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Ex-Kantor erhält Kirchenverbot

Lindow Ex-Kantor erhält Kirchenverbot

Der frühere Kantor des Evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland Martin Schubach lehnt kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare strikt ab. Im Juli hatte er bei einem Gottesdienst in Lindow ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Homo-“Ehe“? Nein!!“ getragen. Daraufhin erhielt er ein Hausverbot in der Kirche.

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Martin Schubach hatte im vergangenen Jahr sein Amt als Kreiskantor gekündigt. Es war für ihn unakzeptabel, dass die Landeskirche gleichgeschlechtliche Trauungen gutheißt.

Quelle: Uwe Halling

Lindow. Der frühere Granseer Kantor Martin Schubach hat ein Hausverbot in der Lindower Kirche bekommen. Bei einem Freiluftgottesdienst im Juli hatte der 55-Jährige ein T-Shirt mit der Aufschrift „Homo-“Ehe“? Nein!!“ getragen. Lindows Pfarrer Holger Baum untersagte dem Kirchenmusiker daraufhin weitere Gotteshausbesuche. Am Donnerstag beraten die Mitglieder des Gemeindekirchenrates, wie weiter mit dem Hausverbot umgegangen werden soll.

Besucher des Gottesdienstes hätten sich durch Schubachs T-Shirt verletzt gefühlt, sagt Baum. „Er ist gebeten worden, das T-Shirt auszuziehen“, sagt der Geistliche. „Doch das hat er nicht gemacht.“ Ein Kirchenverbot auszusprechen sei nur konsequent gewesen. „Wir nennen uns Schwestern und Brüder“, sagt Baum. „Was menschenverachtend ist, wollen wir nicht.“

Schubach fühlt sich in seiner Meinungsfreiheit beschnitten

Schubach selbst hatte sein Hausverbot öffentlich gemacht, nachdem er am Dienstag ein Gespräch mit Baum geführt hatte. Der Sonnenberger hat nur wenig Verständnis für die Reaktion Baums. „Mir wird Ausgrenzung vorgeworfen“, sagt er. „Aber die Kirche selbst grenzt mich aus.“

Schubach fühlt sich in seiner Meinungsfreiheit verletzt. Baum dagegen sieht das anders. „Wir wollen keine Meinungen verbieten“, sagt er. Doch müsse Kirche dort Haltung zeigen, wo andere verletzt werden.

T-Shirt für den Kirchentag

Seit längerem schon stört sich Schubach an gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Als die Landeskirche im vergangenen Jahr Traugottesdienste gleichgeschlechtlicher Paare begrüßte, hatte der fünffache Familienvater aus Protest seine Stelle als Kantor des Evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland nach achteinhalb Jahren gekündigt. Vor dem Kirchentag im Mai in Berlin ließ er sich eigens ein T-Shirt mit der Aufschrift „Homo-“Ehe“? Nein!!“ drucken. „Ein Kirchentag muss auch offen sein für kritische Stimmen“, fand er. Kein Kirchentagsbesucher habe sich an dem Aufdruck gestört.

Auch auf dem Lindower Freiluftgottesdienst hatte Schubach eigenen Angaben zufolge provozieren wollen. Gleichgeschlechtlichen Paaren Gottes Segen erteilen zu wollen, sei „absurd“, argumentiert er. „Vom christlichen Standpunkt her geht das nicht.“

Noch keine neue Stelle als Kantor

Schubach, der im Rahmen der Sommermusiken schon viele Konzerte in Lindow gespielt hat, ist seit seiner Kündigung arbeitslos. Er hat sich auf verschiedene Kantorenstellen beworben. Vergeblich bisher. „Meine Haltung ist für eine Einstellung nicht förderlich.“

Von Frauke Herweg

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