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Erste Zweifel an Autohof bei Neuruppin

Abgeordnete befürchten Zersiedlung Erste Zweifel an Autohof bei Neuruppin

Eigentlich wollte der französische Mineralölkonzern Total einen Autohof an der A 24 am Ortsausgang von Dabergotz (Ostprignitz-Ruppin) errichten. Doch das lehnten die Einwohner ab. Nun soll der Autohof auf der anderen Seite der A 24 entstehen, in der Nähe von Neuruppin. Aber auch dieser Plan findet nicht nur Befürworter.

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Total will den Autohof nun bei Neuruppin bauen.

Quelle: Pater Geisler

Neuruppin. Zur Überraschung von Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn gibt es unter den Stadtverordneten erste Zweifel an dem geplanten Autohof, den das französische Mineralölunternehmen Total auf einer Wiese zwischen Bechlin und der Autobahnauffahrt Neuruppin errichten will. „Von Bechlin bis zur Autobahn haben wir schon jetzt einen Flickenteppich“, sagt Frank Borchert (Grüne).

Der Stadtverordnete verweist auf die einzeln stehenden Häuser, die links und rechts der Straße stehen – außerhalb des Ortsschilds. Dass nun zwischen dem Grundstück mit dem legendären Trabbi als Nistangebot für Störche und der Autobahn auch noch der Autohof entstehen soll, das findet Borchert gar nicht gut. „Man sollte nicht noch weitere Flächen außerhalb der Ortschaft bebauen und damit eine weitere Zersiedlung zulassen.“ Vielmehr plädiert Borchert dafür, dass der Weltkonzern Total eines der Häuser im Außenbereich aufkauft und dort den Autohof ansiedelt.

Autofahrer wollen maximal zweimal abbiegen

Das hat das Rathaus jedoch nicht geprüft, gibt Baudezernent Krohn zu. „Wir haben uns bemüht, auf andere Standorte wie das Gewerbegebiet Temnitzpark in Werder hinzuweisen.“ Aber das sei Total zu weit weg gewesen. Autofahrer wollten maximal zweimal abbiegen, wenn sie einen Autohof nutzen. Deshalb hatte der Konzern auch ursprünglich geplant, den Autohof am Ortsausgang von Dabergotz zu errichten. Das hatten die Einwohner jedoch schon vor eineinhalb Jahren abgelehnt (die MAZ berichtete). Nur deshalb war Total überhaupt erst auf die Idee gekommen, sein Projekt auf der anderen Seite der Autobahnbrücke, zwischen Bechlin und der A 24, umzusetzen.

Unternehmen will zehn Arbeitsplätze schaffen

„Ich weiß nicht, ob die Neuruppiner einen Vorteil durch den Autohof haben werden“, sagt der Wulkower Sven Deter (CDU). Vize-Bürgermeister Krohn glaubt schon daran. So will der Betreiber des Autohofes nicht allein mehr als zehn Arbeitsplätze schaffen, sondern sich mit seinem Gewerbe ebenfalls in der Fontanestadt anmelden. Damit würde die Gewerbesteuer nach Neuruppin fließen. Da am Autohof zudem eine Wasserstofftankstelle entstehen soll, könnte die Kreisstadt von deren guten Ruf profitieren, so Krohn. Denn Wasserstofftankstellen gelten als sehr umweltfreundlich und werden auch in extra Publikationen ausgewiesen und beworben. Nicht zuletzt sind im Bereich des Autohofes zwei Bushaltestellen geplant, die ebenfalls von Fernbussen genutzt werden könnten – falls diese denn auch mal die Fontane­stadt ansteuern. Bisher ist das nicht der Fall.

Neuruppins Bauausschuss hat bereits empfohlen, dass der Entwurf des Bebauungsplans beschlossen werden kann. Lediglich der Grüne Frank Borchert stimmte dagegen. Die Entscheidung liegt aber bei den Stadtverordneten. Diese sollen über den Plan am 21. September abstimmen.

Von Andreas Vogel

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