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Ostprignitz-Ruppin Eltern protestieren gegen alten Schulhort
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eltern protestieren gegen alten Schulhort
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19:22 21.03.2017
Viele Fenster sind undicht und zugeschraubt. Eltern ärgern sich über das Haus, die Kinder weniger. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Schön ist der Zustand nicht. Die Treppenhäuser im Neuruppiner Hort Sonnenkinder an der Franz-Mehring-Straße wirken abgenutzt. Die Papptüren in dem alten Plattenbau stammen offensichtlich noch aus DDR-Zeiten, auch wenn die meisten bei späteren Renovierungen immerhin neu gestrichen wurden. Die letzte liegt einige Jahre zurück, wie man den Spuren an den Wänden ansieht. Fast alle Fenster sind so verschraubt, dass sich nur einzelne Flügel in jedem Raum öffnen lassen. „Die sind undicht“, erklärt Fred Müller vom Neuruppiner Bauamt. Vor den Kosten fürs Ersetzen aller Fenster in dem 80er-Jahre-Bau ist Neuruppin bisher zurückgeschreckt. Auch, weil unklar war, was aus dem Haus im sogenannten WK III einmal werden soll.

Zurzeit werden dort 170 Kinder aus dem Hort Sonnenkinder der benachbarten Karl-Liebknecht-Schule betreut. Sie ist mit 460 Mädchen und Jungen die größte Grundschule im Landkreis. Dass es einmal so viele Schüler werden, damit hatte die Stadt nicht gerechnet, als das Haus vor rund zehn Jahren umgebaut wurde. „Damals hatten wir so geplant, dass der Hort mit im Schulhaus Platz findet“, erinnert sich Sozialdezernent Thomas Fengler. Das geht schon lange nicht mehr; der Platz reicht hinten und vorne nicht.

Viel mehr Eltern schicken ihre Kinder in den Hort

Zum einen ist die Karl-Liebknecht-Schule inzwischen noch gefragter als früher. Zum anderen schicken immer mehr Eltern ihre Kinder nach dem Unterricht in den Hort. „Früher haben wir vielleicht 60 Prozent der Kinder betreut“, sagt Fengler. „Heute sind es manchmal fast 100 Prozent.“

Das alte Kita-Gebäude ist ein DDR-Typenbau aus Betonplatten. Das Haus wurde in den 80er Jahren als letzte große Kita im Wohnkomplex III errichtet. Quelle: Peter Geisler

Mit 249 Kindern ist der Hort Sonnenkinder der größte in Neuruppin. Um alle unterbringen zu können hatte die Stadt vor Jahren entschieden, einen Teil des Schulhortes in die alte und weitgehend ungenutzte Kita an der Franz-Mehring-Straße auszuquartieren. 70 Hortkinder werden im Schulhaus betreut, 170 in der Kita. Als Dauerlösung war das nicht gedacht; deshalb gab es auch keine Rundumsanierung des Hauses. „Wir müssen wirtschaftlich denken“, sagt Fred Müller vom Bauamt. Jedes Jahr steckt die Stadt rund 10 000 Euro in das Gebäude, mehr als die nötigsten Reparaturen sind da nicht drin. Die Kosten für eine Sanierung schätzt Müller vorsichtig auf zwei Millionen Euro.

„Die Kinder fühlen sich hier wohl. Sie haben hier eine schöne Kindheit“, versichert Hortleiterin Lena Herzog. Die Erzieherinnen tun alles, um das Beste aus den Räumen zu machen. Doch einigen Eltern ist das zu wenig. Sie sind nicht bereit, den Zustand des Hauses länger hinzunehmen. Am Montag schlugen Mütter im Hauptausschuss der Stadt Alarm. Der Zustand des Gebäudes sei unhaltbar, appellierte Stephanie Höppner an die Abgeordneten, endlich etwas zu tun: „Hier wird bewusst gegen Unfallverhütungs- und Arbeitschutzvorschriften verstoßen.“ Kinder könnten sich an Heizungsrohren verbrennen oder in den Abflüssen der Waschbecken verletzten, die alle keine Siebe oder Stöpsel haben. Auf eine Mängelliste von Eltern habe die Stadt bis heute nicht reagiert, ärgerte sich Stephanie Höppner.

Fred Müller vom Neuruppiner Bauamt (l.) und Sozialdezernent Thomas Fengler können die Kritik der Eltern sogar weitgehend verstehen. Quelle: Peter Geisler

Die Stadtverordneten gaben sich am Montag überrascht – erst recht, nachdem Sozialdezernent Fengler einräumte, dass der Zustand des Gebäudes im Rathaus durchaus bekannt ist. Warum wissen dann die Abgeordneten nichts?, wollten Michael Gayck (CDU) und Siegfried Wittkopf (Linke) wissen. „Das ist doch nicht erst seit gestern so“, echauffierte sich Wittkopf: „Warum wurde uns nie etwas in dieser Richtung gesagt? Wir können ja nicht jede Einrichtung selbst besuchen.“

Erst im Dezember hatten die Stadtverordneten den Entwurf der Schulentwicklungsplanung für Neuruppin beschlossen. Darin mahnt das Schulamt an, dass das Gebäude an der Franz-Mehring-Straße dringend saniert werden muss. Offenbar hat das aber nicht jeder Abgeordnete so gelesen.

Neue Pläne könnten das alte Gebäude überflüssig machen

Ohnehin ist diese Aussage überholt. Die Stadtverwaltung will im April im Sozialausschuss eine Lösung vorschlagen, die das Haus an der Franz-Mehring-Straße überflüssig machen würde. Demnach könnte im halb leer stehenden Gebäude der Fontaneschule eine neue Grundschule samt eigenem Hort entstehen (die MAZ berichtete). Dann hätte die Karl-Liebknecht-Schule bald weniger Kinder und ihr gesamter Hort würde wieder mit ins Schulhaus passen. Doch diesen Plan müssten die Stadtverordneten erst noch absegnen. Und selbst wenn sie zustimmen, würden etwa drei Jahre vergehen, bis das Haus in der Franz-Mehring-Straße wirklich nicht mehr gebraucht wird, sagt Thomas Fengler.

Von Reyk Grunow

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