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Elterninitiative bringt Leben ins Dorf

Dabergotz Elterninitiative bringt Leben ins Dorf

Seit 2007  sorgt die Elterninitiave Dabergotz dafür, dass sich die Bewohner untereinander kennen. Ursprünglich wollte der Verein nur Veranstaltungen für Kinder auf die Beine stellen, auf denen sie sich kostenlos amüsieren können. Inzwischen organisiert die nur aus Frauen bestehende Initiative Feiern für das ganze Dorf. Der Erlös kommt wiederum den Kindern zugute.

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Die Elterninitiative verbreitet Stimmung und steckt alle mit an. Fotos (3)

Quelle: privat

Dabergotz. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, heißt es. In Dabergotz ist es umgekehrt. Dort haben elf Frauen das Zepter fest in der Hand, und die starken Männer im Rücken.

Aus einem Müttertreff entstand die Elterninitiative

Die Elterninitiative, die sich 2007 gründete, ist, aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Dabei hatten sich einige ursprünglich nur zusammengetan, um etwas für die Kinder im Ort auf die Beine zu stellen. Die Idee entstand, als mehrere Mütter, die zufällig gleichaltrige Kinder hatten, sich im Sommer auf dem Spielplatz trafen, das Kleine im Kinderwagen, das größere an der Hand. „Wir hatten jahrelang nichts miteinander zu tun“, sagt Vereinschefin Melanie Brüning. Nun hatten sie sich gefunden. Die neue Verbundenheit wollten sie nicht aufgeben, auch nicht, als der Herbst kam und die Spielplatzzeit vorbei war. Nicht aber die Müttertreffen. Das Interesse daran war groß, nur Räume gab es nicht. Der Jugendclub schien ihnen nicht für Kleinkinder geeignet. Geschlossen tauchten die Frauen bei einer Gemeindevertretersitzung auf und trugen ihr Anliegen vor – mit Erfolg. Der Jugendclub wurde renoviert. Und die Initiative legte los. Sie organisierte Veranstaltungen, bei denen vorrangig die Kinder ihren Spaß haben sollten, nicht nur wie sonst die Erwachsenen.

Keine Anonymität im Ort mehr

„Wenn wir auf einem Dorf wohnen, muss es doch möglich sein, etwas für die Kinder zu organisieren. Es kann doch nicht sein, dass das eigene Kind zu Hause vor Langeweile jammert und das Nachbarskind nicht kennt“, sagt Melanie Brüning. Dem haben sie und ihre Mitstreiterinnen Abhilfe geschaffen. Sie stellten bis vor zwei Jahren Feiern zum Kindertag auf die Beine, organisieren jedes Jahr eine Faschingsveranstaltung und ein Halloweenfest, bieten Weihnachtsbasteln an und mehr. Doch die anfängliche Begeisterung wich der Ernüchterung, dass, alles, was sie machen wollten, Geld kostete. So lud die Elterninitiative zur ersten Partynacht ein, die später zur Rocknacht wurde. Damit ist seit zwei Jahren Schluss. Zum einen war es eine reine Abendveranstaltung, auf der die Kinder, und die sind ja ihre Zielgruppe, nichts zu suchen hatten, zum anderen hatten sie immer schlechtes Wetter, wie Vereinschefin Brüning sagt.

Ein Erdbeerfest für Jung und Alt

So kamen die Frauen auf die Idee, ein Erdbeerfest zu feiern. Es gibt kein extra Kinderfest mehr: Das Erdbeerfest ist für jung und alt. Die Elterninitiative ordert dann zwei Hüpfburgen, eine für die Kleinen, eine für die Großen, damit jedem Streit aus dem Wege gegangen wird. Es gibt ein Kinderprogramm, den ganzen Nachmittag eine Bastelstrecke und Eis. Wichtig ist: Alles ist für Kinder kostenlos. Keiner soll zugucken, weil er es nicht bezahlen kann, lautet die Devise des Vereins. Mit dem Erlös der Veranstaltungen finanzieren sie unter anderem Nachhilfe, aber auch Musikstunden und Tanzunterricht.

Derzeit besteht offenbar kein Bedarf für Nachhilfe. Musikunterricht findet zurzeit nicht statt, weil sie keine Räumlichkeiten zu den Zeiten haben, zu denen der Lehrer kann. „Wir möchten gerne eine Tanzgruppe für Kinder und Jugendliche aufbauen“, sagt Melanie Brüning. Woran es nicht mangelt, ist die Resonanz auf ihre Aktivitäten. Seit zwei Jahren sind sie auch für die Rentnerweihnachtsfeier zuständig – und für den Frauentag für die Seniorinnen. Den feiern sie mittlerweile gemeinsam. Das war ursprünglich anders geplant. Erst sollten die Älteren feiern, sie dann anschließend. So der Plan. „Wir wollten uns etwas Gutes gönnen und hatten einen Stripper engagiert“, erzählt Melanie Brüning. Fest in dem Glauben, dass die Seniorinnen dann bereits zu Hause sind. Doch die Damen blieben sitzen und waren sichtlich angetan. Eine 80-Jährige forderte eine andere auf, „geh mal weg, ich kann nichts sehen“, erinnert sich Melanie Brüning mit einem Schmunzeln.

Die großen Profiteure sind die Kinder

Einmal im Jahr feiern die Mitglieder des Vereins alleine. Nach dem Kinderweihnachtsbasteln machen sie ihre Weihnachtsfeier. Das ist der Abschluss eines arbeitsreichen Jahres. Die Frauen treffen sich alle zwei Wochen , sammeln Idee, rechnen aus, was finanziell machbar ist und verteilen die Aufgaben. Jede macht das, was ihr am meisten liegt. Durch ihre Aktionen bekommen sie Geld in die Kasse. Davon profitieren die Kinder. Von dem, was der Verein im Laufe eines Jahres eingenommen hat, kauft er Weihnachtsgeschenke für den Jugendclub, die Kita und die Jugendfeuerwehr.

„Es kann nicht sein, dass wir in einem Dorf wohnen und kennen uns nicht“, sagt Melanie Brüning. Das hat sich durch die Elterninitiative grundlegend geändert.

Von Dagmar Simons

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