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Ostprignitz-Ruppin Erinnerungen an Gumtows Transitraststätte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erinnerungen an Gumtows Transitraststätte
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00:17 26.05.2016
Christa Eggert erinnert sich gern an die Zeiten in Gumtow zurück, als sie die Raststätte an der Transitstrecke leitete. Quelle: Sandra Bels
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Klein Schönhagen

Verantwortung zu übernehmen, das macht Christa Eggert bis heute keine Angst. Die Klein Schönhagenerin begann schon früh damit. Die heute 76-Jährige war Mitte 30, als sie sich für die Leitung der Raststätte in Gumtow bewarb. Das war 1974. „Es war damals der einzige Rastplatz in der DDR für Busse auf der Transitstrecke F 5 zwischen Hamburg und Berlin“, erzählt deren langjährige Leiterin. Sie wurde damals nicht gleich als Wirtschaftsleiter genommen, sondern erst als Buffet-Kraft eingestellt.

Zwei Jahre arbeitete sie in dem Job im Schichtdienst. 30 Beschäftigte gab es zu der Zeit. Viele von ihnen hätten jedoch Probleme mit der Leitung der Raststätte gehabt. „Es gab viele Beschwerden“, erinnert sich Christa Eggert. Viele Kollegen hätten sich an sie gewandt. Sie wollte damals unter dem Druck nicht weiterarbeiten und verließ die Raststätte, fing als Sekretärin an. Die Raststätte holte sie bald wieder ein. Als deren Leitung 1976 fristlos entlassen worden war, „wünschten sich die Beschäftigten mich als Nachfolgerin“, erinnert sich die Klein Schönhagenerin. Sie wollte das nur vorübergehend machen, blieb dann aber bis 1986.

Manchmal hielten in Gumtow 30 Busse auf einen Schlag

Von 1982 bis 1983 arbeitet sie dazu noch die Angestellten der neuen Raststätte Walsleben an der Autobahn 24 ein. Sie wurde gebaut, nachdem 1982 die Raststätte auf der heutigen B 5 geschlossen worden war. In Gumtow entstand daraufhin ein Intershop, in dem für D-Mark oder Valuta Westprodukte gekauft werden konnten. Das gab es auch zu Raststättenzeiten schon. Busreisende aus dem Westen bekamen unter anderem Zigaretten, Parfüm und Alkohol zu Transitpreisen.

Christa Eggert erinnert sich noch ganz genau an die alten Zeiten. „Viele Busfahrer kannten wir“, erzählt sie. Auch, dass das Raststättengeschäft ein Stoßgeschäft war. „Manchmal haben wir stundenlang gesessen und gewartet und dann kamen plötzlich bis zu 30 Busse auf einmal an“, so Christa Eggert. Dann wurde der Kaffee in großen Steintöpfen aufgebrüht, um den Ansturm zu bewältigen. Die bei den Transitreisenden beliebten Bockwürste kamen aus Halberstadt oder aus der Kyritzer Fleischerei Rumpf. „Später gab es auch Gulasch“, erinnert sich Christa Eggert. Sie weiß auch noch, dass sie und ihre Mitarbeiter Geschenke annehmen durften, die aber nach Potsdam geschickt werden mussten. Das galt auch für Sachen, die zu Bruch gegangen waren. In Potsdam hatte die Mitropa, der fast alle Raststätten in der DDR unterstanden, ihre Hauptstelle.

Das Objekt befindet sich heute in Privatbesitz Quelle: Sandra Bels

Einheimische und private Pkws durften in Gumtow nicht anhalten, erst nach 1982, als es die Raststätte nicht mehr gab und der Intershop eröffnet war, der bis zur Wende blieb.

Damals musste die Leiterin viele Leute aus der Region entlassen. Nur die Hälfte der 30 Beschäftigten konnte bleiben. Mit ihnen arbeitete Christa Eggert bis 1986 zusammen. So gab es unter anderem einen Kraftfahrer, der die Mitarbeiter zum Dienst abholte.

„Ich habe meinem Mann zuliebe damals aufgehört“, sagt Christa Eggert. Gatte Jürgen war Revierförster und hatte ihr einen Job bei der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) besorgt. Nach der Heirat mit ihm war sie 1960 nach Glöwen gezogen. Von dort ging es 1971 nach Klein Schönhagen, wo sie heute noch wohnt. Die gebürtige Görlitzerin hatte als junges Mädchen eine Ausbildung im Handel absolviert. Mit 17 Jahren arbeitete sie bereits als Betriebsplanerin in der Görlitzer Konsumgenossenschaft, wo sie auch eine ganze Menge Verantwortung tragen musste.

Von Sandra Bels

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