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Erstes Heidefest in Pfalzheim

Kremserfahrten durch die Natur Erstes Heidefest in Pfalzheim

Einwohner der Gemeinde Temnitzquell feierten am Wochenende in Pfalzheim das erste Heidefest – mit Kremserfahrten und vielen Informationen zur Kyritz-Ruppiner Heide. Wanderwege und ein Aussichtsturm sollen entstehen. Seltene Vögel haben sich bereits angesiedelt.

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Die Besucher können mit dem Kremser zum Sielmannhügel in die Heide fahren.

Quelle: Cornelia Felsch

Pfalzheim. Über 40 Jahre beherrschten die Düsenjäger der sowjetischen Armee die Kyritz-Ruppiner Heide. Nachdem sie 1992 abzogen, bemühte sich die Bundeswehr um das Gelände. Doch die Bürgerinitiative „Freie Heide“ machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nach 17 Jahren musste sich die Bundeswehr notgedrungen zurückziehen.

Noch immer ist der Stolz über den Sieg in diesem ungleichen Kampf bei den Menschen in der Region zu spüren. Das erste Heidefest der Gemeinde Temnitzquell, das am Sonnabend in Pfalzheim stattfand, stand ganz im Zeichen dieser denkwürdigen Ereignisse. Gleich am Ortseingang hat die Zempower „Friedensscheune“ ihren Stand aufgebaut. Dort informieren Anette Klumb und Bernhard Laubenthal über die Arbeit ihres Vereins, der Ausstellungen, Workshops und Touren organisiert, damit der Kampf um die Freie Heide nicht in Vergessenheit gerät.

Wanderwege sollen entstehen

„Wir hatten schon lange vor, ein derartiges Fest ins Leben zu rufen“, sagt Johannes Oblaski, Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell. Neben zahlreichen Vereinen war auch die Sielmannstiftung dabei. Sie möchte die Nationalen Naturerbeflächen dauerhaft erhalten und weiterentwickeln. Lothar Lankow, der als Projektleiter der Sielmannstiftung für die Kyritz-Ruppiner Heide zuständig ist, beantwortete viele Fragen. Die Besucher des Heidefestes, unter denen zahlreiche Einwohner der umliegenden Ortschaften sind, wollen wissen, wann sie wieder sorglos Pilze dort sammeln können, wie es mit Flora und Fauna aussieht, welche Lebensräume es dort gibt und wie die Stiftung die Heide erhalten will. Der Projekt­leiter beantwortet alle Fragen ­ausführlich. Wanderwege, ein Aussichtsturm und weidende Schafe sind die Zukunft des Areals, der dort vorübergehend ausgestorbene Wiedehopf ist bereits zurückgekehrt. „In diesem Jahr haben wir 15 neue Paare“, sagt Lothar Lankow. Für den Rossower Hans Francke eine erfreuliche Nachricht, denn er spielte als kleiner Junge in der Heide und kann sich noch genau an die ­damals zahlreich vorkommenden Vögel erinnern. Auch beim Pilzesuchen war die Heide für ihn ­vertrautes Terrain. Doch davor warnt der Projektleiter der Stiftung. „Die Gefahren werden unterschätzt, in der Döberitzer Heide hatten wir letztens erst zwei Unfälle.“

Viele Stände waren aufgebaut

Viele Stände waren aufgebaut.

Quelle: Cornelia Felsch

An diesem Tag wollen die Pfalzheimer aber erst einmal richtig feiern. „Wer, wenn nicht wir und wo, wenn nicht hier?“, sagt Johannes Oblaski und hofft, dass es endlich mit dem Bierglasschieben losgeht. Die kleine Dorfstraße ist mit Ständen gefüllt. Gestricktes, Gewebtes, allerhand Trödel und viel selbst gebackener Kuchen sind zu haben. Auch die jüngsten Pfalzheimer sind dabei. Die vierjährigen Zwillinge Corvin und Conner bieten Kinderspielzeug auf ihrer Decke an.

Ein buntes Programm erwartet die Gäste. Jagdhornbläser, Falkner und eine Märchentante bieten Abwechslung. Die Besucher können mit dem Kremser zum Sielmannhügel in die Heide fahren oder mit Wolfgang Dicks einen Waldspaziergang unternehmen. Der gelernte Forstarbeiter und heutige Ruheständler ist in Pfalzheim geboren und kennt Wald und Heide wie seine Westentasche. Er hat acht Mahnsäulen für die Freie Heide geschaffen. Am Sonnabend können Kinder und Erwachsene mit ihm auf Entdeckungsreise gehen „Wir wollen auch die Kinder an die Natur heranführen“, sagt Johannes Oblaski.

Von Cornelia Felsch

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