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Erste Fête à la Rococo kam gut an

Rheinsberg Erste Fête à la Rococo kam gut an

Was Friedrich und Heinrich einst vorlebten, war Vorbild: Für die erste Rheinsberger Fête à la Rococo haben sich die Veranstalter einiges einfallen lassen, um die Zeit der Galanterie und rauschenden Feste aufleben zu lassen und Einblicke ins höfische Leben zu gewähren. Die Akteure gaben ihr Bestes, die Gäste staunten. Nur das Wetter spielte nicht mit.

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Viel Wert wurde im Rokoko auf eine Tanzausbildung gelegt.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. „Das Wetter scheint zu Friedrichs Zeiten besser gewesen zu sein“, entschuldigt Frank Matthus, künstlerischer Leiter der Kammeroper, dass die höfischen Tänze, und Schauspielszenen statt wie geplant im Freien nunmehr in Schlosstheater und Remise stattfinden. Und dass die Spiel- und Konzertminiaturen, die die Pausen zwischen den einzelnen Programmpunkten überbrücken sollten, wetterbedingt ausfallen müssen.

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Rheinsberg ist Inbegriff für Friderizianisches Rokoko. Bei der Fête à la Rococo am Pfingstsonntag konnten sich die Besucher auf eine Zeitreise begeben. Dazu gab es Musik, Tanz, Theater und szenische Aufführungen im Schloss Rheinsberg und seinem Theater.

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Der Wettergott hat es nicht gut mit der Premiere der groß aufgezogenen Fête à la Rococo gemeint, die am Pfingstsonntag im Rahmen der Rheinsberger Musiktage stattfand. Dabei hatten die Organisatoren, allen voran die künstlerische Leiterin der Fête, Monika Kuta alias Madame Mo, so viele Geschütze aufgefahren, um dem Publikum einen authentischen Einblick in das höfische Leben des 18. Jahrhunderts zu gewähren. Quasi einen Blick hinter die Kulissen des Kronprinzen Friedrich und seines Bruders Prinz Heinrich, die beide auf Schloss Rheinsberg lebten und dessen Ruhm als Musentempel begründeten. Im Film scheint bei solcherlei Fêten immer die Sonne. Dass der Tag dennoch nicht ins Wasser fiel, ist den engagierten Akteuren zu danken, die ihr Bestes gaben, den etwa 100 Gästen nicht nur Kurzweil und Unterhaltung, sondern auch eine spannende Geschichtsstunde mit vielen Informationen zu bescheren.

Der mittägliche Auftakt ist ein einstündiges Konzert. Ein Flötenstück lässt den jungen Kronprinzen lebendig werden, das Klarinetten Trio Rostock spielt Mozart, später gesellen sich vier Preisträger der Kammeroper hinzu und lassen ihre schönen Stimmen strahlen, bevor Zeremonienmeister Graf Friedrich Sebastian Truchseß von Waldburg alias Guido Böhm das Zepter sprich den Zeremonienstab übernimmt: hübsch angetan in roten Samtrock über Weste und Kniehosen, Spitzensabot, Puderperücke und einem Rubinring überm weißen Handschuh. Denn darum geht es bei der Fête: das barocke Lebensgefühl authentisch widerzugeben. Dass man dazu sogar die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die das Schloss verwaltet, mit ins Boot geholt hat, ist ein Glücksgriff.

m Schloss wurde gern gezockt, wie das lebende Bild zeigt

m Schloss wurde gern gezockt, wie das lebende Bild zeigt.

Quelle: Peter Geisler

„Ein veritabler Tag der Freude“, frohlockt in schöner alter Sprechart der Zeremonienmeister und verspricht den „erlauchten Gästen“ ein erlesenes Programm – auch wenn leider weder der Prinz noch seine Majestät der König mit persönlicher Anwesenheit das Fest beehren werden. Er als ergebener Diener werde alles richten. Man möge bitte die historisch gewandeten Darsteller nicht ansprechen oder gar anfassen, wenn man nicht simsalabim im 18. Jahrhundert landen wolle. Punkt.

Adelige Damen aus Barock, Rokoko und Empire

Im Schlosstheater brillieren „Varsavia Galante“ – zuerst mit ländlichen, später mit höfischen Tänzen. In der Remise zeigen die „Vier Grazien“ ein historisches Sittengemälde: Drei adelige Damen aus Barock, Rokoko und Empire treffen sich im Himmel. Während der Engel gelangweilt seine Locken bürstet, disputieren die drei ihre Epochen: ob Tugend und Glaube richtig sei, oder Vernunft und Aufklärung. Die Damen haben viel gemeinsam – aber auch vieles, was sie trennt. Ein kurzweiliger Exkurs über lange 150 Jahre. Später lässt Madame Mo die Leiden der Gemahlin Friedrichs II. lebendig werden: eine liebende Frau in einer Ehe, die Friedrich nie wollte.

Historisch authentisch geht es auch im Schloss selber zu: Bei den Führungen kann man einer diffizilen Ankleideszene im Puderzimmer beiwohnen – die Frauen damals hatten es nicht leicht, ein Ballkleid wog schon mal 30 Kilo. Vom Korsett ganz zu schweigen. Es gibt eine Tanzübung im Spiegelsaal zu erleben, eine Visitation der Musketiere, eine Szene im Spielzimmer, eine Flötenstunde. Das kommt gut an. „Das Wetter macht den Ablauf etwas rumpelig, das sorgt für Unmut.“, sagt Manfred Kischkat, der mit seiner Frau eigens aus Schleswig-Holstein angereist war. „Aber die Idee ist toll und die Interpreten haben uns ausnahmslos sehr gefallen“, lobt er und ist gespannt auf das Abendkonzert mit Concerto melante. Schlossführer Christian Arpasi lobt die Kostüme: „Ich bin Historiker. Was ich hier an Gewändern sehe, ist die obere Klasse. Sehr authentisch.“

Von Regine Buddeke

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