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Einsatz gegen Spinnerraupen verschoben

Gumtow Einsatz gegen Spinnerraupen verschoben

Die diesjährige Aktion gegen den Eichenprozessionsspinner verzögert sich um eine Woche. Grund sind die niedrigen Temperaturen der vergangenen Wochen: Die Eichen haben noch nicht weit genug ausgetrieben. Zu den Schwerpunkten der Bekämpfung zählen erneut die Gemeinde Gumtow und das Amt Neustadt.

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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Jahr 2015 in Kyritz.

Quelle: Matthias Anke

Gumtow. Zumindest im Landkreis Prignitz wird dem Eichenprozessionsspinner dieser Tage noch eine einwöchige Gnadenfrist gewährt. Ursprünglich wollten sowohl der Landkreis als auch der Landesbetrieb Straßenwesen und die Forstbehörden ab dieser Woche mit der Bekämpfung der Raupen beginnen.

Doch die haben schlicht Glück mit dem Wetter. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Kreisverwaltung Prignitz sind die Eichen noch nicht so weit, wie erwartet. Erst wenn die jungen Blätter so weit ausgetrieben sind, dass die Raupen sich auch ans Fressen machen, kann die Bekämpfung funktionieren.

Zum Einsatz kommt dabei seit Jahren das Mittel „Dipel ES“. Es wird in Wasser gelöst auf die befallenen Bäume gesprüht, wo die Raupen es beim Fressen mit aufnehmen. Grundlage des Präparates ist ein in der Natur weit verbreiteter Bazillus (Bacillus thuringiensis). Sowohl die von ihm produzierten speziell bei Insekten wirksamen Gifte als auch das Bakterium selbst werden seit Jahrzehnten zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt – auch im Ökolandbau.

In der Gemeinde Gumtow verzeichnet man seit den ersten Einsätzen vor etwa drei Jahren durchaus eine Besserung. „Es hat sich örtlich positiv ausgewirkt“, schätzt Detlef Störing, Amtsleiter bei der Gemeindeverwaltung, ein. „Aber das Problem generell ist noch nicht gelöst.“ Gut 100 Hekar stehen in der Gemeinde Gumtow in diesem Jahr auf dem Bekämpfungsplan.

Gesprüht wird auch aus der Luft

Gesprüht wird auch aus der Luft.

Quelle: Alexander Beckmann

Die Kosten für das Vorgehen gegen den Schädling sind erheblich. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin beispielsweise wurden im vergangenen Jahr rund 170 000 Euro ausgegeben, um hunderte Hektar und tausende Einzelbäume per Hubschrauber aus der Luft oder mit speziellen Sprühgeräten vom Boden aus zu behandeln. In der Prignitz dürfte es sich um eine vergleichbare Größenordnung handeln. Die Kommunen müssen jeweils ein Viertel der Kosten übernehmen.

Aber zumindest Detlef Störing in Gumtow ist überzeugt davon, dass der Aufwand nutzt. „Sonst würden wir es ja nicht machen.“ Dass sämtliche Eichen von dem Schädling befreit werden können, sei allerdings nicht zu erwarten – schon weil gar nicht alle befallenen Bäume behandelt werden können. „Es geht in erster Linie um die Abwehr von Gesundheitsgefahren“, sagt Störing. Deshalb konzentrieren sich die Raupeneinsätze auch in der Gemeinde Gumtow auf Eichen an Straßen und in bewohnten Gegenden. Die Brennhaare der Raupen lösen Hautreizungen, Entzündungen und allergische Reaktionen aus.

Die Kosten für das Sprühen sind erheblich.

Hubschrauber werden bei der Bekämpfung in deutlich geringerem Umfang zum Einsatz kommen als bisher. Nach wie vor lassen sich mit ihnen am effektivsten größere Flächen behandeln. Doch in bewohnten Gegenden hat sich längst das gezielte Sprühen von Fahrzeugen aus bewährt. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin beispielsweise setzt in diesem Jahr ganz auf diese Methode. Sie ist auch billiger. Die Forstbehörden und Straßenmeistereien bringen auch weiterhin Helikopter zum Einsatz.

Das verwendete Insektizid gilt zwar als unschädlich für Wirbeltiere und damit auch Menschen, unnötige Risiken will aber niemand eingehen. Die Gemeinde Gumtow hat ihre Bürger Anfang Mai per Allgemeinverfügung über Verhaltensempfehlungen informiert. Betroffen ist faktisch das gesamte Gemeindegebiet. Hier wird es ab nächster Woche punktuell zu Einsätzen kommen. Die genauen Orte und Termine (wetterabhängig) will die Gemeindeverwaltung kurzfristig auf ihrer Internetseite (www.gemeindegumtow.de) bekanntgeben. Generell gilt dabei, dass während des Einsatzes Türen und Fenster geschlossen werden sollten. Die behandelten Flächen sind möglichst erst nach zwölf Stunden wieder zu betreten. Es kann zu vorübergehenden Straßensperrungen kommen.

Weiterer Schwerpunkt in Sachen Eichenprozessionsspinner ist in der Region Kyritz das Amt Neustadt: beispielsweise die Straßen zwischen Neustadt und Großderschau, Neustadt und Dreetz und bei Neuendorf. Betroffen sind zudem Flächen südlich von Zernitz, zwischen Roddahn und Neu Roddahn und südlich von Sieversdorf. Auch zwischen Tornow und Sechzehneichen (Stadt Kyritz) sowie an der B 5 bei Wusterhausen wird gesprüht.

Von Alexander Beckmann

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