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Endlich freie Fahrt in Neuruppin

Fast fünf Jahre Straßenbau Endlich freie Fahrt in Neuruppin

Nach viereinhalb Jahren ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Neuruppin von Treskow bis zur B 167 nun endlich beendet. Das Land hat Millionen in das Vorhaben gesteckt und unter anderem drei neue Kreisverkehre gebaut. Jetzt ist alles fertig – nächstes Jahr wird schon wieder gebaut.

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Ministerin Kathrin Schneider, Landrat Ralf Reinhardt (l.) und Bürgermeister Jens-Peter Golde gaben den Kreisel gestern frei.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Neuruppin. Viereinhalb Jahre hat es gedauert, aber jetzt ist das größte Bauvorhaben des Landes Brandenburg in Neuruppin endlich beendet: Der Ausbau der Landesstraße 16 von der Ortseinfahrt in Treskow vorbei an den Ruppiner Kliniken, durchs Neubaugebiet zur B 167 am Reiz ist seit Freitag offiziell abgeschlossen. Brandenburgs Bau- und Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat am Vormittag den neuen Kreisverkehr an der Fehrbelliner Straße offiziell freigegeben. Er war der letzte Teil auf der 4,73 Kilometer langen Strecke, der noch gefehlt hat.

Knapp zwölf Millionen Euro hat der Ausbau der Ortsdurchfahrt seit Juni 2011 gekostet, rechnete Kathrin Schneider am Freitag vor. Gut acht Millionen Euro davon hat das Land bezahlt, unter anderem mit sechs Millionen Euro Fördermitteln der Europäischen Union. Die Stadt Neuruppin hat 2,3 Millionen Euro in Nebenanlagen wie Gehwege und Beleuchtung gesteckt, die Neuruppiner Stadtwerke waren mit weiteren 1,4 Millionen Euro an dem Projekt beteiligt.

Gebracht hat das Ganze unter anderem drei neue Kreisverkehre in der Heinrich-Rau-Straße. Sämtliche Ampeln wurden dort durch einen Kreisel ersetzt. Die breiteren Fahrbahnen und der Mittelstreifen als Trennung sollen mehr Sicherheit bringen. Das gilt auch für die Radwege, die in der Heinrich-Rau-Straße jetzt auf der Fahrbahn verlaufen. Das sei zwar noch gewöhnungsbedürftig, räumte Neuruppins Baudezernent Arne Krohn ein. Nach Meinung vieler Experten sind diese Radwege aber sicherer als getrennte Streifen abseits der Fahrbahn. Kathrin Schneider: „Ich wünsche der Stadt, dass das, was wir uns in der Planung ausdenken, auch funktionieren möge.“

Parallel zum Kreisel an der Fehrbelliner Straße hat die Stadt dort auch eine kleine Stichstraße in Richtung See ausbauen lassen. Die Anwohner hatten sich bereiterklärt, die Kosten dafür zu übernehmen, nur deshalb war das möglich. Nachdem der Kreisverkehr seit Freitag freigegeben ist, wird die Umleitungsstrecke über das Gelände des benachbarten Skaterparks nun nicht mehr gebraucht. Sie soll demnächst verschwinden.

Durch diese Umfahrung war es möglich, dass Autos ohne größere Probleme an der Baustelle vorbei kamen. Bürgermeister Jens-Peter Golde lobte diese Lösung ausdrücklich.

Der Skaterpark soll wieder hergerichtet werden – die Kostenfrage ist indes noch offen

Der Skaterpark musste zwar weichen. Zusammen mit dem Landesstraßenbetrieb wollen die Neuruppiner ihn aber wieder aufbauen. Golde: „Und ich hoffe, dass wir den Skaterpark gemeinsam wieder so herrichten, dass er mindestens so gut wird wie vorher.“ Der Bürgermeister hatte das mehrfach zugesagt – wohl wissend, dass Neuruppin selbst kaum das Geld hat, den Skaterpark allein auf Vordermann zu bringen.

Ministerin Schneider hatte am Freitag noch zwei Fördermittelbescheide für Neuruppin im Gepäck: 70 000 Euro bekommt die Fontanestadt für kleinere Projekte im Förderprogramm Soziale Stadt, das vor allem für das Neubaugebiet gilt. Rund eine Million Euro gibt es als Zuschuss für den städtebaulichen Denkmalschutz, also vor allem für die Altstadt.

Für die hatten Bürgermeister Golde und Landrat Ralf Reinhardt noch einen dringenden Wunsch an das Land: Dass endlich etwas am miserablen Zustand der Straße des Friedens getan wird. Wenn schon nicht sofort, dann wenigstens bis zum Jahr 2019, wenn Neuruppin und das Land den 200. Geburtstag Fontanes feiern und in Wittstock die Landesgartenschau stattfindet. „Für Autofahrer ist das eine der schwierigsten Passagen und für die Anwohner eine der größten Belastungen“, appellierte der Landrat an die Ministerin, dem Landesstraßenbetrieb wenigstens die Planung der Straße zu gestatten. Zusagen machte Kathrin Schneider jedoch nicht: „Wenn ein Wunsch erfüllt ist, entstehen zwei neue.“

Fest steht dagegen, dass im nächsten Jahr an der Landesstraße wieder gebaut wird. Dann lässt das Land den maroden Kreisel an der Kreuzung von Heinrich-Rau- und Neustädter Straße neu bauen.

Von Reyk Grunow

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