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Ostprignitz-Ruppin Eltern retten das Privatinternat in Neustadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eltern retten das Privatinternat in Neustadt
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21:14 09.12.2015
Das „Schloss Spiegelberg“ wird nahtlos weiterbetrieben. Quelle: Matthias Anke
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Neustadt

Vom Neustädter Projekt „Reiten in der Schule“ konnte womöglich großer Schaden abgewendet werden. Wie sich jetzt herausstellte, wäre wohl der Großteil der 25, mitunter aus dem gesamten Bundesgebiet stammenden und im bisherigen Privatinternat „Schloss Spiegelberg“ untergebrachten Reitschüler nicht in das benachbarte kommunale Heim „Mühle Spiegelberg“ umgezogen. „Viele Eltern wären dazu nicht bereit gewesen, andere Bedingungen als die bisher vertraglich vereinbarten zu akzeptieren“, sagt Martina Wolters als eine Vertreterin der Elternschaft. Demnach hätten sie ihre Kinder wohl lieber ganz aus dem Projekt genommen.

Doch dazu muss es nicht mehr kommen: Eine Elterninitiative hat sich formiert, die den Betrieb im „Schloss Spiegelberg“ nahtlos fortsetzen will. „Dazu wird eine gemeinnützige GmbH gegründet. Die Anteile daran soll ein Elternverein halten“, informiert Martina Hagemeier.

Beide Mütter, die aus dem niedersächsischen Wildeshausen und aus Berlin kommen, gehörten Anfang dieser Woche zu einem guten Dutzend Eltern, die dazu erst Gespräche mit dem Eigentümer und bisherigen Betreiber der Immobilie, der Zühlke Betriebsgesellschaft, und anschließend mit der Amtsverwaltung sowie dem Personal führten. Auch alle anderen Kinder und deren Eltern wurden daraufhin informiert. Im Ergebnis wird nun auch das Personal direkt übernommen.

„Wolfgang Zühlke und Jakob Waßmann waren uns gegenüber sehr kooperativ“, sagt Martina Hagemeier. Es sei ein langfristiger Mietvertrag aufgesetzt worden mit der Option, das Objekt über den Verein zu erwerben.

Zuschüsse für Internatsgebühren werden wieder bezahlt

Aber auch das Amt Neustadt habe Anteil an dieser „konstruktiven Lösung“. So sei seitens der Kommune in Aussicht gestellt worden, die Brandenburg-Zuschüsse für die Internatsgebühren auch wieder für Kinder zu bezahlen, die im Schloss untergebracht sind. „Wir halten das für ganz wichtig für ein gleichberechtigtes Miteinander der Internate“, sagt Martina Hagemeier. Der Zuschuss wird für Kinder, die aufgrund der intensiven sportlichen Ausbildung in Neustadt untergebracht werden müssen, von deren heimischen Landkreisen bezahlt. Dies muss laut der Elterninitiative „selbstverständlich unabhängig erfolgen, in welchem Objekt das Kind untergebracht ist“. Bis Anfang dieses Jahres klappte das ja schließlich auch. Die Amtsverwaltung erledigte die Formalitäten für das „Schloss Spiegelberg“ mit, da nur sie als Kommune dazu befähigt ist. Dann aber wurde dieser Service eingestellt. Die Zühlke-Betriebsgesellschaft sah sich auch vor diesem Hintergrund zunehmend einer Konkurrenz mit der Stadt ausgesetzt und entschied, sich aus dem Internatsgeschäft zurückzuziehen.

Für die Kinder ist der neue Elternverein wie ein Weihnachtsgeschenk, kam doch die Hiobsbotschaft, im Zweifelsfall noch vor den Feiertagen ins benachbarte kommunale Internat umziehen zu müssen, recht plötzlich. Denn zuletzt liebäugelte Neustadt selbst damit, den Betrieb zu übernehmen. Vorige Woche jedoch erklärte Amtsdirektor Dieter Fuchs die Verhandlungen für gescheitert. Es hieß, für das Amt seien rechtliche Folgen nicht absehbar, da Klagen wegen Zühlkes vorfristige Vertragsbeendigungen anstanden. Das Schuljahr endet schließlich nicht am 31. Dezember, sondern erst im Juli 2016. Die neue Lösung hat auch für die „Mühle Spiegelberg“ mit ihren 80 vorhandenen, aber nur 50 belegten Plätzen einen Vorteil: Sie wäre mit einem Umzug wohl aus allen Nähten geplatzt, behält so aber freie Kapazitäten für viele neue Schüler, die sich in den kommenden Jahren für „Reiten in der Schule“ entscheiden.

Von Matthias Anke

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