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Ess-Erlebnis im Klostergarten

Kyritz Ess-Erlebnis im Klostergarten

Aufgabeln, teilen und brechen waren die Themen des ersten interaktiven und vegetarischen Dinners mit regionalen Produkten. Im Kyritzer Klostergarten wurden am Samstagabend drei Gänge gereicht.

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Koch Oliver Fritz hatte einige Speisen bereits vorbereitet. Andere wurden direkt im Klostergarten zubereitet.

Kyritz. Essen erleben. Das konnten am Samstagabend die Gäste des Kyritzer Klostergartens. Das Team von „Wild &Root“ brachte ein durchweg vegatarisches Dinner auf den Tisch. Der stand inmitten der Natur. Es war eine lange Tafel, an der zunächst alle Gäste die Serviette entfalteten. Sie entpuppte sich dabei als Klosterkutte, die um die Schultern gelegt wurde. „Wir wollen uns heute Abend auf Augenhöhe hier im Klostergarten begegnen und auch an alte Rituale erinnern“, sagte Linda Lezius zu Beginn – und, dass es ums Teilen und mitmachen geht. Passend dazu las Verena Rein aus Ganz Texte unter anderem über das Essen und Leben im Kloster.

Vor dem ersten Gang, der „Aufgegabelt“ hieß, wuschen sich die Gäste ihre Hände in Blütenwasser. Es dufte wunderbar zitronig und blumig. Der Salat war auf dem Tisch angerichtet. In einer Reihe fanden sich vom Anfang bis zum Ende der Tafel Wildkräuter, Schafskäse, Nüsse, Birne und Zucchini. Dazu gab es Butter und Brot. Eine Gabel half beim Essen. Das besondere daran: Die Speisenden waren an den Händen zusammen gebunden. Sie mussten sich also arrangieren und gegenseitig helfen. Das klappte ziemlich schnell sehr gut. Und so war der Salat fix aufgegessen und die Schälchen mit dem Petersilienöl zum Dippen bald leer.

Inzwischen hatte Koch Oliver Fritz die nächsten Gerichte fertig. Unter dem Motto „Teilen und Reichen“ gab es Erdbeeren, Spargel und Bohnen. Kartoffeln und Fenchel sowie Eier in Salzlake und eingelegte Radieschen und Blumenkohl. Die Hände der Gäste waren wieder entfesselt. Dazu reichten Linda Lezius und Adeline Chansard roten und weißen Wein, den ein Sommelier auf das Menü abgestimmt hat, sowie Wasser. Carina Adam hielt alles im Bild fest.

Nach dem Hauptgang wurde getrockneter Rosmarin zur Reinigung der Luft verbrannt. Dann wurde der letzte Gang aufgetischt. Dabei ging es ums „Brechen“. Schokolade wurde geteilt. Für die meisten Gäste war diese Art des Dinners neu und kam sehr gut an. Die idyllische Kulisse des Klostergartens und der laue Sommerabend sorgten zusätzlich für gute Stimmung. Die Gäste kamen überwiegend aus Kyritz, aber auch von weiter her. Alle ließen sich auf das so genannte interaktive Dinner ein. Linda Lezius hatte es erstmals in Kyritz angeboten. Sie ist von Hause aus Designerin und entwickelte das Konzept in der Lausitz. Es geht darum, das Potenzial der Region aufzuzeigen und für die Gäste erlebbar zu machen. Einfach beschrieben bedeutet das: Kochen mit dem, was vor Ort zu haben ist. So wurden gleich im Kyritzer Klostergarten die vorhandenen Kräuter geerntet und verarbeitet.

Linda Lezius ist Geschäftsführerin von „Wild & Root“. Sie sagt: „Wir tischen glückliches Gemüse aus Brandenburg auf.“ Gestaltet werden die unterschiedlichsten Ess-Erlebnisse. Dabei gehe es stets um bewusstes und gesundes Essen in einer familiären Runde. „Wild & Root“ möchte die Wertschätzung für genussvolles, bewusstes und regionales Essen im Sinne der Slow-Food-Bewegung zurück in den Alltag holen. Dabei gibt es jede Menge Zeit für Austausch, Handwerk und Wissen. Auch in Kyritz erklärte sie, wo das, was auf dem Tisch stand, herkommt und wie es zubereitet wurde.

Von Sandra Bels

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