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Ostprignitz-Ruppin Einsatz ohne Dank – Feuerwehrleute schwer enttäuscht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Einsatz ohne Dank – Feuerwehrleute schwer enttäuscht
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00:19 24.12.2017
Nur in speziellen Anzügen hatten sich die Retter im August dem undichten Chemielaster nähern können. Quelle: Julian Stähle
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Dabergotz

Es war der größte Feuerwehreinsatz seit Jahren in der Region: Rund 350  Leute aus vier Landkreisen sowie aus Mecklenburg-Vorpommern waren im August im Einsatz, um die Folgen des Chemieunfalls auf der A 24 an der Raststätte Walsleben möglichst gering zu halten – schließlich lief aus immer noch ungeklärten Gründen hochgiftig Salpetersäure aus einem von zwei Tanks eines Gefahrguttransportes aus. „Die freiwilligen Kräfte haben hervorragende Arbeit geleistet und konnten dadurch ein größeres Unglück verhindern“, sagt Sebastian Giesert, der Amtswehrführer im Amt Temnitz.

„Nur das Land hat sich nicht blicken lassen“

Ganz zufrieden sind die Feuerwehrleute um Giesert dennoch nicht. Zwar gab es nach dem Einsatz, bei dem eine 29-jährige Feuerwehrfrau aus Wittstock schwer verletzt wurde, viel Lob und Anerkennung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. „Nur das Land hat sich nicht blicken lassen“, sagte Sebastian Giesert am Mittwochabend beim Amtsausschuss. „Das ist traurig“, fand Johannes Oblaski, Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell. Auch Susanne Dorn, die Chefin des Amtes Temnitz, war enttäuscht. „Ich hätte mich über einen Brief vom Land gefreut und den Dank gern an meine Feuerwehrleute weitergegeben.“ Susanne Dorn war fast die gesamte Zeit während des knapp 24-stündigen Einsatzes an der Autobahn vor Ort.

Walsleben, 14. August 2017: Auf dem Rastplatz Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) entdeckt der Fahrer ein Leck in seinem Fahrzeug. Der Laster hatte Salpetersäure geladen, ein Tank wurde beschädigt. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus.

Ingo Decker, der Sprecher des Innenministeriums in Potsdam, zeigte sich am Donnerstag irritiert über die Kritik. „Das Innenministerium steht fest an der Seite der Polizei, der Feuerwehr und des THW“, versicherte er. Da hätte sich das Land „nichts vorzuwerfen“. Warum das Ministerium nach dem Einsatz auf der A 24 nicht mal an ein Dankeschreiben für die Einsatzkräfte gedacht hat, konnte Ingo Decker nicht sagen. „Wir nehmen die Kritik zu Kenntnis“, sagte der Ministeriumssprecher lediglich.

Von Misthaufenbrand bis zum Chemieunfall

Die 225 aktiven Feuerwehrleute im Amt Temnitz wurden in diesem Jahr nicht nur wegen des Chemieunfalls auf der A 24 um Hilfe gerufen, sondern insgesamt zu 93 Einsätzen. In den meisten Fällen handelte es sich dabei laut Amtsbrandmeister Giesert um sogenannte technische Hilfeleistungen, also um Einsätze bei Autounfällen sowie um das Öffnen von Türen in Notfällen. Jedoch hatten Mitte Juni auch 81 Feuerwehrleute ausrücken müssen, um einen Dachstuhlbrand in Kränzlin zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf das direkt angrenzende Nachbarhaus zu verhindern. „Auch das wird uns sicher noch in Erinnerung bleiben“, so Giesert.

Das gilt ebenfalls für einen Misthaufenbrand in Dabergotz. „Es ist ärgerlich, wenn man wegen so einer vermeidbaren Sache ausrücken muss“, sagte der Amtsbrandmeister. Zufrieden zeigte sich Giesert darüber, dass die Zahl der Feuerwehrleute im Amt Temnitz seit nunmehr drei Jahren recht stabil ist. Neben den 225 aktiven Brandschützer gibt es 74 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie 100 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung.

Von Andreas Vogel

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