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Endgültiges Ja zum Siedlerhof

Papenbruch Endgültiges Ja zum Siedlerhof

Der Siedlerhof in Papenbruch behält auch weiterhin diesen Namen. Das legten die Heiligengraber Gemeindevertreter am Dienstagabend per Beschluss fest. Ricarda Rieck und Ulrich Thiel hatten dagegen protestiert, weil sie der Name an das stalinistische Unrechtsregime erinnere.

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Viele Gäste verfolgten die Sitzung, auf der die Namensfrage endgültig geklärt wurde.

Quelle: Björn Wagener

Wernikow/Papenbruch. Die dörfliche Begegnungsstätte Siedlerhof in Papenbruch wird auch künftig diesen Namen führen. Das beschlossen die Heiligengraber Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung am Dienstagabend in Wernikow. Die Miteigentümer des Hofes, Ricarda Rieck und Ulrich Thiel, hatten dagegen protestiert, weil dieser Name aus ihrer Sicht das stalinistische Unrechtsregime beschönige, unter dem Ricarda Riecks Großvater Walter, dem der Hof gehörte, zu leiden hatte. „Er wurde zu Unrecht beschuldigt, ein Nazi-Verbrecher zu sein, dann 1945 von den Sowjets enteignet und in Speziallager deportiert, wo er fünf Jahre verbrachte“, sagte sie am Mittwoch. Nach der Vertreibung der Familie hätten Flüchtlinge aus dem Osten, sogenannte Neuansiedler, den Hof bewirtschaftet. Dass sich der Name Siedlerhof deshalb im Volksmund bis heute gehalten habe, sei nicht zu ändern, aber dass diese Bezeichnung nun auch per Beschluss offiziell manifestiert wird und seine Rehabilitierung erhält, dafür hat Ricarda Rieck kein Verständnis. „Das gehört sich nicht. Es ist so daneben und respektlos. Damit wird unsere Familie verletzt, die seit 250 Jahren in Papenbruch verwurzelt ist“, sagt sie. Die Gemeinde tue sich mit dieser Entscheidung keinen Gefallen. Bereits im Dezember 2016 hatte Ricarda Rieck vor den Gemeindevertretern deutlich gemacht, dass sie die Bezeichnung Siedlerhof nicht akzeptieren könne.

Ortsbeirat und Einwohner mehrheitlich pro Siedlerhof

Anfang Februar hatte sich der Ortsbeirat zu dem Thema verständigt. Das Gremium stimmte für den Erhalt des Namens „Siedlerhof“. Grundlage war ein zuvor bei einer geheimen Abstimmung im Ort abgegebenes Einwohnervotum, das ebenfalls pro Siedlerhof endete. Laut der brandenburgischen Kommunalverfassung sei der Ortsbeirat jedoch nicht dazu berechtigt, darüber letztlich zu entscheiden, sagte Bürgermeister Holger Kippenhahn. Vielmehr müssten das die Gemeindevertreter tun. Deshalb stand die Angelegenheit am Dienstagabend auf der Tagesordnung der Sitzung.

Ein Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Holger Kippenhahn und Ricarda Rieck oder Ulrich Thiel blieb jedoch aus, weil die Betroffenen aus Papenbruch nicht anwesend waren. „Ich hätte gern die Diskussion geführt“, sagte Bürgermeister Holger Kippenhahn. Dafür hatte eine ganze Reihe von Papenbruchern im Gästebereich des Sitzungszimmers in der Alten Schule Platz genommen. Viele von ihnen trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Ich bin aus Papenbruch. Ich darf das.“ Das Wort ergriff niemand aus der Runde. Lediglich Ortsvorsteher Marcel Wildebrandt betonte, „dass es uns wichtig ist, dass es der Siedlerhof bleibt“.

Infotafel im Eingangsbereich angekündigt

Bürgermeister Kippenhahn kündigte an, dass eine öffentlichkeitswirksame Informationstafel im Eingangsbereich des Hofes angebracht werden solle, auf der die Geschichte des Hofes kurz skizziert wird. Der Text müsse zuvor inhaltlich zwischen Ricarda Rieck und Ulrich Thiel sowie dem Wittstocker Historiker Wolfgang Dost und der Gemeinde Heiligengrabe abgestimmt werden, sagte Kippenhahn. Auch der Ortsbeirat solle einbezogen werden. Kippenhahn betonte, dass die Gemeinde mit einer sachlichen Beschreibung der Historie mitgehen könne, eine politische Wertung aber ablehne. Darüber hinaus werde der Forderung Ricarda Riecks entsprochen und das Gemeindewappen an der kleinen Eingangstür entfernt. Die postalische Trennung der Begegnungsstätte vom privaten Hofteil sei bereits 2010 erfolgt, so Kippenhahn. Das Wohnhaus habe die Nummer 39, die Begegnungsstätte die 40.

Von Björn Wagener

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