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Ostprignitz-Ruppin „Es ist kein gutes Storchenjahr“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Es ist kein gutes Storchenjahr“
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15:15 08.07.2016
Die beiden kleinen Störche aus dem Nest in Randow. Quelle: Björn Wagener
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Randow

Wenn das Opa Willi noch erleben könnte: Die Nisthilfe für Störche hat endlich ihre Bewohner gefunden – nach 17 Jahren. 1999 baute sie Wilhelm Drescher, den alle in Randow nur Opa Willi nannten, und hoffte, dass die Vögel das Heim annehmen würden. Doch in all den Jahren passierte nichts. Umso größer ist nun die Freude bei Landwirt Marian Parchen, dass es doch noch geklappt hat. „2008 haben wir die Nisthilfe umgestellt und mit einem neuen Reifen, einer Gummimatte und Löchern als Regenabfluss versehen“, erzählt er. Ob es der neue Standort ist oder die Tatsache, dass heute die Mutterkuhhaltung im Betrieb eine größere Rolle spielt, kann Marian Parchen nur vermuten.

Die Jungstörche wurden per Feuerwehrleiter aus dem Horst geholt. Quelle: Wagener

Die Spannung war also in Randow am Donnerstag besonders groß, als die Jungtiere beringt werden sollten. Wie groß sind sie? Wie viele sind es? Wie sieht es im Nest aus? Kaum hatte Ornithologe Jürgen Kaatz die Rückfahrt vom Storchenhorst mit der Feuerwehrleiter hinter sich gebracht, da wurde er von umstehenden Gästen auch schon mit Fragen gelöchert. In einem Wäschekorb hatte er die beiden kleinen Vögel kurzzeitig aus dem Horst „entführt“, um sie zu beringen. Die Prozedur war nach wenigen Minuten erledigt – noch einmal kurz über den weißen Flaum gestreichelt, dann ging es wieder ab nach oben. „Sie sehen noch ganz gut aus“, kommentierte der Fachmann den Zustand der Tiere.

17 Jungtiere in acht Nestern

Die Beringungsaktion auf dem Hof der Familie Parchen in Randow war die vorletzte, die Jürgen Kaatz in dieser Saison vornahm. Lediglich der Horst in Tetschendorf stehe noch aus, aber dort sei bereits bekannt, dass es lediglich ein einziges Jungtier gebe. Sein Fazit: „Es war kein gutes Jahr für Störche.“ Insgesamt 17 Jungtiere in acht Nestern habe er gezählt. Das Nahrungsangebot sei zu gering, um mehr Jungtiere durchzubekommen. Viele würden deshalb von den Alttieren aus den Nestern geworfen. Denn es fehle an Brachflächen, auf denen die Störche Frösche, Regenwürmer, Mäuse und andere Kleintiere finden können.

Dennoch gebe es laut Kaatz auch eine gute Nachricht: „Die Nester sind allgemein sauberer geworden – keine Folienreste, keine Netze, kein Kunststoffgarn. Storchennester sind das Spiegelbild der Arbeit der Landwirte. Denn die Altvögel suchen ihr Nistmaterial im Umkreis von 300 Metern zusammen.“

Die Beringungsaktion in Randow wurde mit Hilfe der Feuerwehr Wittstock ermöglicht, die das Fahrzeug mit Drehleiter zur Verfügung stellte. „Dafür möchten wir uns bedanken“, sagt Marian Parchen.

Von Björn Wagener

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