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Erinnerung an Regine Hildebrandt

Buskow Erinnerung an Regine Hildebrandt

Sie war die „Mutter Courage des Ostens“ und ist auch 16 Jahre nach ihrem Tod unvergessen: Die frühere brandenburgische Sozialministerin Regine Hildebrandt. Ihr zum Gedenken gaben Carmen Orlet und Hugo Dietrich am Sonnabend in Buskow ein Programm aus Liedern, Tonbandmitschnitten von Hildebrandts reden und persönlichen Briefen der beliebten Politikerin.

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Carmen Orlet und Hugo Dietrich.

Quelle: Regine Buddeke

Buskow. Regine Hildebrandt ist unvergessen. Die beliebte SPD-Politikerin, da sind sich alle einig, ist 2001 viel zu früh gestorben. Ihre Spitznamen waren „Mutter Courage des Ostens“, auch „rhetorische Dampfwalze“. Wenn man ihren Reden lauscht, weiß man warum. „Herz mit Schnauze“ heißt auch ihr eigenes Buch: Sie war ein Frau, die nie ein Blatt vor den Mund nahm: integer, mit einem Herz für die Schwächeren, sozial engagiert, streitbar, enthusiastisch. Von 1990 bis 1999 war sie Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg – als Politikerin war sie geachtet und beliebt wie keine andere.

Hildebrandts Mann Jörg half mit

„Ach geb’ es mehr wie sie“, heißt es denn auch im Programm von Carmen Orlet und Hugo Dietrich, dem am Samstagabend im Buskower Bodoni-Salon im Kuhstall rund 35 Gäste lauschen. Die beiden Woltersdorfer haben sich an das Leben der Politikerin herangewagt und sich dafür viel Zeit genommen. Orlet lehrt an der Regine-Hildebrandt-Schule in Erkner, beide Musiker wohnen gegenüber vom Hildebrandtschen Mehrgenerationenhaus und kannten sie persönlich. „Wir sind ja schon eine Weile mit Liedern unterwegs“, sagt Hugo Dietrich. „Immer, wenn wir erzählten, wo wir wohnen, ging ein Raunen durch den Saal.“ So wurde die Idee zum Programm geboren. „Es ist schwer, so einem Leben in einem Programm gerecht zu werden“, so der Gitarrist. Man habe sich mit viel Respekt der Person Hildebrandt genähert, quasi an sie herangetastet – sechs Jahre habe die Arbeit gedauert. „Regine Hildebrandts Mann Jörg hat uns immer sehr ermutigt“, erzählt Hugo Dietrich.

Das Publikum ist sichtlich berührt

Das Programm ist behutsam gewählt: Lieder von Gerhard Gundermann, in dessen „Brigade Feuerstein“ Hugo Dietrich einst mittat. Dazu Texte von Kurt Demmler, Lutz Kerschowski und anderen. Songs von Tom Waits und Franz Bartsch, Silly und Hugo Dietrich selbst. Und zwischendrin kommt die Politikerin selbst zu Wort: in Tonbandmitschnitten ihrer flammenden Reden, in berührenden Briefen an ihre Enkel.

„Wie ich bin“, so beginnt es: „Sehen Sie mich nicht als kleiner Wurm... oder als großes Tier“, heißt es da: ein Statement, wie es von Regine Hildebrandt kommen könnte. „Regine, Mensch, wie fehlst du uns hier“, steht es in „Drachentöters Tochter“. Brechts Ballade vom Paragrafen 218 steht für Hildebrandts unermüdliches Kämpfen um Frauenrechte; „Nach Süden“ für ihren glücklichsten Tag, als die Mauer fiel. Das Lied von den Kranichen ist eine Metapher auf ihren sozialen Gerechtigkeitssinn. „Nein Doktor, nein!“ ein Statement ihrer unbändigen Lust am Leben, als der Krebs sie schon fest im Griff hatte. „Erinnern“ ist ein melancholischer Abgesang, getoppt von „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ und schlussendlich „Flieg, Vogel flieg“ von der ebenso unvergessenen Tamara Danz, die Hildebrandts Schicksal teilte. Das Publikum ist sichtlich berührt. Zu Recht. reb

Von Regine Buddeke

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