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Einer geht noch: Markus Krebs in Neuruppin

Witze vom Stammtisch Einer geht noch: Markus Krebs in Neuruppin

Er war schon in der Schule der Witze-Erzähler. Markus Krebs hat einige Berufe hinter sich, war Gastronom und Baumarktleiter. Irgendwann gewann das komödiantische Talent die Oberhand – 2011 gewann er den RTL Comedy Grand Prix. Seither tourt er durch die Republik und reißt seine nicht immer jugendfreien Witze vor Publikum: am Sonnabend in Neuruppin.

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Ruhrpott-Hocker-Rocker: Mit seinen Witzen gewann Markus Krebs 2011 den RTL-Comedy-Grand-Prix.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Rock’n Roll aus der Box. Auftritt Markus Krebs. „Zugabe“, witzelt einer aus dem Publikum. „Vielen Dank, ihr wart ein wunderbares Publikum“, kontert der Comedian wie aus der Pistole geschossen. Und legt gleich nach: „Kommt ’n Mann in die Apotheke und verlangt Zyankali. ’Das kann ich Ihnen nicht einfach so geben’, erwidert der Apotheker. Der Mann legt ein Foto seiner Frau auf den Tisch. „Ach so, Sie haben ein Rezept’, meint der Apotheker.“ Sexistisch – klar. Und trotzdem: Schon hat er sie, die Neuruppiner. Und lässt sie auch nicht mehr vom Bändel. Ein ums andere Mal wird der Saal – 420 Gäste sind am Sonnabend im Neuruppiner Stadtgarten – von kollektiven Lachsalven, Kreischern und Brüllern erschüttert.

Zuvor noch rasch die Regeln erläutert. Die wichtigste lautet: „Es gibt keine Botschaft heute Abend.“ Die zweitwichtigste: Er müsse ab und an zwischendurch einen Schluck Bier nehmen. „Sie dürfen dann gern applaudieren. Wenn meine Frau mir bei jedem Bier applaudiert hätte, wäre ich jetzt noch verheiratet“, zieht er sich selbst durch den Kakao. Und ist direkt im Thema Frauen. Marion, seine Erste, und er hätten sich nach einer Viertelstunde auseinandergelebt, berichtet er. „Küssen hat bei ihr geklungen, wie barfuß durch Sumpf waten“, erinnert er sich. Dann die Zeit der Suche. Markus Krebs demonstriert, wie er sich in den Grabsch-Clubs „so mit osmanischen Gang“ an die Frauen angeschlichen und sie angegraben habe a la: „Ey Puppe, weckste mich morgen um acht?“ Wen wundert’s, dass die Begehrte schlagfertig reagierte: „Ich bin nicht dein Typ – ich kann sehen.“ Bei der nächsten hat er mehr Glück – sie ist volltrunken. Das spielt Krebs sehr überzeugend. Es ist hörenswert, wenn er ins Mikro schnauft und atmet, komaträchtige Pausen einlegt und die Augen verklärt nach innen rollen lässt wie ein Schlafwandler auf Droge. Das Publikum windet sich zwischen Ekel und Gelächter. Fazit: Auch wenn man sich gegenseitig ankotzt, kann die Nacht zum Lustgewinn taugen.

Nicht nur am Stammtisch kommen Markus Krebs’ deftige Witze gut an

Nur heiraten sollte man nicht, mahnt der Duisburger. Dann fangen die Fragen an, wie „Wer liegt da zwischen uns, Schatz?“ und die Zeit gemeinsamen Schauens so grenzdebiler Filme wie „Ein unmoralisches Angebot“. „Wir reden hier von Robert Redford, nicht vom Grinch“, sagt er und warnt die Männer: „Wenn eure Frauen fragen, wie ihr reagieren würdet, dann sagt bloß nicht: Für dich ’ne Million? Ist der bescheuert?“

Warum er sein Programm Hocker-Rocker nennt? Keine Ahnung – der Hocker steht zwar auf der Bühne, aber Markus Krebs nimmt selten darauf Platz. Mit Sonnenbrille und der obligatorischen Wollmütze gibt er den Ruhrpott-Rocker, den harten Kerl mit coolem Kern, der in der Stammtischrunde punktet, weil er die meisten Witze kennt. Und dazu noch so trocken vorbringt, dass man sich ihnen kaum entziehen kann, auch wenn sie noch so flach, derb oder unter der Gürtellinie sind. Subtiler Humor ist seine Sache nicht – er setzt auf Masse, die Pointen sprudeln nur so aus ihm heraus. „Pass mal auf, pass mal auf“, setzt er immer wieder an und scheut dabei vor keinem Tabu zurück. Die F-Worte purzeln nur so – auch das jüngst von Böhmermann verwendete. Die Gäste dürfen in der Pause ihren Lieblingswitz vorschlagen, Krebs gibt vorab Inspirationen: „Der in Saarbrücken gewonnen hat, den kann ich gar nicht erzählen“, ulkt er. Und wie er kann: sehr, sehr zotig. Und warnt Neuruppin: „Keine rechte Scheiße. Und nix, was zu tief unter die Gürtellinie geht: Beispiel!“ Das folgt prompt.

Von Regine Buddeke

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