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Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr: Nur Notfälle bleiben kostenfrei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr: Nur Notfälle bleiben kostenfrei
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00:27 21.03.2018
Der Sturm am 5. Oktober des vergangenen Jahres verlangte auch den Wusterhausener Feuerwehrleuten alles ab, hier an der Straße nach Plänitz. Quelle: Gemeinde Wusterhausen
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Wusterhausen

Sie hat es doch tatsächlich wieder geschafft: Katze Clara ist bei ihrer Flucht vor Nachbars Kater bis in die Spitze der Erle am Haus geflüchtet. Nicht zum ersten Mal. Bisher kam die ängstliche Mieze mit viel Locken der Hausfrau alleine wieder auf die Erde zurück. Diesmal nicht. Nun ist guter Rat teuer. Jetzt müssen Helfer ran. Claras Besitzerin alarmiert die Feuerwehr. Die kommt im Auto mit der langen Leiter. Es dauert ein bisschen, bis die Treppe himmelwärts ausgefahren ist. Dann klettert ein Mann mit Helm Stufe für Stufe der Rettung entgegen. Clara faucht – und lässt sich einsammeln.

Die Szene ist erfunden, aber realistisch. So etwas spielt sich in der Großgemeinde Wusterhausen durchaus mal ab.

71 technische Hilfen

Die Feuerwehrmänner und -frauen wurden im vergangenen Jahr 96-mal alarmiert. In 71 Fällen rückten sie daraufhin zu technischen Hilfeleistungen aus – hauptsächlich nach Unfällen. 22mal ging es zu Löscheinsätzen. Ein paar Fehlalarme waren auch dabei, zum Beispiel, wenn automatische Brandmelder Feuer signalisierten, wo gar keines war.

Die Feuerwehr Wusterhausen im Einsatz nach dem Sturm. Wehrführer Ralf Hohmann. Quelle: Wolfgang Hörmann

„Wir sind mit 112 aktiven Kameraden in unseren vier Stützpunktwehren ganz schön auf Trab gehalten worden. Immerhin über 30-mal mehr als 2016“, bilanziert Gemeindewehrführer Ralf Hohmann. Hilfe geben und Gefahren abwehren müsse aber natürlich sein.

Die Katze vom Baum zu pflücken, gehöre aber nicht unbedingt dazu. Ihre Rettung ist deshalb auch eine sogenannte „freiwillige Leistung“. Und die gibt es künftig nicht mehr umsonst.

Nur Gefahrenabwehr ist noch kostenlos

So sahen es jüngst auch die Gemeindevertreter. Deshalb haben sie in ihrer Sitzung am 6. März eine Entgeltordnung beschlossen.

Was daraus folgt, erläutert Ralf Hohmann. „Wir rücken natürlich weiterhin immer aus, wenn wir angefordert werden, handeln aber, wenn es um freiwillige Leistungen geht, vor Ort nur nach einem konkreten Auftrag. Für den gibt es dann auch eine Rechnung. Selbstredend ist alles eine Ermessensfrage. Wasser im Keller, das einem Stromkasten zu nahe kommt, muss zur Gefahrenabwehr abgepumpt werden, kostenlos, keine Frage“, sagt der Gemeindewehrführer.

Minutengenaue Abrechnung

Ein „normaler“ See nach starken Niederschlägen oder einem Rohrbruch werde allerdings als Dienstleistung trockengelegt, kostenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt minutengenau. So sieht es das Gesetz vor.

Beispiel: Der Leiter des Feuerwehreinsatzes kostet 50 Cent pro Minute, jeder weitere Feuerwehrkamerad 41 Cent. Bei fahrbarer Technik liegen die Stundensätze zwischen 15 und 140 Euro, bei Ausrüstungsgegenständen mit Motorantrieb zwischen 10 und 50 Euro.

Ausnahmen regelt der Bürgermeister vertraglich

Und wenn es bei größeren Veranstaltungen heiß hergehen könnte, braucht es Brandsicherheitswachen. Dafür sind vom Veranstalter für drei Stunden 300 Euro einzuplanen und, wenn es länger dauert, 500 Euro. Allerdings ist der Bürgermeister berechtigt, Ausnahmen einzelvertraglich festzulegen. Volksfeste in den 22 Ortsteilen sollten also auch künftig nicht an den Freiwilligen in ihren Einsatzuniformen scheitern

Und was wird mit den Einnahmen? Im Gemeindehaushalt erscheinen sie bisher noch nicht. Aufgrund fehlender Erfahrungswerte sei die Inanspruchnahme freiwilliger Leistungen schwer zu planen, heißt es. Stattdessen werden „die Erträge entsprechend verbucht und können für folgende Jahre Grundlage für einen Ansatz sein“, wird im Beschluss der Gemeindevertreter erläutert.

Von Wolfgang Hörmann

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