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Erzieherin wegen Misshandlung angeklagt

Neuruppin Erzieherin wegen Misshandlung angeklagt

Eine 44-jährige Erzieherin soll fünf Kinder im Neuruppiner Montessori-Kinderhaus zu hart angefasst haben. Deshalb muss sie sich vor dem Neuruppiner Amtsgericht Gericht wegen Kindesmisshandlung und Verletzung der Aufsichtspflicht verantworten. Die Frau bestreitet die Vorwürfe.

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Das Amtsgericht Neuruppin muss über die Vorwürfe richten.

Quelle: DPA

Neuruppin. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine 44-jährige Erzieherin erhoben, weil die Frau zwischen November 2016 und Januar 2017 fünf Kinder im Neuruppiner Montessori-Kinderhaus misshandelt haben soll.

Zum Alter der Kinder und zur Art der Misshandlung sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Freitag nichts. „Kinder genießen den höchsten Grad beim Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte.“ Deshalb sollten sie nicht identifizierbar sein. Lehmann deutete lediglich an, dass es sich bei den Misshandlungen wohl weder um Schläge noch um sexuelle Übergriffe gehandelt hat.

Der Kita-Träger hat der Frau umgehend gekündigt

Wann das Jugendschöffengericht des Amtsgerichtes Neuruppin über die Vorwürfe gegen die Erzieherin befinden wird, ist noch offen. Klar ist aber, dass die Erzieherin die Vorwürfe bestreitet und dass der Prozess wegen Kindesmisshandlung und Verletzung der Aufsichtspflicht zum Nachteil von fünf Kindern unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Grund: Bei den Opfern handelt es sich um Kinder.

Der Träger des Montessori-Kinderhauses, die Ibis-Gesellschaft in Wittenberge, hat der Erzieherin unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gekündigt. Dagegen wehrt sich die Frau aber, so dass das Arbeitsgericht darüber befinden muss, ob die Kündigung rechtens war.

Staatsanwalt: Die Alarmkette hat funktioniert

Oberstaatsanwalt Lehmann lobte am Freitag, dass die sogenannte Alarmkette funktioniert hat, die bei solchen Vorwürfen vorgesehen ist. So wurde nicht allein Anzeige erstattet, sondern auch das Jugendamt eingeschaltet, das ein internes Kinderschutzverfahren einleitete. „Der Träger hat nicht versucht, zu mauscheln und die Vorwürfe kleinzureden“, so Lehmann.

Für Tom Buchholz, den Chef der Ibis-Gesellschaft in Wittenberge, war es selbstverständlich, „ganz sauber zu reagieren“. Schließlich dürfe es „keine Zweifel“ daran geben, dass das Kinderhaus beim Aufklären der Vorwürfe hilft. Das hat sich bisher ausgezahlt. Die Eltern haben trotz der Vorwürfe gegen die Erzieherin weiterhin Vertrauen in die Arbeit des Montessori-Kinderhauses – keines der rund 80 Mädchen und Jungen wurde von seinen Eltern abgemeldet.

Einige Eltern verteidigen die Maßnahmen der Erzieherin

„Wir sind ganz transparent mit dem Fall umgegangen und haben auch bei einer Elternversammlung darüber informiert“, sagte Buchholz. Demnach haben einige Eltern die umstrittenen Maßnahmen der Erzieherin sogar verteidigt. Das könnte daran liegen, dass in fast jeder Familie andere Vorstellungen darüber herrschen, wie Kinder zu erziehen sind. Für Buchholz gibt es da eine klare Grenze. Gewalt und Zwang gegenüber den Kindern dürften keine Rolle spielen. Ob die Erzieherin diese Grenze überschritten hat, das muss nun das Gericht entscheiden.

Von Andreas Vogel

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