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Erst schön grün und dann im Wege

Verschiedene Strategien bei der Entsorgung von Laub aus der Straßenreinigung Erst schön grün und dann im Wege

Der Herbst lässt die Landschaft mal wieder in knalligen Farben erstrahlen. Aber nicht mehr lange. Spätestens mit dem ersten Frost wird sich das bunte Laub in Massen verabschieden. Alle Jahre wieder stellt sich nicht nur dem Gärtner die Frage "Wohin damit?"

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Auf der Kompostieranlage in Heinrichsfelde ist wie immer alles bereit für den großen Andrang.

Quelle: Reichel

Heinrichsfelde. Der Kompostplatz der Perleberger Recycling GmbH in Heinrichsfelde verfüge auf jeden Fall über ausreichend Kapazität, versichert Platzwart Maik Scharies. Seit dem Frühjahr haben sich dort bereits rund 3000Kubikmeter Grünabfälle von Privatleuten und Kommunen der Kleeblatt-Region angesammelt. Scharies rechnet in den nächsten Monaten noch mit deutlich mehr. Schließlich fallen demnächst die Blätter und in den Gärten beginnt das große Aufräumen. Um den Jahreswechsel kommt dann noch ein großer Schwung abgelegter Tannenbäume. Die Wintermonate nutzt man auf dem Kompostplatz, um alles zu zerkleinern und aufzuschichten. Etwa ein Jahr lang rottet das Grünzeug dann vor sich hin, wird mehrfach umgeschichtet und schließlich zu Kompost, den man gesiebt an private Abnehmer, vor allem aber an Pflanzenbauunternehmen verkauft.

Apropos verkaufen: Auch die Anlieferung ist nicht umsonst. 10Euro je Kubikmeter verlangt das Unternehmen für kleinere Mengen. Das überlegt sich der Privatmann unter Umständen gut ‒ vor allem, wenn es sich nicht um eigene Gartenabfälle handelt, sondern um Laub, das in diesen Wochen bei der Erfüllung der Straßenreinigungspflicht anfällt. Viele Kommunen bieten daher, um ihre Bürger zu entlasten, für solches Material spezielle Entsorgungswege an.

"Der Bürger kann wie in den vergangenen zwei, drei Jahren sein Laub bei uns abliefern", kündigt der Kyritzer Bauhofleiter Manfred Nitsche auf Nachfrage an. Voraussichtlich ab Ende Oktober werde man auf dem Agravis-Gelände im Leddiner Weg wieder einen Sammelplatz einrichten ‒ ausschließlich für Laub aus der Straßenreinigung. "Wir ersparen dem Bürger den Weg und die Kosten. Gartenabfälle wollen wir aber nicht und Müll auch nicht", stellt Nitsche klar. Eine Aufsicht werde das überwachen. Letztlich wird auch dieses Laub in Heinrichsfelde landen.

In der Gemeinde Wusterhausen wird das Vorgehen in Sachen Straßenlaub gerade noch diskutiert. Am Montag tagte die Arbeitsgruppe Bauhof zum Thema. In den vergangenen Jahren hatte Wusterhausen an vielen Orten große Sammelsäcke für das Laub bereitgestellt. 2011 kostete das die Gemeinde mit allem Drum und Dran rund 43000 Euro. "Wir sind uns einig, dass das langfristig so nicht weitergeht", berichtet Bürgermeister Roman Blank. Im Gespräch sei derzeit die Idee, eventuell den betroffenen Bürgern in Kooperation mit dem kreislichen Abfallentsorger Awu kostenlose Sammelsäcke zu übergeben. Am kommenden Montag wird sich der Hauptausschuss damit befassen. Die Zeit drängt. "Aber wir wollen den Bürgern weiter die Möglichkeit bieten, das Laub von der Straßenreinigung vor ihrer Haustür zu entsorgen."

Im Amt Neustadt erfolgt eben dies auch in diesem Jahr über die großen Säcke, die vielerorts aufgehängt wurden. "Aber auch für uns wird das immer teurer." Ordnungsamtsleiterin Kathrin Lorenz rechnet für nächstes Jahr mit Veränderungen: "Es wird Abstriche geben müssen." Das Wie ist noch offen. Nach dem langen Winter und dem Eichenprozessionsspinner lägen die Ausgaben der Kommunen für das öffentliche Grün jedenfalls schon jetzt deutlich über den Erwartungen. Das Amt Neustadt bringt das Laub übrigens nicht nach Heinrichsfelde. Die Kompostierung erfolgt in Kooperation mit zwei Agrarbetrieben der Region.

Die Gemeinde Gumtow kann sogar darauf verzichten. Sie überlässt es ihren Bürgern, die ordnungsgemäße Entsorgung von Straßenlaub zu gewährleisten. Auf dem Lande sei das in der Regel auch kaum ein Problem, versichert Bürgermeister Stefan Freimark. Zwar habe es örtlich eine Zeit lang Versuche gegeben, Grünabfälle in Zusammenarbeit mit Agrarunternehmen zu entsorgen. Doch das sei nach und nach wieder aufgegeben worden: Viel zu oft habe man Müll in den Säcken gefunden.

Von Alexander Beckmann

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