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Ostprignitz-Ruppin Einzigartig in Europa
Lokales Ostprignitz-Ruppin Einzigartig in Europa
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00:17 24.05.2017
Joost van der Velden mit einer Handmühle, die er von einem Besucher seines Museums geschenkt bekam. Quelle: Björn Wagener
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Kuhlmühle

Es ist einzigartig in Europa – und wer es erleben möchte, hat nur an drei Monaten im Jahr jeweils sonntags für vier Stunden Gelegenheit dazu: Das Handmühlenmuseum von Joost van der Velden in Kuhlmühle startete am Samstag mit Sekt und Kuchen in die neue Saison. Rund 700 Handmühlen aller Couleur, darunter historische Sehenswürdigkeiten aus dem 19. Jahrhundert, sind in einem einzigen Raum zu sehen – von der Gebets- über die Kaffee- bis zur Getreidemühle.

Seit rund sechseinhalb Jahren betreibt der 74-jährige Herr der Mühlen sein Museum und ist oft auf Märkten und im Internet auf der Suche nach besonderen Exemplaren aus aller Welt. „Außerdem habe ich eine große Familie“, sagt er, um deutlich zu machen, dass er breit aufgestellt ist, wenn es um Handmühlen geht. Jüngst habe er sogar eine historische Handmühle von einem Gast geschenkt bekommen, der zuvor das kleine Museum besucht hatte. Das gute Stück traf per Päckchen ein.

400 bis 600 Gäste pro Saison

Pro Saison kämen 400 bis 600Gäste in das exklusive Häuschen, das an seinem auffälligen neuen Schriftzug schon von der Straße aus gut zu erkennen ist. Einen Nachteil habe es allerdings, findet van der Velden: Wer die Sammlung mit Mühlen sehen möchte, muss eine Treppe bis ins Obergeschoss überwinden.

So sehr ihm die Maschinen fürs Zerkleinern am Herzen liegen, so sehr ist er aber auch ein Mann für das genaue Gegenteil – nämlich Vergrößerungen. Denn Joost van der Velden ist von Beruf Bildhauer und macht „Kunst für Künstler“, wie er sagt. Denn Künstler hätten heute längst nicht mehr genügend Zeit, um ihre Ideen handwerklich selbst umzusetzen. Da komme er ins Spiel. Van der Velden erledige verschiedenste Auftragsarbeiten – und zeigt einige Beispiele: von einem mächtigen hölzernen Bullen mit Buchrückendekor über Figuren, die kämpfende Menschen darstellen, bis zu einem Perserteppich aus Beton. Und immer wieder eindrucksvolle Vergrößerungen von Bildern oder Skulpturen, von denen mitunter nur kleine Vorlagen existierten. Am Ende werden daraus mitunter mehrere Meter große Nachbildungen.

Van der Velden stammt eigentlich aus dem Süden der Niederlande, lebt und arbeitet aber seit 1972 in Berlin. Seine Leidenschaft, das Handmühlenmuseum, sei schon wegen seiner Lage etwas Besonderes. „Handmühlen und Kuhlmühle, das passt doch.“ Außerdem bräuchten die Menschen ein Ziel, die sich in den Gemeindeteil von Dranse aufmachten. Und diese Aufgabe erfülle das Handmühlenmuseum.

Viel Wissenswertes vom Herrn der Handmühlen

Besucher dürfen auch gern mal das eine oder andere Stück in die Hand nehmen oder ausprobieren. Joost van der Velden kann zudem viel Wissenswertes zur Herkunft und zu Besonderheiten des jeweiligen Exemplares berichten. Einige französische Mühlen zum Beispiel haben ungewöhnliche kegelförmige Mahlwerke, andere bestechen durch ihre ungewöhnliche Form, wieder andere sind sehr klein.

Das Handmühlenmuseum in der Kuhlmühler Straße 15a ist von Juni bis August jeweils sonntags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Wer etwas Geld geben möchte, das in den Erwerb weiterer Mühlen investiert werden soll, darf das aber gern tun.

Von Björn Wagener

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