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Endlich ganz privat

Neuruppins Bauhof verliert seine ältesten Mitarbeiter Endlich ganz privat

Jahrelang standen Peter Jakob und Edgar Kulinna in der Öffentlichkeit. Viele Neuruppiner kennen die beiden dienstältesten Mitarbeiter im Neuruppiner Stadtbauhof. Einer hat sich um die Verkehrsschilder gekümmert, der andere öffentliche Papierkörbe geleert. Jetzt gehen sie in den Ruhestand.

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Niemand kennt Neuruppins Verkehrsschilder so gut wie Peter Jakob.

Neuruppin. Wie sie diesen Verlust auffangen soll, kann Neuruppins Bauhofleiterin Simone Deter noch nicht sagen. Zwei ihrer verdientesten Mitarbeiter gehen heute in den Ruhestand – zwei Männer, die fast jeder in Neuruppin kennt, zumindest vom Sehen.

Wohl niemand in Neuruppin kennt sich mit den Straßenschildern in der Stadt und den Ortsteilen so gut aus wie Peter Jakob. Seit Jahren kümmert er sich vor allem darum, stellte Absperrungen auf, kratzte Aufkleber von alten Schildern, rückte Pfosten wieder gerade, wenn die jemand angefahren hatte.

Edgar Kulinna – hier beim Laubpusten

Edgar Kulinna – hier beim Laubpusten.

Quelle: Peter Geisler

Sein Kollege Edgar Kulinna kümmerte sich derweil um die Sauberkeit: Mit seinem kleinen Müllauto war er unermüdlich unterwegs, um einzusammeln, was die Neuruppiner hinterlassen haben – seit Jahren leert er die Papierkörbe der Stadt.

27 Mitarbeiter hat der Neuruppiner Stadtbauhof zurzeit, aber kein anderer ist länger dabei als Peter Jakob und Edgar Kulinna. Jakob hat 1983 bei der Stadt Neuruppin angefangen, Edgar Kulinna ist seit 1993 dabei. Mit einer kleinen Feier im Stadtbauhof wird Bürgermeister Jens-Peter Golde sie am Freitag verabschieden.

„Zwei Originale und Urgesteine gehen in den Ruhestand“, sagt Simone Deter. „Das sind wirklich tolle Mitarbeiter und Menschen.“ Die Chefin des Bauhofes ist voll des Lobes für ihre Kollegen. „Beide sind immer optimistisch und voll des Mutes“, sagt sie. Was nicht heißt, dass nicht jeder mal einen schlechten Tag hat und sich vielleicht auch der eine oder andere Bürger im Laufe der Jahre von einigen Bemerkungen auf den Schlips getreten fühlte. Für Simone Deter bleibt so etwas nicht aus: „Die beiden standen mit ihrer Arbeit schließlich immer im Blick der Öffentlichkeit.“ In der Regel war das ein freundlicher Blick.

Dienstbeginn ist, wenn die Straßen noch leer sind

Die Frauen und Männer vom Stadtbauhof beginnen mit ihrer Arbeit früh – früher als die meisten Menschen. Im Winter ist es noch dunkel, wenn Edgar Kulinna in sein Auto steigt und die ersten Papierkörbe ansteuert. Geklagt hat er darüber nie. Warum auch. „Ich hab es mir ja ausgesucht“, sagt er. So früh zu arbeiten hat einen Vorteil: Die Straßen sind noch leer. Auch wenn die orangefarbenen Fahrzeuge des Bauhofes schwer zu übersehen sind: Wenn die Stadt erst einmal richtig zum Leben erwacht ist, hilft den Männern auch die orangefarbene Warnleuchte auf dem Dach der Autos nur noch bedingt.

Was Simone Deter an Peter Jakob und Edgar Kulinna so besonders machte, kann sie schnell erklären: „Das persönliche und vertrauliche Verhältnis.“ Die beiden waren stets ehrlich und sie sagen, was sie meinen. Vorbehalte bleiben außen vor. Simone Deter erinnert sich noch an die Zeit, als sie im Stadtbauhof angefangen hat: „Die beiden haben mich hier so herzlich und ehrlich aufgenommen.“ Durchaus nicht normal in einer Zeit und einer Branche, in der junge Frauen eher skeptisch abgeschätzt wurden.

Die beiden Stellen von Peter Jakob und Edgar Kulinna wird der Bauhof wieder besetzen – allen Diskussion um die Aufträge der Stadt zum Trotz.

Von Reyk Grunow

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