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Erste Pläne für Sohlgleite in der Jäglitz vorgestellt

Gestaltung ist auch eine Kostenfrage Erste Pläne für Sohlgleite in der Jäglitz vorgestellt

Im Zuge des Brückenneubaus in der Kyritzer Graf-von-der-Schulenburg-Straße soll das Jäglitz-Wehr durch eine Sohlgleite ersetzt werden. Die Planer schlagen zugleich eine Umgestaltung des Uferbereichs vor.

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Im Bereich vor der Brückenbaustelle soll die Sohlgleite entstehen.

Quelle: MAZ

Kyritz. Die Gestaltung der Jäglitz im Bereich des Kyritzer Parkplatzes Wässering war Thema in der jüngsten Sitzung des Kyritzer Bauausschusses. Die Stadt hatte das Sieversdorfer Ingenieurbüro Ellmann/Schulze mit Planungsarbeiten beauftragt. Burkhard Schulze stellte die Ergebnisse vor.

Ausgangspunkt ist der Umstand, dass mit dem Bau der neuen Brücke in der Graf-von-der-Schulenburg-Straße das dortige Wehr verschwindet. Eine Sohlgleite soll das Wehr ersetzen. Das ist Standard im Wasserbau und verhindert beispielsweise, dass für Fische und anderes Getier unpassierbare Barrieren entstehen.

Beim Standort gibt es wenig Spielraum: Zum einen ist da die Brücke, zum anderen die Löschwasserentnahmestelle am nördlichen Ende des Parkplatzes Wässering. Nur zwischen diesen beiden Punkten ist der Bau laut Burkhard Schulze sinnvoll. Das Wasser würde in Höhe der Löschwasserentnahme angestaut und von dort über ein etwa 70 Meter langes Gefälle abgeleitet.

Das Wie beschäftigte die Planer deutlich mehr. "Es darf nicht passieren, dass man bei Hochwasser dann schlechtere Karten hat als jetzt", nannte Schulze als Grundsatz. Sein Büro hat den Wasserlauf, seine Ufer und seine Sohle genau vermessen. Die Jäglitz weise bei Kyritz starke Pegelschwankungen auf. Das reiche von 350 Litern Durchfluss pro Sekunde beim Niedrigwasser bis hin zum "hundertjährigen Hochwasser", bei dem historischen Aufzeichnungen zufolge mit bis zu 11700 Litern je Sekunde zu rechnen ist. Zudem sei von der einstigen Uferbefestigung kaum noch etwas vorhanden. Auch ist das Bett der Jäglitz inzwischen deutlich flacher als einst. Die Folge sind beispielsweise eine sinkende Fließgeschwindigkeit, wuchernde Wasserpflanzen und steigende Hochwassergefahr.

Die einfachste Variante einer Sohlgleite würde das aktuelle Böschungsprofil im Wesentlichen beibehalten und lediglich die Sohle des Flusses verändern. Das Ingenierbüro plädiert jedoch für eine andere, nicht ganz so industriell wirkende Gestaltung, die auch die Ufergestaltung mit einbezieht. Der Wasserlauf bei Niedrigwasser wäre weniger geradlinig, alles fiele etwas abwechslungsreicher aus, es könnten Zugänge zum Wasser geschaffen werden. "Wir haben so was auch schon anderswo gebaut und damit eigentlich gute Erfahrungen", sagte Schulze. "Es sollte dem Stadtbild guttun."

Das ließ im Ausschuss die Frage nach den Kosten aufkommen. Der Planer rechnet für die aufwendigere Variante mit Mehrkosten von rund 20Prozent und erklärte zugleich: "Denkbar wäre auch eine Zwischenlösung, die eine spätere Gestaltung der Ufer möglich macht." Für eine konkrete Entscheidung empfiehlt Schulze, die Fertigstellung der Brücke abzuwarten. Dann könne man sich besser ein Bild machen.

Zweiter Problempunkt ist die Wasserqualität: Sie sollte stimmen, wenn der Zugang zum Wasser erleichtert wird. Doch aktuell gibt es immer wieder sichtbare Verschmutzungen ‒ beispielsweise an der Löschwasserstelle. Im Winter will die Stadt den dort einmündenden verrohrten Mühlgraben auf unzulässige Einleitungen untersuchen.

Von Alexander Beckmann

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