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Erotikroman-Autorin: So entstehen ihre Geschichten

Sarah Stankewitz aus Wittstock Erotikroman-Autorin: So entstehen ihre Geschichten

Seit zwei Jahren schreibt sie erotische Romane – eines ihrer Bücher hat es auf den ersten Platz der Kindl-Charts gebracht. Die MAZ hat sich mit Sarah Stankewitz aus Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) getroffen – und gefragt, woher sie die Inspirationen für ihre Geschichten bekommt.

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In ihrem Arbeitszimmer findet Sarah Stankewitz die beste Konzentration zum Schreiben. Ein Roman kann in vier Wochen fertig sein.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Beim Schrottwichteln auf der Weihnachtsfeier während ihrer Lehre zur Bankkauffrau erhielt Sarah Stankewitz den ersten Band der Erotik-Romantriologie „Fifty Shades of Grey“. „Ich habe ihn gelesen und war inspiriert“, sagt die heute 22-Jährige. Schon in ihrer Schulzeit habe sie gern geschrieben, das mit dem Buch aber nie richtig durchgezogen – nun, während ihrer Ausbildung, entschied sie sich, ihren ersten Roman zu verfassen.

„We’re meant to be together“ – wir sind füreinander bestimmt – war vor zwei Jahren ihr erster Liebesroman. „Ich mag englische Titel, weil man dazu so gut träumen kann“, sagt sie.

Auf dem Cover von „Nothing lasts forever“ sind Sarah und Patrick Hand in Hand zu sehen

Auf dem Cover von „Nothing lasts forever“ sind Sarah und Patrick Hand in Hand zu sehen.

Quelle: Christian Bark

Veröffentlichen konnte sie das Schriftwerk zunächst im Internet als Digitalfassung. „Selfpublishing“ nennt sich das, wie Sarah erklärt. Dafür wurden nur 20 Euro fällig, der Verkauf geschieht auf Nachfrage. Ist die im Digitalen genug vorhanden, werden die Bücher auch gedruckt. Die Schwester ihres Freundes und Lebensspartners Patrick Thomas hatte die junge Autorin auf den Gedanken dazu bebracht. „Sie hat Schwangerschaftsberichte und Liebesromane auf diese Weise veröffentlicht“, erzählt der 22-Jährige.

Mit ihrem Freund Patrick Thomas und Hund Noah lebt Sarah Stankewitz in Wittstock

Mit ihrem Freund Patrick Thomas und Hund Noah lebt Sarah Stankewitz in Wittstock.

Quelle: Christian Bark

So richtig motiviert war die Schreiberin aber erst, als ihre Romane im vergangenen Jahr die „Top 100“ der „Kindle-Charts“ erreicht hatten. „Das war ein Meilenstein für mich“, blickt sie zurück. Später schaffte sie es mit dem Buch „Hard Affair 3“ sogar Platz eins für acht Tage. So war für Sarah Stankewitz relativ schnell klar, dass sie nach der Lehre nicht als Bankkauffrau, sondern als Autorin arbeiten möchte. „Die Leute gucken mich immer komisch an, wenn ich sage, dass ich Bücher schreibe“, berichtet die 22-Jährige. Sie glaubten ihr nicht, dass man davon leben könne. Damit sie während ihrer Lehre keine komischen Blicke als Autorin von erotischer Literatur auf sich ziehen würde, gab sie sich für dieses Genre den Künstlernamen „Sara Rivers“. Ihre Liebesromane erscheinen weiterhin unter ihrem richtigen Namen, den die gebürtige Maulbeerwalderin für äußerst „markant“ hält.

Hilfe beim „Brainstorming“

Voll hinter ihrer Autorenkarriere standen von Anfang an Sarahs Eltern und ihr Freund Patrick. Er ist ihr zudem ein wichtiger Ratgeber, zum Beispiel, wenn Autos in den Geschichten vorkommen. Der Wittstocker ist gelernter Kfz-Mechatroniker und absolviert gerade eine kaufmännische Ausbildung bei der Ostprignitz-Ruppiner Personenverkehrsgesellschaft. Bei der Ideenfindung, dem „Brainstorming“ gibt der 22-Jährige oft Tipps, ob beim gemütlichen Zusammensein auf der Couch in der gemeinsamen Wohnung oder beim Gassigehen mit Hund Noah. „Wir leben die Ideen sogar aus“, witzelt Patrick und dementiert sofort. Denn einige Begebenheiten seien richtig krass – zum Beispiel in einem Roman, wo eine Frau mit einer Pistole vergewaltigt werde.

Die fiktive Landkarte zum Fantasyroman „Glacies“ hat Sarahs Onkel entworfen

Die fiktive Landkarte zum Fantasyroman „Glacies“ hat Sarahs Onkel entworfen.

Quelle: Christian Bark

Für gewöhnlich schreibt die Autorin aber eher sinnliche Liebesgeschichten, die auch amüsante Facetten haben. Alle spielen meist im englischsprachigen Ausland. Tatsächlich bereist Sarah viele der Länder auch, wie sie sagt. Die Recherche laufe sonst über Videos, Bücher und Onlineberichte. „Ich gehe auch nicht zu sehr ins Detail, wichtiger sind die Figuren“, betont sie. Und die sind meist ein Mann und eine Frau, die im Laufe des Romans eine innige Liebesbeziehung eingehen. Neben der Frau kommt auch der Mann in einigen Büchern mit seinen Gedanken zu Wort.

Meinung der Leser ist wichtig

Die Bücher sind so erfolgreich, dass Sarah mit zwei anderen Autorinnen mittlerweile mit einem eignen Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten ist. Ihre Agentur suche derzeit einen Verlag für sie, denn nach wie vor erschienen die meisten Bücher über „Selfpublishing“ – zumeist digital. Beim Schreiben hat sich die junge Autorin sehr früh angewöhnt, einen Plot für die grobe Handlung zu erstellen. „Ich brauche den roten Faden“, sagt sie. Wenn ihr nachts im Bett Ideen einfallen, macht sie sich fix Notizen im Handy. Die Rohfassung, für die Sarah manchmal nur vier Wochen benötigt, geht zunächst an sogenannte „Betaleser“, deren Kritik sie noch einarbeiten kann, bevor sich die Lektorin mit dem Buch befasst. „Mit vielen Lesern bin ich in einer Whats­app-Gruppe“, erzählt sie.

Es ist nicht nur das Genre Erotik und Liebe, das Sarah gefällt. Ab und an schreibt sie auch Fantasyromane. Der erste entstand noch während ihrer Lehre. In „Glacies“ geht es um zwei Reiche, die sich nicht bekriegen können, weil das eine aus Feuer, das andere aus Eis ist. Sarahs Onkel hatte dazu sogar eine fiktive Landkarte gemalt. Diese Karte ziert heute die Wand in ihrem Arbeitszimmer.

Aktuell arbeitet die junge Autorin an ihrem 26. Roman. „All die Nächte ohne Dich“, in der sich ein Mädchen in den Sohn des Freundes ihrer Mutter verliebt. Diese Geschite soll aber, im Gegensatz zu den anderen Romanen, kein Happy End haben, wie die Autorin verrät.

Mehr zur Autorin hier.

Von Christian Bark

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