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Ostprignitz-Ruppin Angeklagter will eine Therapie
Lokales Ostprignitz-Ruppin Angeklagter will eine Therapie
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00:21 05.08.2018
Die beiden 21 und 37 Jahre alten Angeklagten beim Prozessauftakt am Freitag, 18. Mai, mit ihren Verteidigern im Landgericht Neuruppin. Quelle: Reyk Grunow
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Radensleben

Mit Hausaufgaben entließ am Donnerstag der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann alle Prozessbeteiligten. Sie müssen bis zum nächsten Verhandlungstag mehrere Schriftstücke lesen wie Anlagen zur Auswertung der Handys beider Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft lastet den Angeklagten an, den 54-jährigen Jörg S. am 22. August vorigen Jahres in Radensleben getötet zu haben.

Eine Tat, die ihresgleichen sucht

Dafür müssen sich der 37-jährige Renee G. und der 21-jährige Steve Z. seit Mai vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Die Tat, die ihnen vorgeworfen wird, sucht ihresgleichen: Mit 72 Stichen wurde Jörg S. getötet.

Das Opfer, als „sympathischer und gesprächiger“ Mann beschrieben, lebte im Seniorenwohnpark Radensleben. Wie eine Mitarbeiterin der Einrichtung sagte, kam Jörg S. „trocken zu uns. Das blieb aber nicht lange so.“ In Renee G., der seine Wohnung gegenüber des Seniorenwohnparks hatte, fand er einen Gleichgesinnten. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, tranken zusammen Alkohol. Immer mit dabei Steve Z., den Renee G. bei der Ableistung von Sozialstunden kennengelernt hatte und den viel Jüngeren seitdem unter seine Fittiche genommen hatte. Keine gute Allianz, wie sie spätestens bei der Tat zeigte, die sich die beiden wechselseitig anlasten.

Wechselseitige Schuldzuweisungen

Am Abend des 22. August wurde Jörg S. umgebracht. Wer die treibende Kraft war? Glaubt man Renee G. , war es sein junger Freund. Er selbst gab zu, das spätere Opfer mit der Faust und einem Topf geschlagen zu haben, aber das Zimmer verlassen zu haben, bevor die Situation endgültig eskalierte. Als er am nächsten Morgen aufwachte, war Jörg S. tot. Er habe dann beim Saubermachen und später beim Verstecken der Leiche in einer blauen Mülltonne geholfen.

Der so belastete Steve Z. dagegen beschuldigte den väterlichen Freund, in seiner Abwesenheit vielmals auf Jörg S. eingestochen zu haben. Er selbst habe dem Opfer lediglich zweimal in die Schulter gestochen.

„Renee war der Bestimmer“, hatte ein Zeuge vor Gericht ausgesagt. Der hatten die beiden Angeklagten immer stark alkoholisiert und bekifft erlebt. Die Betreuerin von Steve Z. dagegen hat bei ihrem Schützling nie einen Alkohol- oder Drogenkonsum festgestellt, wohl aber ein hohes Aggressionspotenzial. „Er hat auch schon mal eine Tür eingetreten, wenn ihm etwas nicht passte“, sagte sie. Ihrem Eindruck zufolge war er aber ruhiger geworden.

In einem Wutanfall Sachen zertreten

Das konnte man von Renee G. wohl nicht sagen. Er soll in einem Wutanfall den Fernseher und die Spielkonsole seines jüngeren Freundes zertreten haben.

Dass Renee G. eigenen Angaben nach ein massives Drogenproblem hat, ist ihm wohl bewusst. „Ich will mir helfen lassen“, sagte er am Donnerstag. Im Gefängnis sei ihm dringend zu einer Behandlung geraten worden. „Durch die Drogen habe ich ein psychisches Problem. Ich brauche eine Therapie.“ Nun sei seine Sorge, dass der psychiatrische Sachverständige das anders sehe. Das will Renee G. aus dem vorläufigen Gutachten ersehen haben. Demnach komme eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nicht infrage, sagte der Angeklagte.

Dazu äußerte sich das Gericht nicht. Der psychiatrische Gutachter Alexander Böhle wird am nächsten Verhandlungstag, 15. August, sein Gutachten erstatten.

Von Dagmar Simons

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