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Eltern protestieren gegen dreckige Schulen

Neuruppin Eltern protestieren gegen dreckige Schulen

Seit Beginn des neuen Schuljahres arbeitet an Neuruppins Schulen eine neue Reinigungsfirma – seitdem stapeln sich in Neuruppins Rathaus die Beschwerden über schlecht oder gar nicht geputzte Räume, Turnhallen und Toiletten. Die Stadt hatte festgelegt, dass nur noch alle zwei Tage sauber gemacht wird statt täglich wie bisher. Aber nicht nur das sorgt für Ärger.

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In Neuruppins Schulen soll eigentlich nur noch alle zwei Tage sauber gemacht werden, doch anscheinend klappt oft nicht einmal das.

Quelle: dpa

Neuruppin. Wie sauber muss ein Klassenzimmer sein? Wie oft muss eine Schultoilette geputzt werden? Genügt es, den Flur alle zwei Tage zu fegen? Neuruppiner Eltern halten den Zustand an den Schulen der Fontanestadt jedenfalls gerade für untragbar. An nahezu allen Schulen der Stadt formiert sich Widerstand. Im Rathaus stapeln sich die Beschwerden gegen den Sparkurs der Stadt und gegen die Firma, die seit September die Schulen und Kindergärten sauber macht. Oder besser: sauber machen soll.

Eltern aus drei Schulen haben sich am Montag in der Stadtverordnetenversammlung beschwert. Zeitgleich haben Mütter und Väter am Schinkelgymnasium über die Gründung einer Elterninitiative beraten. Viele sind nicht länger bereit, die Situation hinzunehmen.

Die Stadtverwaltung hatte die Reinigung der Schulen neu ausgeschrieben. „Europaweit“, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott. Den Zuschlag bekam die Firma Stölting aus Gelsenkirchen mit einer Niederlassung in Berlin.

Stadt wollte bei der Reinigung der Schulen sparen

Schon vor der Ausschreibung war klar, dass Neuruppin bei der Reinigung sparen will. Die Kitas sollen weiter wie bisher jeden Tag geschrubbt werden, in den Schulen sollen die Putzkolonnen aber nur noch alle zwei Tage anrücken.

Doch die neue Firma putzt offenbar nicht nur seltener. Sie putzte dazu noch schlecht oder auch mal gar nicht, sagt Fred Müller vom Bauamt der Stadt jetzt ein. „Der Zustand in den Schulen ist eine Katastrophe“, findet Guido Neumann. Seine Kinder besuchen die Puschkinschule und in die Rosa-Luxemburg-Schule. An beiden sei die Lage ähnlich schlimm, ärgerte sich Neumann am Montag in der Stadtverordnetenversammlung. Dass nicht mehr täglich geputzt werden soll, hält er für falsch. Eine Mutter berichtete von einem Fall, in dem sich ein Kind in einen Papierkorb erbrochen hatte, der zwei Tage lang nicht aus dem Klassenzimmer entfernt worden sei.

Bürgermeister und Firma räumen Probleme ein

Bürgermeister Golde gibt zu, dass die Eltern sich zurecht ärgern: „Die Beschwerden sind berechtigt.“ Die Stadtverwaltung hofft aber, dass sich die Probleme in den Griff kriegen lassen. Davon geht auch Christian Klein aus, Vertriebsleiter der Firma Stölting in Berlin. „Es stimmt, wir hatten Anlaufschwierigkeiten“, räumt er ein.

In der Tat habe es Probleme gegeben, wenn er auch nicht jede Beschwerde nachvollziehen kann. Die Firma habe nahezu komplett neue Mitarbeiter einstellen müssen, sagt Klein. Die bisherigen seien nicht bereit gewesen unter den neuen Bedingungen für die Firma zu arbeiten, wie das eigentlich geplant war. Die neuen Mitarbeiter müssen erst eingearbeitet werden, das bringe einige Probleme.

So sauber wie früher werden die Schulen nicht mehr

Eines kündigt Christian Klein aber schon an: Auch künftig wird es in den Neuruppiner Schulen nicht so sauber sein wie früher. „Mit einer zweieinhalbfach Reinigung pro Woche schafft man nie dasselbe wie mit einer fünffachen“, sagt er: „Das geht gar nicht.“ Die Reduzierung war eine Vorgabe der Stadt. Die Folgen werden gerade im Winter zu sehen sein, so Klein.

Heute Abend beraten die Stadtverordneten über den Haushalt. Dort wird es noch einmal um die Reinigung der Schulen gehen. Nach dem aktuellen Vertrag zahlt die Stadt 170 000 Euro im Jahr dafür. Wenn mehr geputzt werden soll, dann muss dafür auch mehr Geld her, sagt Golde. Die Eltern wollen Druck machen. Am Montag, 7. November, um 18 Uhr treffen sie sich in der Aula des Schinkelgymnasiums, um die Initiative „Gesunde Schulen“ zu gründen.

Von Reyk Grunow

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