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Ostprignitz-Ruppin Erinnerung an Todesmarsch im Belower Wald
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erinnerung an Todesmarsch im Belower Wald
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19:06 15.11.2017
Im Frühjahr 1945 wurde das KZ Sachsenhausen geräumt. Für viele Häftlinge begann ein Todesmarsch. Quelle: Foto: Holding of the Still Picture Branch
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Bei den Todesmärschen, die nach der Räumung des Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Oranienburg auch über den Belower Wald führten, kamen im Frühjahr 1945 tausende Häftlinge ums Leben. Entweder starben sie vor Erschöpfung oder wurden von ihren Bewachern „auf der Flucht“ erschossen. „Wobei schon die kleinste Bewegung außerhalb der Marschkolonne als Fluchtversuch interpretiert werden konnte“, erklärte Janine Fubel am Dienstagabend in der Gedenkstätte im Belower Wald. Die Berliner Kulturwissenschaftlerin beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit den Tätern, die im KZ und auf den Todesmärschen schier ungehindert morden, schlagen und ihre Opfer demütigen konnten.

In ihrem Vortrag „Das flüchtende KZ – Personal und Praktiken der Räumungen frontnaher Konzentrationslager am Beispiel des KZ Sachsenhausen 1945“ machte sie deutlich, dass es sich bei den Bewachern keineswegs ausschließlich um Angehörige der SS oder gar glühende Nazis handeln musste. Während sich der Führungsstab der SS bereits frühzeitig nach dem Räumungsbefehl des Lagers absetzte – Kommandant Anton Kaindl floh beispielsweise nach Flensburg – verharrten die Wachmannschaften teilweise bis zur letzten Minute bei den Häftlingen.

Für ihre Recherchen über diese Tätergruppe war Janine Fubel unter anderem nach Moskau gereist, bisher habe sie 630 Personalakten durchgeschaut. „Darunter befanden sich 380 ehemalige Wehrmachtsangehörige“, informierte sie. In der Tat seien besonders zum Ende des Krieges Armeereservisten, Kriegsversehrte, Rüstungsarbeiter aber auch Eisenbahner für die Wachtätigkeit im KZ herangezogen wurden – oft freiwillig. „So konnten sie sich der Einberufung zum Militär oder Volkssturm entziehen“, erklärte die Doktorandin. Selbst fremde Völker wie Ukrainer oder Kroaten hätten als „Hilfswillige“ gedient, aber nicht direkt der SS angehört. Teilweise seien auch „zuverlässige“ Häftlinge Bewacher gewesen, sie hätten aber keine Waffen erhalten.

Wenngleich sich einige Bewacher geweigert hätten, Häftlinge zu erschießen – laut Gedenkstättenleiterin Carmen Lange sei das bei Hamburger Polizisten so gewesen – habe die „Gemeinschaft der Grausamkeit“ bis zuletzt funktioniert, stellte Janine Fubel fest. Gerade die unteren Ränge seien mit äußerster Brutalität vorgegangen. „Die Wachmannschaften hatten großen Einfluss auf das Leben der Häftlinge, oft nicht zu deren Gunsten“, sagte sie.

Die Wissenschaftlerin will weiter zum Thema forschen, wie sie ankündigte. Auch in der Region, in Unterlagen der Gauleitung.

Von Christian Bark

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