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Eine riesige Backstube

Wernikow Eine riesige Backstube

Vom Empfang der Tour de Prignitz bis zum Engagement für den Bau des neuen Kirchturmes: Der Heimatverein „Alte Schule“ in Wernikow hat viel fürs Dorf erreicht. Im Jahr 2003 wurde er gegründet.

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Vereinsfrau Christina Tißen dokumentiert in Büchern und Kalendern mit Fotografien den Wandel und die Veranstaltungen im Dorf.

Quelle: Privat

Wernikow. „Kurz vor der Tour de Prignitz 2014 hat die ganze Dorfstraße wie eine Backstube gerochen“, erinnert sich die Vorsitzende des Wernikower Heimatvereins Petra Mauf: „Die Frauen aus dem Dorfverein haben damals mehrere Tausend Plätzchen in der Form unseres Kirchturmes gebacken.“ Viele andere Aktionen hatten sich die Wernikower einfallen lassen. Der Erfolg hatte nicht lange auf sich warten lassen. Das Dorf Wernikow wurde als Pausenort der Tour de Prignitz mit dem Bestpreis geehrt und der Kirchturm prangt ebenfalls in neuer Größe.

Gegründet worden war der „Heimatverein Alte Schule“ bereits im Jahr 2003. Rund 40 Mitglieder fanden sich damals zusammen und nahmen bereits kurz darauf das erste große Projekt in Angriff: Sie sanierten die alte Schule zu einem Dorfzentrum. Kräftig zugepackt hatten alle: Wände raus, Decken runter, neue Wände rein, das meiste übernahmen die Vereinsmitglieder selbst. Nur für einige wenige Dinge wie die Installationen wurden Handwerksfirmen beauftragt. Die Schule strahlte schon bald in neuem Glanz: Im Erdgeschoss waren ein großer und ein kleiner Saal eingerichtet worden, Sanitäranlagen wurden ebenso eingebaut wie eine Küche.

Das historische Feuerwehrfahrzeug konnt im Dorf bleiben

Das historische Feuerwehrfahrzeug konnt im Dorf bleiben.

Quelle: Privat

„Hier ist Platz für Familienfeiern“, sagt Petra Mauf. Und für andere Veranstaltungen. So treffen sich einmal im Monat die Senioren der Kirchengemeinde im Saal, und auch für Jugendarbeit stehen die Räume zur Verfügung. „Leider finden die Jugendtreffen derzeit nur sehr sporadisch statt, weil die Betreuerin der Gemeinde schon sehr lange überwiegend krank ist“, sagt die Vereinsvorsitzende: „Und wir haben als Verein keine Möglichkeiten, das zu übernehmen.“

In vielerlei Hinsicht engagiert sich der Verein jedoch für das Leben im Dorf. Triebfeder waren seine Mitglieder für den aufwendigen Neubau des Kirchturmes, und auch die Idee, das Dorf zu einem Pilger-stopp zu entwickeln, stammt von dem heute noch 30 Köpfe zählenden Verein. „Einige junge Leute sind weggezogen“, erklärt Petra Mauf die niedrigere Mitgliederzahl. Dennoch eint der Verein auch andere Interessengruppen. Die Wernikower Landfrauen sind geschlossen dem Verein beigetreten und auch Wernikows Feuerwehrleute gehören ihm nun an. „Eigentlich sollte die Feuerwehr ihr altes Feuerwehrauto abgeben“, meint Petra Mauf: „Der Verein konnte dafür sorgen, dass es im Dorf bleiben kann.“ Das Fahrzeug von 1950 sei einzigartig – und nimmt immer noch regelmäßig an Festumzügen und ähnlichen Anlässen teil.

Waren der Kirchturmbau und der Tour-de-Prignitz-Empfang die größten Erfolge, widmen sich die Mitglieder jedoch auch den normalen Festtagen: dem Osterfeuer, dem Aufstellen des Weihnachtsbaumes, der Kuchenversorgung von Veranstaltungen:. Das nächste größere Projekt ist bereits in Arbeit: Die Außenanlagen der Kirche sollen hergerichtet werden. Dort soll unter anderem ein überdachter Picknickplatz geschaffen werden.

Von Claudia Bihler

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