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Ostprignitz-Ruppin Erwin lässt den Lenker los
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erwin lässt den Lenker los
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02:16 23.03.2018
Busfahrer Erwin Jahnke startete am Dienstag nach 33 Berufsjahren auf seine letzte Tour. Quelle: Foto: privat
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Stüdenitz

Jeder Anfang hat sein Ende. Für Erwin Jahnke aus Stüdenitz, den alle Busnutzer aus seiner Region kennen, endete das Berufsleben, das vor 33 Jahren begann, an diesem Dienstag. Dieser 20. März, der Frühlingsanfang 2018, wurde zu seinem letzten Arbeitstag als Busfahrer. Weil er es so wollte.

„Ich habe zuletzt gemerkt, wie sehr ich in einer Doppelbelastung stecke, und man ist ja auch älter geworden“, erklärt Jahnke mit Blick auf die Gastwirtschaft seiner Frau in Stüdenitz, bei der er täglich mithalf in der Zeit zwischen seinen Bustouren am Vormittag und Nachmittag und dann am Abend noch. Künftig will er sich darauf konzentrieren.

Jahnke fuhr mitunter schon die Eltern heutiger Schulkinder

Seine Fahrgäste wussten davon seit längerem. „Schonend beigebracht“ habe er es ihnen. Die Mehrzahl sind schließlich Schulkinder, die ihren Erwin über die Jahre hinweg lieb gewonnen hatten. Aber auch deren Eltern verabschiedeten sich am Dienstag entsprechend – brachte Erwin doch auch von ihnen einst schon viele zur Schule und nach Hause zurück.

„Mit einem freundlichen Kopfnicken am Morgen und einem bestimmten ,Hinsetzen und Ruhe!’, wenn es mal tumultig wurde, sorgte er für Ordnung“, so bekam es beispielsweise Katrin Ribbe oft mit: „Nicht nur meine drei Kinder – und der Älteste ist immerhin schon 24 Jahre – liebten Erwin und nehmen nun wehmütig Abschied.“ Auch die beiden elfjährigen Mädchen Caro und Luise sagten ihrem Erwin „Tschüss“, zumindest als Busfahrer. Kurzerhand hatten sie ihm für seine letzte Fahrt Süßes gebacken. „Auch wir Eltern sagen mit einer Träne im Knopfloch danke und wünschen ihm einen wundervollen, wohlverdienten Ruhestand“, sagt Katrin Ribbe: „Im Namen aller Eltern und Kinder, der Erwin-Jahnke-Fangemeinde.“

Nachwuchs steht auch bei der ORP nicht Schlange

Bis zum tatsächlichen Ruhestand aber dauert es noch. Und ganz besonders gewünscht hätte sich wohl die ORP, die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, dass Erwin Jahnke noch eine Weile länger fährt. Denn der Nachwuchs steht auch dort nicht Schlange, wie Geschäftsführer Ulrich Steffen sagt.

Umso mehr aber freue er sich über die, die nach ihrem Dienstende hin und wieder auf Abruf fahren. Das funktioniere, solange ihr alle fünf Jahre zu erneuernder Führerschein gültig ist. „Ohne sie würde die Säge schon so manches mal klemmen“, sagt Steffen mit Blick etwa auf Tage, an denen mehrere Schulen Sonderfahrten anmelden oder es Ausfälle von anderen Fahrern wegen Krankheit gibt.

Einer, der diesen Kreis jetzt erweitern dürfte, ist der langjährige Kyritzer Busfahrer Reinhard Ellfeldt. Er ist schon seit dem Jahreswechsel im Ruhestand. Seine Dienstjahre und auch die von anderen lagen dabei noch um einiges über denen von Jahnke. „Mein Kollege Bodo Zimmermann aus Lögow ist schon 60 und fährt weiter. Ich werde ja erst noch 60“, bestätigt das Jahnke. Doch auch Zimmermann wird eines Tages gehen. Allein dieses Jahr verlassen laut Ulrich Steffen ein Dutzend Leute die ORP an allen drei Standorten insgesamt.

Stüdenitz konnte wegen Jahnke bisher als ORP-Außenstelle gelten

Jahnke begann 1985, nachdem er zuvor beim KfL arbeitete, dem Kreisbetrieb für Landtechnik. Damals hatte es sehr viele Außenstellen für die Busse gegeben. Ein Vorteil Jahnkes wie auch anderer Kollegen, bei denen das bis heute so blieb: Sie können den Bus bei sich zu Hause unterstellen, sparen viele Dienstfahrten und damit Zeit. Für die ORP indes brachte und bringt das laut Steffen manche organisatorische Herausforderung mit sich.

Fuhr Jahnke anfangs einen Ikarus, wurden es später zwei Mercedes 407er und zuletzt ein „Citaro“. Über die Jahre hinweg änderten sich die Routen. Hier und da schloss eine Schule. Immer aber sollte es das westliche Neustädter Amtsgebiet bleiben.

Von Helenenhof und Joachimshof ging es zuletzt täglich über Breddin, Zernitz bis Neustadt und zurück. Nachmittags verlief die Tour zwei Mal von Breddin aus über Joachimshof und Lohm bis Zernitz und zurück. Zur Wartung und zum Auftanken fuhr Jahnke anschließend nach Kyritz.

„17 Uhr nehme ich noch die Linie von Kyritz raus nach Breddin mit“, sagt er mit Blick auf seine letzte Fahrt. Raus nach Helenenhof geht es tags darauf dann aber nicht mehr. „Morgen mache ich nur noch den Bus sauber, danach gebe ich ihn in Kyritz für immer ab“, sagt Erwin Jahnke. Ein anderer übernimmt. Nach jedem Ende wartet eben ein neuer Anfang.

Von Matthias Anke

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