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Ostprignitz-Ruppin Erste Internationale Keramiktage in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erste Internationale Keramiktage in Rheinsberg
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02:15 07.10.2017
Der Töpfermarkt lockt mit buntem Angebot und zieht Scharen von Käufern, Sammlern und Schaulustigen an – hier beim Markt 2016. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Der Rheinsberger Töpfermarkt ist ein Juwel: für Keramikfans, für Keramikmacher und nicht zuletzt für Rheinsberg, das damit seinem Ruf als Keramikstadt alle Ehre macht. Nicht dass ein Juwel zwingend eine Fassung bräuchte – bereichern und ergänzen kann solche dennoch allemal. Und so wird in diesem Jahr der Töpfermarkt – der 23. bereits – eingebettet sein in die Internationalen Keramiktage Rheinsberg: eine Premiere.

Traditionell hat sich über die Jahre der Heimatverein „Rheinsberger Seenkette“ um die Organisation des Töpfermarktes gekümmert. Seit die Akteure ihre Bemühungen um die langjährige Keramiktradition der Stadt ausweiteten und 2015 dem Verband Deutscher Keramikstädte sowie einem europäischen Verband beitraten, wurde die Arbeit auf mehr Schultern verteilt: Eine anfangs gegründete Arbeitsgemeinschaft wurde Anfang 2017 zum Förderverein, um das keramische Potenzial der Stadt noch auszubauen und den Töpfermarkt weiter zu entwickeln. Mit dabei wie zuvor der Heimatverein, dazu die Manufakturen Carstens und Dornbusch, die Rheinsberger Keramik-Künstler Karl Fulle und Hendrik Schink sowie das Ehepaar Titze, das das Keramikhaus und die Galerie Rheinsberg betreibt. Alle zusammen haben im Schulterschluss ein Konzept für die Premiere erarbeitet, das aufmerken lässt. Neben den traditionellen Höhepunkten des Töpfermarktes – etwa dem Keramikpreis der Stadt Rheinsberg – wird es verschiedenste Veranstaltungen im Vorfeld geben, um einem breiten Publikum alle Facetten zeitgenössischer Keramik nahe zu bringen: bei Ausstellungen und Stadtführungen, Vorträgen sowie offenen Ateliers und Manufakturbesichtigungen. „Wir haben den Anspruch, Rheinsberg als Keramikstadt mit entsprechenden Inhalten zu füllen“, sagt Christel Titze-Manigk.

Christel Titze-Manigk und Robert Franck. Quelle: Regine Buddeke

Die erste Aktion des Fördervereins wurde gut angenommen, erklärt Titze-Manigk mit Blick auf „Guten Morgen Keramik“ im Frühjahr. Daher habe die Idee mit den Internationalen Keramiktagen nahe gelegen. Schon der Auftakt werde ungewöhnlich, kündigt sie an. Durch die Partnerschaft im Verband Deutscher Keramikstädte habe man Kontakte nach Römhild knüpfen können. Dort habe es bereits zu DDR-Zeiten internationale Keramiksymposien gegeben – 1973 war das erste. Zwanzig Jahre später schlief die Tradition ein, wurde aber durch einen neuen Verein wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt. 2008, 2011 und 2015 fanden wieder derartige Symposien statt – mit Keramikern aus aller Welt. „Und wir bekommen aus allen dreien diverse Ausstellungsstücke, die wir in Rheinsberg zeigen“, freut sich Christel Titze-Manigk. Die hochkarätige Schau wird von Karl Fulle und Hendrik Schink gebührend in Szene gesetzt – zur Vernissage am 7. Oktober werden auch Vertreter aus Römhild anwesend sein.

Der Töpfermarkt wird bunt. Quelle: Regine Buddeke

Eine Personal-Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Heidi Preuss Grew, Teilnehmerin des 2008er Römhilder Symposiums, wird als Sonderschau ebenfalls an diesem Tag eröffnet. Darüber hinaus wird Karl Fulle – der 1987 und 1990 die Römhilder Symposien leitete – am 10. Oktober in einem Vortrag über seine Erfahrungen aus dieser Zeit berichten.

Auf dem Rheinsberger Keramikpfad, der die einzelnen Standorte miteinander verbindet – auch das ein Projekt, das der Förderverein vorantreiben möchte –, kann ebenfalls gewandelt werden. Stadtführerin Christine Mewes begleitet alle Interessierten – ob einzeln oder in Gruppen – zu den verschiedenen Stationen des Weges. Eine Muss-Adresse ist auch die Galerie Rheinsberg in der Rhinpassage. Hier wird am 14. Oktober die Ausstellung von Pep Gomez eröffnet. „Wir haben ihn vor Jahren auf Töpfermärkten kennengelernt und waren fasziniert von seinen Arbeiten“, berichtet Christel Titze-Manigk. Inzwischen ist der Spanier in Rheinsberg bekannt, er hat 2013 die Ausstellung „100 schönste Tassen“ bestritten und 2015 den Jahresbecher für Rheinsberg kreiert. „Er ist mittlerweile ein Urgestein des Töpfermarktes. Er hat eine ungewöhnliche, sensationelle Technik“, schwärmt Titze-Manigk. Ein Ritterschlag. Nicht jedem ist es vergönnt, Jahr für Jahr beim Töpfermarkt dabei zu sein. Rund 200 Töpfer und Keramikkünstler haben sich etwa in diesem Jahr beworben. Der Platz reicht nur für 100. „Wir müssen manchmal Top-Leuten absagen – da blutet einem das Herz“, klagt Robert Franck, der im Auswahlkomitee sitzt. Aber man wolle den Besuchern ja natürlich nicht in jedem Jahr das Gleiche zeigen – Vielfalt ist das Gebot der Macher. Immer wieder kommen auch „junge Wilde“ zum Zuge – wenn die Qualität stimmt. Denn da liegt die Messlatte hoch. Wer in Rheinsberg dabei sein will, muss eine charakteristische Handschrift haben. Oder eine ausgefallene Technik.

Auch Schautöpfern wird es geben: hier im Bild Heike Raabe. Quelle: Regine Buddeke

Neu beim Markt, mit dem am 14./15. Oktober die Keramiktage enden, ist, dass der Förderverein mit eigenem Stand dabei ist: mit Exponaten der Lokalmatadoren. Neben Arbeiten von Karl Fulle und Hendrik Schink wird die Manufaktur Dornbusch Friedrich-Büsten und Medaillen präsentieren, die Manufaktur Carstens arbeitet mit internationalen Designern an Unikaten in Kleinserie – fernab der Gebrauchsgeschirr-Kollektion. Auch Werksführungen sind möglich, alle Galerien stehen offen. Auch Karl Fulles keramisches Tableau im Muschelsaal des Schlosses ist noch zu sehen – die Schau wurde verlängert.

Das Publikum kommt in Scharen zum Stöbern. Quelle: Regine Buddeke

„Wir haben beobachtet, dass in den letzten Jahren verstärkt Galeristen und Sammler nach Rheinsberg kommen“, sagt Christel Titze-Manigk, die mit ihrem Mann alljährlich über Europas Keramik-Märkte tourt und immer wieder neue Künstler entdeckt. Für den Töpfermarkt der Prinzenstadt ein Gewinn. Auch weil die Akteure sich alljährlich mit kreativen Arbeiten jenseits des Marktes um den Keramikpreis der Stadt bewerben – die Themen wechseln. In diesem Jahr ist das Motto: „In Bewegung“. Ein Motto, das durchaus auch für die spannende Entwicklung stehen darf, die der Töpfermarkt genommen hat.

Von Regine Buddeke

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