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Einziger Kyritzer Ehrenbürger ist kein Kyritzer

Auszeichnungen Einziger Kyritzer Ehrenbürger ist kein Kyritzer

Zwar gibt es so einige Menschen mit einer Ehrenbezeichnung oder einem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt. Doch einen lebenden Kyritzer, dem das explizite Ehrenbürgerrecht zugesprochen wurde, gibt es nicht mehr. Mit Wilhelm Lülf ändert sich das demnächst, obwohl er gar nicht aus Kyritz stammt. Doch vieles spricht für diesen Ex-Bürgermeister des nordrhein-westfälischen Werne.

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Wilhelm Lülf aus Werne wird Ehrenbürger von Kyritz

Quelle: WA

Kyritz. Zum ersten Mal nach langer Zeit wird einer Person demnächst das Kyritzer Ehrenbürgerrecht verliehen. Diese höchste Würdigung der Stadt erhält allerdings kein Bewohner aus dem Ort, sondern Wilhelm Lülf. Er ist der frühere Bürgermeister der Kyritzer Partnerstadt Werne in Nordrhein-Westfalen.

Nach Rathaus-Informationen gibt es schon seit langem keinen solchen lebenden Ehrenbürger mehr. Dass der heute 77-jährige Lülf dennoch die nötige Größe besitzt, dafür spreche vieles. So viel, dass die Kyritzer Stadtverordneten den von Bürgermeisterin Nora Görke eingereichten Vorschlag einstimmig befürworteten. Demnach soll Lülf beim großen Stadtfest am Sonnabend, 3. Oktober, das Ehrenbürgerrecht verliehen werden. Schließlich wird dann nicht nur der 25. Tag der deutschen Einheit gefeiert, sondern auch die nunmehr 25-jährige Städtepartnerschaft zwischen Kyritz und Werne. Dazu soll eine Delegation samt Wilhelm Lülf empfangen werden.

Vorab aber fahren erst mal einige Kyritzer nach Werne. Am 19. September erfolgt dort ein offizieller Festakt innerhalb der Werner Kulturwoche.

Unter den Stadtverordneten von Kyritz brachte es Peter Bittermann auf den Punkt, weshalb sich die Idee, Lülf zum Ehrenbürger zu machen, „ausdrücklich begrüßen“ lasse. „Ich war damals dabei, als der Vertrag unterzeichnet wurde. Man hat schon da gemerkt, dass die Werner diese Partnerschaft nicht einschlafen lassen“, sagte Bittermann.

Bundesverdienstkreuzträger und „Architekt des Modells Europa“

Lülf, als damaliger Werner Bürgermeister neben Jürgen Plagemann aus Kyritz der Unterzeichner der Verträge vom 24. März und 20. April 1990, erhält das Ehrenbürgerrecht jedoch nicht allein wegen seines Einsatzes für diese Städtepartnerschaft. Vielmehr ist es eine „besondere Aner­kennung für sein vielseitiges Engagement“, wie in der vom Rathaus dazu formulierten Erklärung informiert wird: „Wilhelm Lülf ist der Gründungsvater des Internationalen Clubs Werne, der am 8. Januar 1991 gegründet wurde. Er war dort Vorsitzender und ist immer noch aktives Mitglied des Vereins. Man nennt ihn auch ,Wernes Außenminister’. Da er Brücken von West nach Ost baute und mehrere Städtepartnerschaften voranbrachte, gilt er auch als Architekt des Modells Europa.“

Wilhelm Lülf wurde 1937 in Herford geboren und arbeitete zunächst im Bergbau. 1969 wurde er stellvertretender Bürgermeister der Stadt Werne und 1984 dann der Nachfolger von Bürgermeister Franzjosef Grube.

Neben etlichen Projekten ist der Name Lülf eng mit der Patenschaft für das Sozialinstitut im indischen Rourkela und eben auch dem Ausbau der Städte­partner­schaf­ten verbunden.

„Durch seine Kontaktpflege und Öffentlichkeitsarbeit hat Herr Lülf maßgeblich zur positiven Ent­wicklung der Partnerschaft zwischen Werne und Kyritz beigetragen. Dafür gebührt ihm ein ganz besonderer Dank“, heißt es seitens der Stadtverwaltung.

In gleicher Weise wurde der Altbürgermeister, der auch Träger des Bundesverdienstkreuzes ist, bereits zum Ehrenbürger in den Werner Partnerstädten Bailleul (Frankreich) und Wałcz (Polen) ernannt. Beide sind heute auch Partnerstädte wiederum von Kyritz: Bailleul seit 2012, wenngleich die Beziehungen dorthin schon länger bestanden – und zwar über Werne. Nach Wałcz, mit dem die Kyritzer seit 2006 verbunden sind, knüpften dafür dann auch die Werner Beziehungen – eben über Kyritz.

Aus der Ehrensatzung der Stadt

Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste städtische Würdigung für eine Person. In der Ehrensatzung heißt es: „Die Stadt Kyritz kann in Würdigung herausragender Verdienste von überregionaler Bedeutung das Ehrenbürgerrecht an Personen verleihen, die durch ihr öffentliches Wirken entscheidend die Entwicklung der Stadt beeinflusst und bleibende Verdienste um die Stadt erworben haben.“ Und weiter: „Ehrenbürger werden zu festlichen Veranstaltungen und Empfängen der Stadt als Ehrengäste eingeladen.“

Dem Ehrenbürgerrecht nachgelagert sind die Ehrenbucheintragung sowie die Ehrenbezeichnung.

Mit dem Ehrenbucheintrag würdigt die Stadt beispielsweise Einwohner, „die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit oder durch vorbildliches bürgerschaftliches Verhalten um die Stadt Kyritz verdient gemacht haben“ oder „die besondere Leistungen auf wissenschaftlichem, kulturellem, partnerschaftlichem, wirtschaftlichem, sozialem, karikativem oder sportlichem Gebiet aufzuweisen haben“ oder „die sich durch außerordentliche und vorbildliche Hilfeleistung bei der Rettung eines Menschen vor dem Tode oder bei der Verhütung erheblicher Schäden verdient gemacht haben“.

Eine Ehrenbezeichnung gibt es für Mitglieder kommunalpolitischer Gremien, die ihr Mandat insgesamt mindestens 20 Jahre ausgeübt haben.

Von Matthias Anke

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