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Ostprignitz-Ruppin Esta Ruppin plant „Facetten des Glaubens“ als spielerische Ausstellung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Esta Ruppin plant „Facetten des Glaubens“ als spielerische Ausstellung
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01:16 14.01.2019
Maria Döring (li.) vom Verein Esta Ruppin und die bildende Künstlerin Anna Adam (re.) wagen einen Modellversuch mit dem Titel „Facetten des Glaubens“. Quelle: Fabian Lamster
Neuruppin

Auf einem Tisch im Café Tasca liegen fünf bedruckte Kärtchen, die das heutige Datum zeigen, sich aber alle auf verschiedene Kalender beziehen.

Denn je nachdem, ob der weltweit meistgebrauchte gregorianische oder der julianische, mayanische, jüdische oder buddhistische Kalender: Welches Datum heute ist, lässt sich unterschiedlich beantworten.

Darauf möchten Maria Döring vom Verein Esta Ruppin und die bildende Künstlerin Anna Adam mit ihrem Modellprojekt „Facetten des Glaubens“ spielerisch aufmerksam machen. Als Teil davon hat am Donnerstagabend eine Gesprächsrunde mit dem Titel „Labor für ungewöhnliche Antworten“ zum Thema Zeit stattgefunden.

Gemeinsames spielerisches Rätseln

„Es ist uns wichtig, zu betonen, wie vielfältig die Welt ist und darüber mit den Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen“, sagt Maria Döring. Das sei vor allem deshalb von Bedeutung, um im gemeinsamen Austausch Vorurteile aus der Welt zu schaffen und damit auch ein Zeichen gegen Islamfeindlichkeit und Rechtsradikalismus zu setzen, sagt die 28-Jährige. Denn egal ob beim Thema Zeit oder Lebensbeginn und -ende, das im Dezember Thema einer Gesprächsrunde war, gibt es nicht nur eine, sondern viele Antworten.

So rätseln die Teilnehmer der Gesprächsrunde im Café Tasca zusammen, welches Kärtchen welchem Kalender zuzuordnen ist und welche Menschen nach diesen leben.

„Der gregorianische Kalender ist doch unser Kalender, oder?“, fragt ein Teilnehmer, um zusammen mit den anderen zu entdecken, dass es nicht nur „unseren Kalender“ gibt und es immer auch eine Religions- und Ideologiefrage ist, nach welchem Kalender man sein Leben ausrichtet.

Experimentelle Wanderausstellung im Landkreis geplant

„Die Tage im gregorianischen Kalender enden nach 24 Stunden, während zum Beispiel beim Luach, dem jüdischen Kalender, die Tage am Abend mit dem Sonnenuntergang enden“, sagt Maria Döring.

Um die Menschen persönlich zu erreichen möchte die Alt-Ruppinerin gemeinsam mit der Künstlerin Anna Adam das Projekt „Facetten des Glaubens“ ab Mai als experimentelle Wanderausstellung starten.

Bis dahin wollen Maria Döring und Anna Adam ihre spielerischen Ansätze verfeinern, die sie in den Gesprächsrunden testen, um sie dann auf den verschiedenen Stationen im Landkreis vorzustellen.

„Die Frage ist nicht nur: Nach welchem Kalender leben wir? Es geht auch darum, zu überlegen, welche Feiertage es gibt, wer sie feiert und warum“, sagt die 28-Jährige. Mit einem Zelt und einem Bus, der als Spielfläche dienen soll, wollen sie durch die Ostprignitz touren.

Weiterer Gesprächsabend im April geplant

Erste Anfragen aus Rheinsberg und Kyritz habe es bereits gegeben, wobei das Modellprojekt 15 bis 20 Stationen umfassen und die Menschen mit ungewöhnlichen Antworten versorgen soll:

„Manche Menschen fragen sich, ob es hierzulande normal ist, ein Kopftuch zu tragen. Wir haben darüber mit einer Nonne gesprochen, die einem bei dem Thema zunächst nicht in den Sinn kommt“, sagt die Projektkoordinatorin Maria Döring.

Gerade mit Fragen und Antworten wie diesen sei es möglich, dass Menschen etwas über sich selbst lernen, sich öffnen und eine Neugier für Themen entdecken, die sie vorher nie größer hinterfragt haben.

Bevor die Wanderausstellung im Frühjahr beginnt, planen Maria Döring und Anna Adam einen weiteren Gesprächsabend am 11. April, einem Donnerstag. Auch, wenn es genug Fragen gibt, auf die sie ungewöhnliche Antworten geben können: Das Thema sei noch offen. Und jede Hilfe beim Projekt sei willkommen.

Von Fabian Lamster

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