenerzählerin, Knecht Ruprecht und den Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmarkt in Krangen hat eine ganz eigene Atmosphäre.

Hier ist die Welt noch heil, möchte man meinen - keine Dauerbeschallung mit „White Christmas“, kaum elektrisches Licht, keine blinkenden Rundumlichter. In der Orgel, die leider nur noch aus dem Gehäuse besteht, lassen sich Kinder von einer Märchenerzählerin fesseln. Mit Geschichten und Liedern, handgemachter Musik und selbst gebastelten Sternen wollen die Veranstalter die Vorfreude auf das bevorstehende Fest wecken. Gute Geschenke kommen von Herzen, vor allem, wenn sie handgemacht sind. Vieles, was hier angeboten wird, ist in mühevoller Handarbeit entstanden. Hölzerne Küchengeräte, Stühle, Kleidung, Geschnitztes, Keramik, Klöppelspitzen, Schmuck und Bilder, Bienenwachskerzen, Wollsocken und Gefilztes. Auch unsere Vorfahren währen auf diesem Markt sicher fündig geworden, auf der Suche nach einem Geschenk. Josephine Graap liebt es, in der Weihnachtszeit zu basteln. In den vergangenen drei Wochen hat die Architekturstudentin viele Nachtschichten eingelegt, um hier in Krangen selbst gefertigten Weihnachtsschmuck verkaufen zu können. „Wenn ich von der Uni nach Hause gekommen bin, hab ich oft noch bis Mitternacht gebastelt“, sagt sie. Auch die 14-jährige Antonia hat die Abende genutzt, um Sterne zu falten – beim Fernsehen oder beim Lernen. Bis ein Stern aus kostbarem Papier fertig ist, vergehen schon ein bis zwei Stunden.

Ein Duft von Rostbratwurst, Holzfeuer und Glühwein zieht durch Krangen und immer mehr Menschen kommen in die Kirche und zwängen sich zwischen den Ständen auf der Empore hindurch - an die 1000 Besucher, schätzt Thomas Graap, der Vorsitzende des Fördervereins. Die Besucher sind begeistert von der Krangener Weihnachtspremiere. Noch zu Beginn des Jahres ahnte niemand etwas von der Idee, ein derartiges Experiment zu wagen. „Im Frühjahr hat uns Rosita Wernicke damit überrollt“, sagt Thomas Graap. Im Laufe des Jahres nahm der Plan konkrete Formen an. Mit Manuela Knuth an ihrer Seite erarbeitete die Schatzmeisterin des Fördervereins ein Konzept aus und schnell fanden sich Freiwillige, die das Projekt unterstützen. Bereits in den vergangenen Jahren sammelte der Verein, der sich vor fünf Jahren gründete, Geld für die Sanierung der Kirche bei Konzerten, Kinoveranstaltungen und Lesungen. Auch für das kommende Jahr sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. „Ganz sicher wird es wieder einen Weihnachtsmarkt geben“, sagt der Vereinschef strahlend. Dann vielleicht schon in einer beheizten Kirche.

Von Cornelia Felsch

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