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Einst herrschaftlich, jetzt Schimmelbude

Mechow Einst herrschaftlich, jetzt Schimmelbude

Mechows Gutshaus wurde noch bis vor einer Weile von der Gemeinde für verschiedene Anlässe genutzt. Weil sich sein Zustand aber nicht nur baulich verschlechterte, sondern Schimmelbildung auch eine gesundheitliche Gefahr darstellt, ist es geschlossen. Die Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümerin beabsichtigt jetzt den Verkauf und hofft auf eine das Gebäude rettende Sanierung.

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Das Mechower Gutshaus wird jetzt nicht mehr genutzt.

Quelle: Anja Schael

Mechow. Einen Tag für Tag immer traurigeren Anblick bietet das Mechower Gutshaus. Es bröckelt vor sich hin – und wird seit einiger Zeit nun gar nicht mehr genutzt.

Für Ortsvorsteherin Petra Höger ist das alte Gebäude eine zweischneidige Sache: „Ich bin total dankbar, dass ich die Räume für Gemeindeaktivitäten bis zuletzt nutzen konnte. Aber in dem Zustand, wie das Gutshaus jetzt ist, kann ich keine Leute mehr reinlassen.“ Nachdem massiver Schimmelbefall im Inneren eine weitere Raumnutzung aus gesundheitlichen Gründen unmöglich machte, treten nun auch an der Fassade immer deutlicher sichtbare Schäden zutage. Mehrere Risse im Putz ziehen sich an verschiedenen Stellen bis unter das Dach. An anderen Stellen ist der Putz bereits großflächig abgefallen und legt das Mauerwerk frei. Wegen der kaputten Regenentwässerung steht laut Petra Höger der Keller regelmäßig unter Wasser.

Das Haus erlebte schon etliche verschiedene Nutzungen

Dieses neben der Kirche zentrale Gebäude des Dorfes wurde zuletzt zu DDR-Zeiten umfassend saniert. Damals erhielt es moderne Fenster. Maurerarbeiten an der Straßenseite veränderten das äußere Erscheinungsbild des Gutshauses stark.

Seinen Ursprung hat das Gebäude wohl in den Jahren zwischen 1880 und 1900. Es ist wohl auf die Familie von Platen zurückzuführen.

Auf vielerlei Arten wurde das Gutshaus nach dem Zweiten Weltkrieg dann genutzt: als Kindergarten, Konsum und zu Wohnzwecken. Vielen ist laut der Ortsvorsteherin auch noch die Arbeitsfördergesellschaft (AFG) in Erinnerung, die bis zum Jahr 2003 in dem Haus ansässig war. Anschließend wurde es für Gemeindefeierlichkeiten, Seniorenkaffeenachmittage oder Kinderveranstaltungen genutzt. Diese fanden regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Spielmobil statt. So konnten die Kinder besonders in der kalten Jahreszeit oder bei schlechtem Wetter in das Gutshaus ausweichen.

Die Schäden sind unübersehbar

Die Schäden sind unübersehbar.

Quelle: Anja Schael

Das alles aber ist aufgrund des schlechten baulichen Zustands jetzt eben nicht mehr möglich. Einzig der Strom und die Toiletten im Untergeschoss werden noch genutzt, wenn auf dem Platz hinter dem Gutshaus Feste stattfinden. Alles andere wäre laut Petra Höger zu gefährlich. Dabei hätte es sich laut ihr angeboten, dass Gutshaus als Dorfmittelpunkt zu erhalten: „Wenn wir hier unsere Feste feiern, könnten die Kinder gleich nebenan auf den Spielplatz gehen und müssten nicht bei den Erwachsenen rumsitzen“, sagt sie.

Auch Risse durchzeihen das Gebäude

Auch Risse durchzeihen das Gebäude.

Quelle: Anja Schael

Natürlich trafen sich im Mechower Gutshaus auch regelmäßig die Gemeindevertreter zu ihren Sitzungen, wie sich Petra Höger erinnert. Diese fanden und finden sechs bis sieben Mal im Jahr statt. Nun müssen sie auf das Vereinshaus des Kleintierzüchtervereins ausweichen oder sogar auf die privaten Räumlichkeiten der Ortsvorsteherin.

Dabei ist Petra Höger nicht die einzige, die das Gutshaus gerne mit Leben gefüllt hätte. Auch Gabriele Schuster von der Kyritzer Wohnungsbaugenossenschaft, der das Objekt gehört, bedauert den inzwischen zehn Jahre andauernden Leerstand. Gleichzeitig weist sie aber darauf hin, dass „ein Umbau in Wohneinheiten in Mechow keinen Sinn macht“. Es würden sich nicht genügend Mieter finden. Deshalb werde nun darüber nachgedacht, dass Gutshaus zu verkaufen in der Hoffnung, dass der zukünftige Eigentümer über genügend finanzielle Mittel verfügt, um die wichtigen, das Gebäude rettenden Sanierungsarbeiten vornehmen zu können.

Von Anja Schael

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