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Es fährt ein Zug in den Temnitzpark

Ein Unternehmen wird über die Schiene beliefert Es fährt ein Zug in den Temnitzpark

Daran, dass in den Temnitzpark noch einmal Güterzüge rollen werden, hatten nicht einmal die größten Skeptiker geglaubt. Nun sind auf einem Teilstück wieder Züge unterwegs. Eventuell sollen bald noch mehr Züge dort fahren. Doch bislang nutzt nur eine Firma den Zuganschluss.

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Gleisanschluss am Temnitzpark

Quelle: Geisler

Werder. Zuletzt hatte selbst der Betreiber der Strecke nicht mehr damit gerechnet, dass auf der Trasse Neustadt‒Neuruppin‒ Herzberg noch einmal regelmäßig Güterzüge rollen würden. Über Jahre ließ sich die Strecke nicht vermarkten. Dann meldete die Deutsche Bahn plötzlich doch Interesse an. Inzwischen sind seit Anfang Mai zumindest auf dem Teilstück Neustadt‒Temnitzpark wieder Transporte unterwegs. "Ein kleines Wunder", sagt Temnitz-Amtsdirektorin Susanne Dorn.

Zwei Mal in der Woche beliefern Güterzüge die im Temnitzpark angesiedelten Holzwerke Bullinger mit Rohware aus Tschechien und Österreich. Geschäftsführerin Stefanie Bullinger kann sich durchaus vorstellen, dass künftig noch größere Mengen Rohholz über die Schiene angefahren werden. Doch wie das zu verarbeitende Holz in den Temnitzpark kommt, entscheiden nicht die Holzwerke, sondern der Lieferant. "Wir haben alle Lieferanten informiert, dass wir jetzt auch über die Schiene zu erreichen sind", sagt Stefanie Bullinger.

Für die Holzwerke hat die Anlieferung über die Schiene einen Riesenvorteil: "Die Verladung wird entzerrt." Bislang mussten Lkw-Fahrer mitunter 15 Stunden und mehr warten, bis ihre Ladefläche leergeräumt werden konnte. Rollen auch Güterzüge zum Betriebsgelände, entspannt sich das Anlieferprocedere merklich.

Damit der Temnitzpark über die Schiene angefahren werden kann, hatte die Bahn dort zunächst einen so genannten Tarifpunkt einrichten müssen ‒ Voraussetzung dafür, dass die von der Regio Infra Nordost betriebene Strecke überhaupt gebucht werden kann. Auch andere Unternehmen im Temnitzpark könnten von dem jetzt möglichen Bahnanschluss profitieren. Doch die Nachfrage scheint mäßig.

Nur für Unternehmen, die auf sehr große Warenanlieferungen angewiesen sind, ist ein Transport über die Schiene interessant. Das Recycling-Unternehmen Griag hatte einst Interesse an einem Umstieg auf die Schiene bekundet und vor drei Jahren sogar an einem entsprechenden Probelauf teilgenommen. Doch Griag meldete nach Angaben des Amtsgerichtes Neuruppin im vergangenen Juli Insolvenz an.

Noch bis Jahresende hat DB Schenker die Trasse Neustadt‒ Temnitzpark bei Streckenbetreiber Regio Infra Nordost gebucht. Jahresverträge, so Geschäftsführer Tino Hahn, seien in der Branche durchaus üblich. Hahn geht davon aus, dass der Vertrag danach erneuert werden kann. Er hofft, noch mehr Güterzüge auf die Schiene bringen zu können. Konkrete Projekte gibt es derzeit allerdings nicht.

Drei Jahre lang hatten Neuruppin, Wusterhausen, Kyritz, die Ämter Temnitz und Neustadt sowie der Landkreis Ostprignitz-Ruppin gemeinsam jährlich 60000 Euro als Anschubfinanzierung gezahlt. Die Regio Infra verpflichtete sich im Gegenzug die Strecke zu erhalten. "Das hat sich gelohnt", sagt Hahn. Für den weiteren Betrieb der Strecke ist sein Unternehmen nicht mehr auf Fördermittel angewiesen.

Hahn glaubt fest daran, dass die Reaktivierung des Teilabschnittes Neustadt‒Temnitzpark kein einmaliger Glücksfall ist. Um die Güterzüge tatsächlich dort rollen zu lassen, hatte das Unternehmen in diesem Jahr 80000Euro in einen Bahnübergang, Schranken und die Ladestraße im Temnitzpark investiert. Für den Rest der Strecke sind nach Angaben Hahns keine größeren Investitionen nötig.

Kommt die plötzliche Reaktivierung der Strecke für die Unternehmen im Temnitzpark und anderswo möglicherweise zu spät? Hahn verneint das. Würden Logistiker Konsequenzen aus der Lkw-Maut ziehen, würden sie unweigerlich nach günstigeren Alternativen suchen. Für den Transport von großen Mengen, so wirbt er, sei das unweigerlich ‒ der Güterzug.

Von Frauke Herweg

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