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Ostprignitz-Ruppin Ex-Mitglied der XY-Bande wieder erwischt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ex-Mitglied der XY-Bande wieder erwischt
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12:40 19.02.2018
Symbolbild Quelle: dpa
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Neuruppin

Zu neun Jahren Freiheitsstrafe war Carsten O. im Jahr 2006 als Mitglied der so genannten XY-Bande wegen Drogenhandels im großen Stil verurteilt worden. Er hatte damals vor Gericht sein Handeln bereut. Die Reue war offensichtlich nicht nachhaltig.

Nun sitzt der 48-Jährige erneut auf der Anklagebank – wieder wegen Drogendelikten. Am 4. Juli vergangenen Jahres wollte er auf einem Parkplatz bei der Neuruppiner Seepromenade ein Kilogramm Amphetaminpaste an Michael R. übergeben. Da schlug die Polizei zu. Seitdem sitzen beide Männer in Untersuchungshaft. Seit Dienstag müssen sie sich vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Vorschuss für Cannabisplantage

Die Staatsanwaltschaft wirft Carsten O. gleich mehrere Taten vor. So soll der gebürtige Brandenburger 2015 dem bereits zu drei Jahren Haft verurteilten Sven S. 33 000 Euro für den Kauf eines Grundstücks bei Kyritz gegeben haben. Nicht uneigennützig: Er wollte an dem Gewinn beteiligt werden, den S. mit der errichteten Cannabisplantage erzielt hat beziehungsweise noch erwirtschaften wollte.

Die Staatsanwaltschaft geht von mehreren Ernten aus, insgesamt von etwa drei Kilogramm Cannabis für 9000 Euro. Bei einer Durchsuchung stellten Beamte mehrere Hundert Pflanzen sicher.

Am 20. Dezember 2016 soll Carsten O. in Berlin-Buch an den mitangeklagten Michael R. ein Kilogramm Amphetaminpaste für 4000 Euro verkauft haben. Der wollte den Stoff in Berlin verkaufen.

Bei Drogenübergabe festgenommen

Im Mai 2017 kam es zu einem weiteren Geschäft, diesmal in Neuruppin. Am 4. Juli bestellte Michael R. erneut Drogen bei Carsten O. Beide trafen sich im Ruppiner Einkaufszentrum (Reiz) zur genauen Absprache. O. fuhr zunächst zu seiner Wohnung in der Schäferstraße, stieg dort aufs Fahrrad, um den gewünschten Stoff aus seinem Lager in einem Keller in der Fischbänkenstraße zu holen, so die Staatsanwaltschaft.

Schlagring und Schreckschusswaffe im Auto

Bei der Übergabe wurden die Männer festgenommen. Michael R. hatte griffbereit im Auto einen Schlagring und eine geladene Schreckschusswaffe liegen.

Die beiden Angeklagten wollten sich am Dienstag nicht zu den Vorwürfen, aber auch nicht zu ihrem bisherigen Lebenslauf äußern. Auf Anregung ihrer Verteidigung fand ein Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung statt, mit dem Ziel einer Verständigung über die möglicherweise zu erwartenden Strafen.

Strafmilderung bei Geständnissen

Bei Drogenhandel in nicht geringer Menge droht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu 15 Jahren. Hat der Täter eine Waffe dabei, der er sich jederzeit bedienen kann, verschiebt sich der Strafrahmen drastisch nach oben. Ihn erwartet dann eine Strafe von nicht unter fünf Jahren.

Das Gericht unterbreitete folgenden Vorschlag: Würden die Angeklagten glaubhafte Geständnisse ablegen, könnten sich die Richter für Carsten O. eine Strafe zwischen vier und viereinhalb Jahren vorstellen, für Michael R. eine solche zwischen sechs und sieben Jahren.

Außerdem beantragte der Staatsanwalt die Einziehung der bei Carsten O. sicher gestellten Gegenstände wie hochwertige Unterhaltungselektronik und Uhren sowie die Grundschuld in Höhe von 60 000 Euro für das Grundstück bei Kyritz. Bei Michael R. sollen die gefundenen Drogen, Waffen, Munition und 4000 Euro für die im Mai erworbenen Amphetamine eingezogen werden.

Angeklagte könnten zunächst freikommen

Verteidigerin Barbara Petersen sprach noch die Möglichkeit an, gegebenenfalls den Haftbefehl auszusetzen. Das hieße, dass die Angeklagten vielleicht erst einmal das Gefängnis verlassen könnten, nach sieben Monaten Untersuchungshaft.

Bevor das Gericht darüber entscheidet, will es sich einen Überblick über die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten verschaffen, wie der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann sagte.

Das Angebot der ersten großen Strafkammer wollten die Verteidiger mit ihren Mandanten erst einmal in Ruhe besprechen. Ob sich die beiden Angeklagten mit den Vorschlägen einverstanden erklären, wird sich am Donnerstag klären.

Von Dagmar Simons

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