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Ostprignitz-Ruppin Erstaunlich viele Kraniche in Linum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erstaunlich viele Kraniche in Linum
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00:17 02.10.2016
Rekordergebnis für September: Etwa 45 000 Kraniche wurden gezählt. Quelle: Peter Geisler
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Linum

Ein Heißluftballon fliegt direkt über eine Baumreihe hinweg. Dahinter: tausende Kraniche. „Die werden durch das plötzliche Überfliegen so in Stress versetzt, dass sie direkt hochgehen“, berichtet Norbert Schneeweiß. Auch wenn er die Faszination der Freizeitluftkapitäne verstehen kann, die so dicht wie möglich an die Vögel herankommen wollen, ärgert sich der Leiter der Linumer Naturschutzstation Rhinluch über dieses Verhalten maßlos. „Ich weiß, dass es im Fernsehen diese imposanten Bilder aus der Luft aus Afrika gibt. Wir haben aber eine andere Situation: In dem Naturschutzgebiet ist ein solcher Überflug nicht nur verboten, sondern sehr verhängnisvoll.“ Denn die Kraniche, die sich auf ihrem Herbstzug auf dem großen Rastplatz im Rhinluch scharen und vorschnell verschreckt werden, haben keine Zeit mehr, Kräfte für den anstrengenden Weiterflug Richtung Süden zu sammeln – zumal in diesem Jahr.

Alle Kraniche sind in Linum konzentriert

Weil das Wetter so trocken ist, sind die Vögel jetzt nämlich allein auf die Teichlandschaft angewiesen. Die beliebten flachen Regentümpel auf Wiesen und Feldern, die es sonst in der Umgebung gibt, sind in diesem Jahr wegen fehlender Niederschläge schlicht nicht vorhanden. Das hat zu Folge, dass die weit gestreuten Rastmöglichkeiten fehlen und sich die Kraniche auf den Schlafplatz in Linum konzentrieren. Das wiederum zusammen mit den derzeit günstigen Flugbedingungen führt zu einem Rekordergebnis: Die Kranichbetreuer haben dort in dieser Woche bereits über 45 000 der Glücksvögel gezählt, so viele wie sonst noch nie zu diesem Zeitpunkt. In den vergangenen Jahren nutzten die Rastmöglichkeit Ende September im Rhinluch lediglich zwischen 4000 und knapp 30 000 Vögel. Erst im Oktober stiegen die Zahlen auf Rekordhöhen von über 100 000 Exemplaren. Genau wegen der hohen Konzentration und fehlender Ausweichplätze ist die Situation jetzt aber sehr sensibel. Denn wenn die Vögel nun aufgeschreckt werden, haben sie keine Chance mehr, anderswo in der Nähe durchzuatmen.

Das Wasser im Teichgebiet wird für den Herbstzug reichen

Dass die Kraniche trotz der Trockenheit so gute Bedingungen in Linum in diesem Jahr vorfinden, liegt daran, dass die Kranichschützer lange im Voraus vorgesorgt haben. Bereits seit August, als sich die Tendenz zum regenarmen Sommer abzeichnete, zwackten sie mit Unterstützung der Landwirte und des Wasserverbands jeden Liter, der möglich war, aus den Rhinwassersystem in das Teichgebiet ab. Weil aber auch dort die Wasserstände sehr gering sind, habe die Aktion nur knapp geklappt. „Das, was wir an Wasser jetzt haben, sollte für den Herbstzug reichen“, sagt Norbert Schneeweiß, der sich aufgrund des Klimawandels aber für die Zukunft sorgen macht.

Die Wetterforscher prognostizieren Erwärmung und die Zunahme von Extremen. Tatsächlich reagieren die Kraniche bereits auf die insgesamt gestiegenen Temperaturen mit Verkürzung ihrer Wanderstrecken. Sprich: Nicht mehr so viele fliegen bis nach Afrika, sondern begnügen sich mit einem Winterquartier deutlich weiter nördlich als Nordafrika, manch einer überwintert sogar schon in Brandenburg. Das zweite Problem ist für die Region aber viel gravierender. Durch die extremen Wetterlagen könnte Linum auf Dauer die Spitzenposition der wichtigsten Kranichrastplätze der Welt neben Nordamerika und Ungarn verlieren. Denn ein Starkregen mit vielen langen Dürreperioden bringt schlicht nicht so viel für den Wasserstand in den Seen und Flüssen wie regelmäßige Regenfälle. „Unsere Flächen fallen dann trocken“, erklärt der Leiter der Naturschutzstation, der diesen Trend seit ein paar Jahren beobachtet. Und die Vögel suchen sich neue Schlafquartiere auf ihrem Wanderweg. Das Problem: Sehr viele Stellen, wo es flaches Gewässer gibt und wo Ruhe herrscht, gibt es laut Schneeweiß in dicht besiedeltem Mitteleuropa kaum noch für die Menge der Kraniche. Deshalb rechnet er damit, dass sich die Vögel immer mehr in Flachwasserbuchten zurückziehen werden. Der Bützsee bei Altfriesack wäre als künftiger Schlafplatz denkbar.

Von Celina Aniol

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