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Erntefest lockte halbes Dorf und Auswärtige an

Nietwerder Erntefest lockte halbes Dorf und Auswärtige an

Der Heimat- und Kulturverein hat ganze Arbeit geleistet und ein schönes Erntedankfest organisiert, zu dem am Sonnabend trotz des regnerischen Wetters viele Einheimische und auswärtige Gäste kamen: zum großen Umzug unter dem Motto „An die Rübe, fertig, los“ und den vielen Belustigungen auf dem Anger an der Kirche.

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Im Zeichen der Rübe: Viele Gäste schauten beim Umzug zu.

Quelle: Buddeke

Nietwerder. „Noch rasch den Kuchen verzehren und dann schnell zur Straße – der Umzug beginnt“, mahnt Ortsvorsteher Wolfram Händel am Sonnabend die Nietwerderaner, die sich schon auf dem Festplatz an der Kirche vergnügen. Angesichts von stolzen 30 Blechen, die die Frauen aus dem Ort gebacken haben, ist das zwar ein frommer Wunsch, aber der Kuchen kann ja auch noch warten.

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Zum Erntefest in Nietwerder haben die Organisatoren den Festumzug in diesem Jahr unter das Motto „An die Rübe, fertig, los“ gestellt. Der Heimat- und Kulturverein hat das Märchen „Die Rübe“ frei nachgespielt und auch sonst für einen vergnügliches Erntedankfest gesorgt.

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Denn zuerst gibt es Möhren satt. „Auf die Rübe, fertig, los“ heißt das diesjährige Erntefest-Motto, und dem wird kräftig Rechnung getragen. Die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Nietwerder tragen orangefarbene Möhrenkostüme und schenken orange- und andersfarbige Getränke an die Schaulustigen aus, die die Dorfstraße säumen. Die rollenden Wagen, Krads, Schubkarren, Fahrräder und Trecker sind garniert mit Kraut, Korn, Kürbis, Kartoffeln und anderen Knollen – alles, wie es sich für den Erntedank geziemt.

„Wir sind stolz, dass wir als kleines Dorf so viel aus eigener Kraft zusammenbekommen haben“, sagt Wolfram Händel und stellt ein ganz und gar märchenhaftes landwirtschaftliches Bild in Aussicht, das am Ende des Zuges naht. Auf einem Wagen thront eine fette Rübe, um deren Leib ein Seil geschlungen ist. Wolfram Händel, der die Wagen launig kommentiert, erzählt das Märchen von der Rübe, die partout nicht aus dem Boden will. Der Großvater mit seinem Krückstock, der als erster am Strick zieht, bekommt das gesunde Gemüse nicht heraus und ruft um Hilfe. Und die läuft hinter ihm – Großmutter, Enkel, Hund und Katze, Kuh, Schwein und Ziege. Erst als am Schluss die winzige Maus auftaucht und am Strick zupft, ruckt die Rübe aus dem Boden – respektive der Mann aus seinem Kostüm. Und weil’s so schön war und das Ende der Zuschauer noch nicht in Sicht ist, gibt’s gar eine Wiederholung.

Alte Trecker mit viel Charme

Alte Trecker mit viel Charme.

Quelle: Regine Buddeke

„Ich bin froh, dass sich immer so viele engagierte Leute beim Erntedank einbringen“, freut sich der Ortsvorsteher – seien das nun die Mitglieder der Feuerwehr oder die 28 Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins. Auch die in Handarbeit gefertigte Erntekrone – 200 Arbeitsstunden stecken darin – ist ein schöner Beweis für die Mühe, die sich die Nietwerderaner mit ihrem Erntefest machen, das sie jedes Jahr zusätzlich zum großen Erntefest der Dörfer stemmen.

Auf dem Festplatz wird viel geboten: vom Bierglasschieben über Galgenkegeln, Schießen bis hin zu Baum- und Strohballen-Klettern. Der Hort aus Gildenhall hat einen Auftritt mit einem Programm aus Volkstänzen. Selbst die immer wiederkehrenden Regenschauer können der Feierlaune der Dörfler nichts anhaben.

„Wir kommen regelmäßig hierher – und immer verkleidet“, erzählen Helma und Jürgen Lungfiel aus Neuruppin. „So ein kleiner Ort – und stellt so erstaunlich viel auf die Beine“, loben beide.

Festumzug – Gruß in die Menge

Festumzug – Gruß in die Menge.

Quelle: Regine Buddeke

Wolfram Händel ist in Gedanken schon beinahe wieder woanders und ein paar Wochen weiter. „Wir beginnen schon langsam mit den Planungen für unser Adventsspiel“, verrät er. Geplant sei es wie immer für den dritten Advent. „Es wird wieder ein Märchen auf Nietwerdersche Art“, verspricht er. Zuvor sei allerdings noch der Fackelumzug am 29. November zu planen – kein Halloween, wie Händel betont. Dann stürzt er sich wieder in den Trubel; der Nachmittag ist noch lang. Und der Abend noch länger.

Von Regine Buddeke

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