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Es brennt in der Region Neuruppin

Bechlin: Opfer eines Serienbrandstifters? Es brennt in der Region Neuruppin

In den vergangenen Wochen haben sich die Feuer in der Region Bechlin und Neuruppin gehäuft. Viele Brände sind bisher ungeklärt, die Beweislage äußerst dürftig. Geht möglicherweise ein Serienbrandstifter um? Während die Polizei rätselt hat Benjamin Ritschel bereits alles verloren, was er mit seinem Verein aufgebaut hat.

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Das Feuer auf dem Schießstand vernichtete die Arbeit eines ganzes Vereins.

Quelle: MAZ

Neuruppin. Benjamin Ritschel kann es noch gar nicht richtig fassen. Erst im April hatte er auf dem Vereinsgelände an der Kränzliner Straße das erste Schützenfest seines Softair-Vereins eröffnet. Viele Besucher haben sich gespannt angeschaut, was der Verein aus dem alten Melkstand gemacht hat und was er noch daraus machen will. Die sieben Vereinsmitgleider haben hunderte Stunden Arbeit in das Projekt gesteckt. Alles umsonst. Innerhalb von vier Stunden wurde alles vernichtet, woran der Verein so lange gebaut hat. „Wir haben einen Schaden von mindestes 20000 Euro“, schätzt Benjamin Ritschel. Ein Teil des Gebäudes, in dem der Verein seinen Schießstand aufgebaut hatte, muss wahrscheinlich abgerissen werden. Ein Gutachter soll klären, ob zumindest etwas gerettet werden kann.

Die Neuruppiner Softair-Schützen sind die jüngsten Opfer von Brandstiftern, die in der Gegend von Bechlin und Neuruppin umgehen. Seit Wochen muss die Feuerwehr immer wieder zu Bränden ausrücken, die kaum von selbst entstanden sein können. Meist geht der Alarm nachts ein. Oft sind es Strohmieten oder Strohballen, die unvermittelt in Flammen stehen.

Auffallende Häufung von Feuern

Im Mai brennt an der Mesche die Lagerhalle eines Landwirtschaftsbetriebes ab. Dann steht in Bechlin eine Strohmiete nachts in Flammen, am nächsten Vormittag gleich noch eine wenige hundert Meter weiter. Vor einer Woche brennt ein Reifenstapel neben einer Werkstatt an der B167 in Neuruppin; das Gebäude wird schwer in Mitleidenschaft gezogen. In der Nacht zu Freitag meldete eine Anruferin schließlich das Feuer am Vereinsgelände zwischen Neuruppin und Kränzlin. Auch dort standen wohl zuerst Strohballen in Flammen, die dicht am Haus lagerten, von wo das Feuer aufs Gebäude übersprang.

Die auffallende Häufung von Feuern macht auch die Polizei stutzig. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, vorsätzlicher oder fahrlässiger. In zwei Fällen haben Beamte Kinder oder Jugendliche als Verursacher der Feuer ausfindig gemacht. Doch einige Brände sind weiter ungeklärt.

Beweise für Serienbrandstifter fehlen bisher

Geht vielleicht ein Serienbrandstifter um? Die Polizei weiß es nicht. „Wir können nicht sagen, ob es immer derselbe Täter ist“, erklärt Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Vielleicht waren es auch mehrere. Eindeutige Hinweise dazu fehlen offenbar. „Ein Problem bei einer Brandstiftung ist ja, dass ein Teil der Beweise durch das Feuer vernichtet wird“, sagt Dörte Röhrs. Das macht die Ermittlungen besonders schwierig.

Dass das Feuer am alten Melkstand absichtlich gelegt wurde, steht für Benjamin Ritschel derweil fest. Von wem, kann aber auch er nicht sagen. Sicher ist für ihn nur, dass sich der Verein davon nicht unterkriegen lässt: „Wir werden auf jeden Fall weitermachen.“ Auch wenn es die Vereinsmitglieder viel Geld kosten wird, den Schießstand ein zweites Mal aufzubauen.

Woher das Geld kommen soll, ist noch ungewiss. Die Versicherung bezahlt die Reparaturen nicht. „Wir hätten schon eine Versicherung gehabt“, sagt Benjamin Ritschel. Doch leider hatten die Vereinsmitglieder es noch nicht geschafft, die Fenster in ihr neues Gebäude einzubauen. Die Öffnungen waren nur provisorisch mit Plastikfolie verschlossen. Die neuen Fenster sollten demnächst eingebaut werden. Sie standen sogar schon im Gebäude bereit. Der Brand hat alles zerstört.

Von Reyk Grunow

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