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Ostprignitz-Ruppin Ende einer Institution: Gasthaus „Paries“ schließt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ende einer Institution: Gasthaus „Paries“ schließt
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00:20 24.12.2017
Das Gasthaus Paries in Dabergotz Quelle: Peter Geisler
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Dabergotz

Seit klar ist, dass es Rosemarie Schofer diesmal ernst ist mit ihrem Abschied aus dem Gasthaus Paries, gibt es abends kaum noch einen freien Platz in dem Lokal. Jeder rund 600 Dabergotzer scheint sich seit Anfang Dezember persönlich mit einem Besuch bei der Wirtin verabschieden zu wollen. Der Grund: Das Gasthaus ist keine normale Dorfgaststätte, die zufällig an der Bundesstraße 167 und direkt an einer Ausfahrt der Autobahn 24 liegt. Das Lokal mit seinem großen Parkplatz ist vielmehr eine Institution und auch bei Fernfahrern beliebt, die auf ihrem Weg nach Hamburg, Berlin und Süddeutschland gern einen Stopp eingelegt haben, um sich mit einem deftigen Mahl für den Rest der Fahrt zu stärken. Das ist nun vorbei. Am Mittwoch hatte das „Paries“ offiziell zum letzten Mal geöffnet. Lediglich für Stammgäste will Rosemarie Schofer am Sonnabend, 30. Dezember, noch einmal die Türen zum Lokal aufmachen. „Es geht einfach nicht mehr. Die Gesundheit geht vor“, sagte die 67-Jährige am Donnerstag. „Mein Knie wird nicht mehr besser.“ Ihre Entscheidung, schon mehrmals angekündigt, ist diesmal endgültig.

Rosemarie Schofer hat 1968 begonnen, in dem Gasthaus ihrer Eltern zu arbeiten, das sich seit 1929 in Familienbesitz befindet und in dem sie bereits als Kind, das gerade laufen konnte, mit einem Tablett in der Hand herumspazierte. Seit 1997 war Rosemarie Schofer Chefin. Ihre Großmutter Jenny Paries hatte das Haus übernommen, das einst zum Dabergotzer Gut gehörte.

Ein Bild aus früheren Tagen. Ingeborg Paries, Rosemarie Schofer und Uta Müncho im Gasthaus Paries im Jahr 2009. Quelle: Peter Geisler

Sogar „Der Spiegel“ berichtete über das Gasthaus

Das Lokal hat eine Menge kurioser Geschichten erlebt. So verließen Mitte der 1970er Jahre russische Soldaten mit einer Art Rauchbombe das Gasthaus – wohl weil sie wegen der vielen Bauarbeiter, die die Autobahn Richtung Hamburg bauten, keinen Platz gefunden hatten. Die Gäste sprangen aus den Fenstern, um schnell wieder frische Luft atmen zu können.

Riesig groß war die Aufregung auch, als 1996 bei Arbeiten für den Parkplatz neben der Gaststätte eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde – denn auf dem Parkplatz stand ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein mit Gasflaschen beladener Lkw. Das gesamte Dorf musste seinerzeit aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.

Im vergangenen Jahr berichtete sogar das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über das Gasthaus Paries. Denn das Lokal diente monatelang als Treffpunkt für zwei ganz besondere Gäste: Heinz-Peter H., eigentlich Hauptkommissar beim Landeskriminalamt (LKA) von Mecklenburg-Vorpommern, und Christina W. Die Frau, die einst beim DDR-Staatsfernsehen arbeitete, hatte es auf Informationen des Polizisten abgesehen und war auch bereit, dafür eine Menge Geld zu zahlen. Insgesamt soll der Polizist durch den Verrat von Dienstgeheimnissen fast 300 000 Euro kassiert haben. H. wurde deshalb Ende Januar vom Landgericht Schwerin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, zudem wurden 100 000 Euro seines Vermögens eingezogen. W. muss für zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter.

Ein Makler sucht Käufer für das „Paries“

Ein Teil des Geldes, mit dem W. den Polizeibeamten bestochen hat, soll bei den Geheimtreffen in Dabergotz , die unter dem Decknamen „Kohlroulade“ liefen, in Briefumschlägen den Besitzer gewechselt haben. Rosemarie Schofer hat damals nichts davon bemerkt. Sie vermutete seinerzeit, dass es sich um einen Anwalt handelt, der etwas mit seiner Mandantin besprechen wollte.

Was aus dem Gasthaus Paries ab Januar wird, das ist unklar. Rosemarie Schofer hat sich an einen Makler gewandt und hofft, dass sich ein Käufer findet, der das Gasthaus weiter betreibt. „Der Saal ist schön“, sagt sie mit Tränen in den Augen.

Susanne Dorn, die Direktorin des Amtes Temnitz, und Thomas Voigt, der Chef des Amtsausschusses, bedankten sich am Mittwochabend bei Wirtin Rosermarie Schofer. Wo das Gremium künftig in Dabergotz tagen wird, ist noch unklar. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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