Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Erstmals weniger als 1000 Klagen in einem Jahr

Ostprignitz-Ruppin Erstmals weniger als 1000 Klagen in einem Jahr

Die Zahl der Klagen und Widersprüche gegen Bescheide des Jobcenters Ostprignitz-Ruppin ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Gleichwohl gibt es noch keine endgültige Entspannung. Der Grund: Zum Jahreswechsel gab es noch fast 1400 offene Verfahren.

Voriger Artikel
Personalkarussell dreht sich weiter
Nächster Artikel
Der Schreibtischnomade

Im Jobcenter Ostprignitz-Ruppin sind mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Quelle: Björn Wagener

Neuruppin. Erstmals gibt es in einem Jahr weniger als 1000 Klagen gegen Bescheide des Jobcenters Ostprignitz-Ruppin. Registrierte die Behörde 2015 noch 1017 neue Klageverfahren, waren es im vergangenen Jahr lediglich 833. Ähnlich sieht es bei der Zahl der Widersprüche aus: 2012 gab es mit 3325 Widersprüchen gegen Bescheide des Jobcenters den Höchststand. Seitdem gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Laut der Statistik, die Bernd Lüdemann, der Chef des Jobcenters, am Donnerstag beim Kreistag in Neuruppin vorstellte, gingen im vergangenen nur noch 1870 Widersprüche ein, das sind 7,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Wer Widerspruch einlegt, kann nur gewinnen

Lüdemann glaubt aber nicht, dass der Rückgang der Widersprüche und Klagen etwas mit der Qualität der von der Behörde ausgestellten Bescheide zu tun hat. „Es gibt Leute, die haben sieben, acht Verfahren bei uns anhängig. Denen geht es ums Prinzip“, sagte der Amtsleiter. Bei den meisten Widersprüchen und Klagen geht es laut Lüdemann darum, dass sich Betroffene dagegen wehren, zu viel gezahltes Geld an das Jobcenter zurück zu zahlen. „Der Widerspruchsführer verliert bei den Verfahren nichts. Er kann nur gewinnen“, sagte Lüdemann. Soll heißen: Der Kläger muss danach vielleicht weniger Geld als gefordert zurück zahlen. Entsprechend hoch sei die Motivation zu Widerspruch und Klage, so der Amtsleiter.

Auch die Zahl der offenen Verfahren beim Jobcenter sinkt, allerdings nicht ganz so deutlich wie die der Klagen und Widersprüche. Laut der Statistik lagen Ende 2016 noch 1374 offene Fälle vor, das sind nur knapp 100 weniger als ein Jahr zuvor.

400 Bedarfsgemeinschaften weniger als vor einem Jahr

Der Rheinsberger Freke Over (Linke) zeigte sich überrascht davon, dass es weniger Klagen und Widersprüche gegen die Bescheide des Jobcenters gibt. „Dann besteht wohl auch weniger Anlass zum Streit“, vermutete Over. Nach den bisherigen Statistiken waren etwa 40 Prozent der Beschwerden berechtigt, die Betroffenen bekamen entweder direkt vom Jobcenter Recht oder aber vom Sozialgericht.

Möglicherweise hat der Rückgang der Widersprüche und Klagen gegen Bescheide des Jobcenters auch etwas damit zu tun, dass inzwischen weniger Menschen in sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben und auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank innerhalb eines Jahres um etwa 400 auf nun 6000. Gleichwohl arbeiten laut Stellenplan weiterhin 212 Frauen und Männer beim Jobcenter Ostprignitz-Ruppin. Allerdings gibt es wohl kaum einen Tag, an dem alle Mitarbeiter auch vor Ort sind: Zum einen arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit, zum anderen müssten die Urlaubstage sowie Ausfälle durch Krankheit berücksichtigt werden, so Lüdemann. Er rechnet deshalb im Schnitt mit 192 Beschäftigten.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg