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Erste Live-Webcam in der Region

Kyritz Erste Live-Webcam in der Region

Vom Kyritzer Rathausturm aus sendet jetzt eine Kamera rund um die Uhr Bewegtbilder in Echtzeit ins Internet, was die Stadt vor allem für Touristen interessant machen soll. In der Region ist das einzigartig. Doch bis alles lief, gab es nicht nur technische Hürden zu überwinden, sondern auch so einige datenschutzrechtliche Fragen zu klären.

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Für Testzwecke wurde die Internetkamera bereits vor einigen Tagen scharfgestellt. Die Besucherzahl wuchs unterdessen schon beachtlich an.

Quelle: Screenshot skylinewebcams.com

Kyritz. Kameras, die in bestimmten zeitlichen Abständen regelmäßig Bilder von öffentlichen Plätzen oder Sehenswürdigkeiten ins Internet senden, sind noch immer eine besondere Sache in der Region. Auch die MAZ macht mit. Über die Seite www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/MAZ-Cam-Neuruppin ist alle fünf Minuten ein aktuelles Bild vom Neuruppiner Schulplatz zu sehen. Doch jetzt hat jemand aus der Region noch ordentlich einen oben drauf gelegt – und die erste wirkliche Live-Webcam weit und breit installiert: der Kyritzer Andreas Heine.

Der Hotelier, der zugleich Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft Kyritzer Gewerbe ist, gewann die Stadt als Kooperationspartner. Daher kann er nun mit einer besonders herrlichen Aussicht auf das Herz der Knatterstadt aufwarten – auf den Marktplatz. Die Kamera durfte Heine dazu am Rathausturm befestigen. Wenige Meter darunter, im Dienstzimmer von Bürgermeisterin Nora Görke, wurde das Projekt am Dienstag vorgestellt.

Schon 87 000 Besucher vor dem offiziellen Sendestart

„Es soll ja schon gemutmaßt worden sein, es handele sich um eine Spionageaktion der Stadt zur Marktplatzüberwachung“, ulkte Webcam-Initiator Heine. Schließlich sei das Gerät schon seit einiger Zeit dort hoch oben befestigt, und es wurde wohl auch von so manchem bereits bemerkt.

Als Anbieter wählte Heine Skylinewebcams.com der Firma VisioRay, einem Unternehmen mit Sitz in Italien. Aus diesem Land finden sich auf der Plattform folglich die meisten Kameras (216), gefolgt von Spanien (60) und dem Inselstaat Malta (45). Aus Deutschland senden über diesen Anbieter bislang nur zwei Orte. Neben Kyritz gibt es Bewegtbilder vom Walchensee in Bayern.

Das erklärt wohl auch die bereits sehr hohe Besucherzahl der Kyritzer Webcam. Es sind jetzt mehr als 87 000. „Wir stehen in einer Reihe beispielsweise mit dem New Yorker Times Square, dem Mailänder Dom, Stränden der Malediven oder dem Vulkan Ätna“, erklärte Andreas Heine. Sein Ziel: „Die schöne Stadt Kyritz mit ihrem historischen Platz soll noch mehr in die Öffentlichkeit gebracht und bekannter werden.“

Bürgermeisterin Nora Görke zeigte sich erstaunt angesichts schon so vieler Zugriffe auf die Kyritzer Internetkamera. Diese lässt sich bei Skylinewebcams.com direkt auswählen. Es ist aber auch eine Verlinkung dorthin von der Seite www.kyritz.de beziehungsweise von www.landhotelheine.de gesetzt. Besonders reizvoll ist ein Zeitraffer: Weil die Kamera 24 Stunden lang aufzeichnet, lässt sich ein ganzer Tag binnen weniger Sekunden abspielen. Mehrere Tage in die Vergangenheit zurückzugehen, ist allerdings nicht möglich.

Kaum zu erkennen

Kaum zu erkennen: Die Kamera ist am unteren Bereich des mittleren Fensters am Rathausturm befestigt.

Quelle: Matthias Anke

Vielmehr sei Heine froh, dass die Technik jetzt überhaupt läuft. Denn anfänglich gab es Startschwierigkeiten. Seitdem die Stadtverwaltung aber eine Festnetzleitung bereitstellt, ist ein flüssiges Bild zu sehen vom sogenannten Eichhorstschen Haus bis hinüber zum Café Schröder. Bei schönem Wetter ist selbst der Windpark zwischen Demerthin und Gantikow erkennbar. Es handelt sich nach Angeben Heines schließlich nicht um eine billige Optik. Das Glas der wetterfesten und fest installierten Kamera ist zudem beheizbar.

Und die Gesichter von Personen oder gar Kfz-Kennzeichen? „Der datenschutzrechtliche Aspekt war uns wichtig und wurde durch uns geprüft“, erklärte Bürgermeisterin Nora Görke. Eine Identifizierung sei nicht möglich. Die Kamera ist nicht schwenkbar und es wird auch nicht gezoomt. Lediglich die ohnehin öffentlichen Gebäudefassaden werden erfasst. Die Kamera filmt weder Höfe noch Terrassen. Derweil träumt Heine bereits von einer zweiten Kyritzer Webcam, wie er verriet. Sie könnte so installiert werden, dass sich die bevorstehenden Bauarbeiten im Klosterviertel verfolgen lassen. Zunächst aber werde das Kyritzer Projekt noch an anderer Stelle präsentiert, und zwar in wenigen Tagen bei der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin.

Von Matthias Anke

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