Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Erster Spatenstich für „Garten des Buches“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erster Spatenstich für „Garten des Buches“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 17.06.2017
Horst Borgmann, Danilo Lieske, Waltraud Kuhne, Jörg Gehrmann, Heidrun Otto, Uwe Simon, Nachum Presman und Musa Yakut (v.l.). Quelle: Regine Buddeke
Anzeige
Lindow

In zwei Punkten sind sich alle Redner einig– und das sind an diesem Mittwochnachmittag nicht wenige: Es ist ein außergewöhnliches Projekt. Horst Borgmann, dem Vorsitzenden des Stiftskapitels Kloster Lindow, gebührt dafür Lob und Dank. Dass es in der Tat kein Allerweltsprojekt ist, was das Stiftkapitel für das Areal vor dem Perelshaus auf dem Klostergelände plant, beweist das rege Interesse der Gäste: Unter den rund 80 Anwesenden sind nicht allein Gäste aus dem Amt Lindow und der dortigen Kirchengemeinde, sondern auch Vertreter der Jüdischen Gemeinde sowie der Muslimischen Gemeinde aus Potsdam. Das hat seinen Grund.

Erste Pläne für den künftigen Garten. Quelle: Regine Buddeke

Zuerst sei da die Idee eines Bibelgartens gewesen, erzählt Borgmann, der sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit spannenden Ideen dafür einsetzte, das Kloster nicht nur als Baudenkmal zu erhalten, sondern auch für die breite Öffentlichkeit mit Leben zu erfüllen. „Aber den legt ja fast jede Gemeinde an“, erklärt er, warum das Stiftskapitel die Idee letztlich ausweitete. „Wir führen unseren Glauben alle auf Abraham zurück“, sagt er und erläutert den „Garten des Buches“: eine Oase und Begegnungsstätte, in der all die Pflanzen gedeihen sollen, die in den drei Buch-Religionen erwähnt werden – im Talmud, im Koran, in der Bibel. „In diesem Garten sollen sich alle Religionen zu Hause fühlen“, so Borgmann. „Soweit ich weiß, gibt es einen solchen Garten noch nirgendwo sonst.“ Dafür hat er im Vorfeld viel getan. Nun steht die Finanzierung. 175 000 Euro sind für das ehrgeizige Projekt zusammen gekommen, dank vieler Sponsoren und Förderer von Nah und Fern. Noch in diesem Jahr sollen die Planungsleistungen ausgeschrieben und das Areal vorbereitet werden. 2018 geht es mit den Pflanzungen weiter, 2019 soll alles fertig sein. Für die Pflege des fertigen Gartens wurde eine Kooperation mit der Lindower Salusklinik vereinbart – die im Zuge des therapeutischen Gärtnerns dafür sorgen, dass alles weiterhin wächst und gedeiht.

Auch eine Informationstafel am Perels-Haus wurde enthüllt. Quelle: Regine Buddeke

„Wir senden damit eine Botschaft aus“, würdigt Jörg Gehrmann, Vorsitzender der Regionalentwicklung OPR. Ein Garten lebe durch seine Vielfalt – insofern sei der Garten des Buches ein Symbol für Menschlichkeit und Vielfalt. Auch Waltraud Kuhne als Vertreterin des Landkreises und Lindows Bürgermeisterin Heidrun Otto sparen nicht mit Lob und Dank. „Sie bringen uns hier immer alle etwas in Wallung mit Ihren Projekten“, sagt Amtsdirektor Danilo Lieske an Borgmann gewandt. Das sei zuweilen herausfordernd. „Aber Sie bereichern uns damit.“

„Mit einem Garten fing alles an", sagt Uwe Simon, Superintendent des Kirchenkreises Oberes Havelland. Es sei ein Sehnsuchtsort des friedlichen Miteinanders, ein Stück Himmel auf Erden – gerade in der heutigen Zeit. „Ein Garten mit nur einer Farbe ist nicht schön“, sagt Rabbi Nachum Presman von der jüdischen Gemeinde Potsdam. Ein Garten lehre auch, dass jede Pflanze, jedes Tier eine Aufgabe auf der Welt habe und nicht aus reinem Selbstzweck da sei. „Ich hoffe, dass Juden, Muslime und Christen in diesem Garten gut zusammenleben können.“

Von Regine Buddeke

Die Ideen der Zempower für ein umfangreiches Wanderwegekonzept in ihrer Nähe werden Teil eines Gesamtkonzepts der Stadt Wittstock. Dieses will der Touristiker Jürgen Paul im Auftrag der Stadt zeitnah entwickeln und vielleicht noch in diesem Jahr den Stadtverordneten vorlegen. Dazu ist er auf die Unterstützung aus den Ortsteilen angewiesen – wie zuletzt in Zempow.

17.06.2017

Mit einer neuartigen Deckenkonstruktion will Martin Opitz den Holzbau verändern. Seine Entwicklung wurde bereits von der Technischen Uni in Köln geprüft, derzeit wird sie in Rosenheim (Bayern) auf ihre Schallschutzwerte untersucht. Derweil stellte Opitz am Mittwoch die neue, 130 Meter lange Produktionshalle im Neuruppiner Gewerbegebiet Treskow vor.

17.06.2017

Sie sind kleiner als ein Tennisball, aber noch auf 100 Metern tödlich: Kugelbomben. Mehr als 40 wurden jetzt auf dem Gelände des einstigen Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide gesprengt. Die Bima als Eigentümerin der Heide will bis November 350 Hektar auf Kugelbomben abgesucht und beräumt haben. Bisher sind erst 25 Hektar geschafft.

17.06.2017
Anzeige