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Vor den Augen der Ermittler gedealt

Drogenprozess in Neuruppin Vor den Augen der Ermittler gedealt

Einst war Carsten O. hochrangiges Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, nach seiner Haftentlassung hat er sich offenbar selbstständig gemacht. Wegen erneuten Drogenhandels muss sich der 48-Jährige vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er wurde mit einem Kilo Amphetamin in Neuruppin erwischt.

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Die Cannabis-Plantage, die bei der Durchsuchung am 6. September 2016 in Kyritz entdeckt wurde.

Quelle: Polizei

Neuruppin. Michael R. und Carsten O. fühlten sich offensichtlich sehr sicher. Dabei hatten die Ermittler sie schon längst im Visier. Am 4. Juli 2017 schnappte die Falle zu: Die Polizei nahm die beiden an der Neuruppiner Seepromenade fest – mit einem Kilogramm Amphetamin.

Sie müssen sich seit dem 13. Februar wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Ein Drogennetzwerk flog auf

Im Frühjahr 2016 kam die Polizei auf die Spur des Neuruppiners Jerry F., der zwischenzeitlich zu einer sechsjährigen Haftstrafe wegen Drogenhandels verurteilt wurde. Über ihn kamen die Ermittler auf Axel J., Michael R. und Carsten O. Wie der Ermittlungsführer am Donnerstag berichtete, ergaben die Observationen und Telefonüberwachungen, dass Michael R. regelmäßiger Abnehmer von Axel J. war, aber auch Carsten O, ehemaliges Mitglied der so genannten Neuruppiner XY-Bande, zunehmend bei den Drogengeschäften eine Rolle spielte.

Kripo-Beamte der Polizeidirektion Nord und Bereitschaftspolizisten durchsuchten im September 2016 ein Gehöft in Kötzlin und fanden eine Cannabi

Kripo-Beamte der Polizeidirektion Nord und Bereitschaftspolizisten durchsuchten im September 2016 ein Gehöft in Kötzlin und fanden eine Cannabis-Plantage mit rund 600 Pflanzen sowie diverse Ausstattung. Der 34-jährige Eigentümer aus Dreetz wurde festgenommen.

Quelle: Alexander Beckmann

Carsten O. hatte eine Wohnung in Berlin-Buch in einem Mehrfamilienhaus, das Axel J. gehörte. Dort soll es zu einer Übergabe gekommen sein, dergestalt, dass Michael R. mit einem weißen Briefumschlag in der Hand das Haus betrat und es mit einem Beutel über der Schulter verließ. Daraus zogen die Beamten den Schluss, dass dort gerade ein Drogendeal erfolgt war.

In der Folge kam es von Dezember 2016 bis Mai 2017 zu weiteren Treffen zwischen beiden Angeklagten. Wie am 6. Mai in Neuruppin. Minutiös hatte die Polizei die Männer beobachtet. „Wir waren uns sicher, dass es um die Übergabe von Drogen ging“, sagte der Beamte. Als Michael R. im Juli erneut Kontakt zu Carsten O. aufnahm mit der Bitte, ob dieser ihm bei zwei Problemen helfen könne, stand für die Polizei fest, dass an jenem Tag „ein Zugriff“ erfolgen sollte. Carsten O. hatte aus einem Keller in der Fischbänkenstraße Neuruppin ein Kilogramm Amphetaminpaste geholt und gerade dem im Auto an der Seepromenade wartenden Michael R. übergeben, als die Handschellen klickten.

Angeblich pleite – doch wechselten hohe Summen den Besitzer

Außerdem wird Carsten O. noch Beihilfe zum Drogenhandel vorgeworfen. Der 48-Jährige soll einem anderen 33 000 Euro für den Ankauf eines Grundstücks bei Kyritz gegeben haben, um dort eine Cannabis-Plantage zu betreiben. Dafür soll sich O. eine Grundschuld von 60 000 Euro eintragen haben lassen. „Das ist bemerkenswert“, meinte der Ermittler. Damals habe sich O. in Privatinsolvenz befunden.

Und auch mit seiner beruflichen Tätigkeit als Fachberater für Photovoltaikanlagen bei einer Immobilienfirma hätte er nicht so viel Geld verdient. Der angebliche Arbeitgeber konnte keine Arbeitsleistungen von Carsten O. nachweisen. Am Dienstag soll das Urteil gegen Carsten O. verkündet werden.

Von Dagmar Simons

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