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Enrico Güldner setzt Familientradition fort

Scharfenberg Enrico Güldner setzt Familientradition fort

Quer durch Deutschland und Europa zog Enrico Güldner. Dabei sammelte er Berufserfahrungen als Restaurantfachmann und bildete sich zum Meister fort. Auch als Barkeeper ist er gefragt. Nun setzt Güldner in seiner Pension in Scharfenberg auf regionale Produkte und damit neue Maßstäbe.

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Daniela und Enrico Güldner betreiben die Pension seit Anfang vergangenen Jahres.

Quelle: Christamaria Ruch

Scharfenberg. Die Kreuzfahrtschiffe auf den Flüssen schippern nach wie vor umher. Quer durch Österreich oder die Schweiz – auf diesen Routen heuerte Enrico Güldner bis vor wenigen Jahren an. Doch vor drei Jahren kehrte er in seine alte Heimat zurück. Der Restaurantmeister und Barkeeper hat den Anker in Scharfenberg geworfen.

„Jetzt ist alles anders“, sagt der 39-Jährige. Anders heißt vor allem, wieder sesshaft werden, das Familienleben mit der Arbeit eintakten und langfristige Bindungen eingehen. „Nach der Ausbildung zum Restaurantfachmann im niedersächsischen Hitzacker „war ich ohne Plan und zog quer durch Deutschland und Europa“, sagt Enrico Güldner. Damals wollte er sich nicht festlegen und binden – heute sind mit dem Hausbau Tatsachen geschaffen. Am 30. Juni brachte seine Frau Daniela ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt – ein Mädchen.

Ersten Jahre waren der Wahnsinn

Im Januar 2015 übernahm Enrico Güldner die Pension Sonnenwald in Scharfenberg. Damit setzt er in zweiter Familiengeneration das Unternehmen fort. Im November 1991 gingen seine Eltern Karl-Heinz und Cornelia Güldner mit der Pension an den Start. „Das erste Jahr war damals der reine Wahnsinn, denn so kurz nach der Wende gab es weit und breit kaum eine Finnlandsauna“, erinnert sich Enrico Güldner. Mitunter mussten Einweiser die Gäste zu den Parkplätzen auf dem Grundstück dirigieren – so groß war die Nachfrage.

Die Pension wandelt sich

Die Pension wandelt sich.

Quelle: Ruch

Bereits seit April 2014 ist er mit dem Cocktailpoint am Markt. Die hohe Kunst der Barschule lernte er im Rahmen von mehreren Kursen in Rostock kennen. „Ich bin gerne Barkeeper und daraus kann eine hohe Kunst werden“, sagt er. Vor allem Eigeninitiative und Kreativität sind dabei gefragt. Einen Cocktail widmet er sogar der Wittstockrose „Rosa Wizoka“. Mit Blick auf die Landesgartenschau 2019 in Wittstock entstand diese Idee. „Das Mixgetränk „Rosa Wizoka“ besteht aus Rosensirup, Saft von Brennessel, Cranberry und Zitrone sowie auf Wunsch mit oder ohne Gin“, verrät der Barkeeper. Im Februar stellte er diesen Cocktail erstmal der Öffentlichkeit vor.

Viele Skandinavier besuchen die Pension

Die Pension Sonnenwald lockt viele Gäste an, die auf der Durchreise durch Wittstock sind. Gut 80 Prozent kommen aus dem Ausland und da vor allem aus Skandinavien. „Wir hatten im letzten Jahr einen wirklich guten Start“, sagt Enrico Güldner. Vieles läuft nun anders als vorher: „Wir legen Wert auf regionale Produkte, denn der Gast soll den Ursprung der Waren sehen.“ Mit regional meint er Brandenburger und Mecklenburger Produkte. Da kommen Biere aus Stralsund, Gin aus Werder/Havel oder Wein vom Schloss Rattay auf den Tisch. „Es gibt keine feste Karte mehr, täglich wird neu entschieden, was angeboten wird“, sagt Güldner. Frische Produkte sind der Anspruch, von dem er sich leiten lässt. „Ich erzähle den Gästen gerne etwas zur Herkunft der Waren und immer wieder staunen die Besucher darüber.“ Er nennt das Geschmackserlebnisse, die er dem Mund, den Ohren und den Augen serviert. „Mit der Idee, dass regionale Küche angeboten wird, rechnen viele Gäste gar nicht“, beobachtet er immer wieder.

Güldner setzt auf starkes Team

Doch neben der Pension liegen ihm auch weitere Dinge am Herzen. „Am meisten gewinnt man doch, wenn man gutes Personal halten kann“, sagt er. Jungen Berufsnachwuchs ausbilden möchte er allerdings nicht. „Viele bringen zu schlechte Voraussetzungen mit“, begründet er diesen Schritt. „Nur gemeinsam im Team kann das hier alles weiter aufgebaut werden“, ist sich Güldner sicher. „Als Pension mit Sauna haben wir das hier übernommen, doch schon jetzt ist die Metamorphose, also der Wandel sichtbar“, sagt er.

Enrico Güldner kennt Scharfenberg seit seiner Kindheit. Doch auch hier gingen der demografische Wandel und die Abwanderung nicht spurlos vorüber. „Früher lebten in jedem Haus durchschnittlich zwei Kinder; heute gibt es hier kaum noch Kinder und viele kennen sich gar nicht.“

Von Christamaria Ruch

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