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Ostprignitz-Ruppin Eröffnungskonzert der Pfingstmusiktage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eröffnungskonzert der Pfingstmusiktage
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00:16 06.06.2017
Harald Bölk ist einer von drei Dirigenten des Eröffnungskonzertes mit Ad Libitum und den Musikschul-Bläsern.
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Rheinsberg

Pfingsten in Rheinsberg beginnt in diesem Jahr mit einer Weltpremiere, erklärt Hans-Jürgen Großpietsch. Zum allerersten Mal hat sich das alljährlich die Rheinsberger Pfingstmusiktage eröffnende Streich­ensemble der Kreismusikschule „ad libitum“ die Bläser der Kreismusikschule ins Boot geholt. Angesichts des ausgewählten Programmes war das eine ausgesprochen feine Sache. Und ohnehin, so bekennt es ad-libitum-Chef Großpietsch, habe man das schon lange vorgehabt. Und frei nach dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ wurde das in diesem Jahr Realität.

Gut 100 Zuhörer weilten am Freitagabend in der Rheinsberger St.-Laurentius-Kirche, um dem Konzert der 40 Musiker zu lauschen, die von drei verschiedenen Dirigenten zur Hochform angetrieben wurden: neben Großpietsch sind das Lothar Dumann und Harald Bölk.

Die Pfingstmusiktage gab es zum ersten Mal 1948, erklärt Rheinsbergs Bürgermeister Jan Pieter Rau in seiner Eröffnungsrede – der damalige Kantor habe das initiiert. Nach einer Pause seien sie 1975 wieder ins Leben gerufen worden; seit 1993 fördert der Kunst- und Kulturverein das Event, die Durchführung organisiert die Musikakademie, die Stadt gibt alljährlich Geld dazu.

Die Flötistinnen sind ein Glücksfall fürs Ensemble

„Ein kurzes Programm, aber hoffentlich kurzweilig“, kündigt Großpietsch an und man startet mit Bach. Nicht mit dem Vater, sondern mit einer Sinfonie von dessen jüngstem Sohn Johann Christian Bach. Im folgenden Satz aus einem Werk Cimarosas kommen die beiden Neuzugänge von ad libitum zu Wort. Obwohl es keine Streicher sind, nennt Großpietsch es „einen Glücksfall“ , dass die beiden Flötistinnen Melanie Newton und Katharina Sames jetzt zum Ensemble gehören. Nach dem filigranen Stück wird es bombastisch. „Wir haben weder Kosten noch Mühe gescheut, hier etwas auf die Bühne zu bringen, was ordentlich Druck macht“, erklärt Großpietsch. Bei Wagner müsse alles auf die Bühne, was drauf passt. „Keine Angst – es dauert keine sechseinhalb Stunden“, scherzt Großpietsch. Jetzt zeigt sich erst richtig, was die Bläser der Kreismusikschule wert sind. Richard Wagners „Grand March“ aus der Oper „Tannhäuser“ füllt mit Wucht und Klangfülle das Kirchenschiff.

Das finale Stück spannt den Bogen in die Moderne. „Wir wollten auch populäre Musik spielen“, kündigt Großpietsch den preisgekrönten Soundtrack zum Disneyfilm „König der Löwen“ an: das engagierte Zusammenspiel der Streicher und Bläser überzeugt das Publikum – das Ensemble muss noch eine Zugabe spielen, so laut ist der Applaus.

Von Regine Buddeke

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